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Alexander Freitag: Tipps für "Kreative"

Bayernliga Nord

Alexander Freitag vom SV Seligenporten hat mit einem Kompagnon ein Start-Up für Ballbehandlung gegründet.

Im Spiel helfen Alexander Freitag seine technischen Fähigkeiten enorm weiter. Nun führt er seine Skills in Videoclips bei „Dribtec“ für andere vor.

 / © Sportfoto Zink

Ein bisschen Platz im Wohnzimmer, zwei Markierungen, ein Ball und zwischendurch vielleicht noch eine Wand: Mehr braucht man laut Alexander Freitag und Nate Weiss, Individualtrainer beim 1. FC Nürnberg, nicht für ein sinnvolles Einzel-Fußballtraining. Zeiten wie diese, in denen das Üben mit der Mannschaft zumindest unterhalb des Profibereichs nicht möglich ist, erfordern von den Fußballern Kreativität und vor allem eine große Portion Eigenmotivation. Was Zweikampfschulung und taktische Aspekte anbelangt, sei dies in solch einer Phase freilich schwierig.

„Eine Herzensangelegenheit“

Um bei den technischen Fähigkeiten sein Niveau zu halten oder gar das Ballgefühl zu verbessern, könne man die Zeit aber ohne Weiteres nutzen. „Manche Sportler lassen sich individuelle Trainingspläne anfertigen, was aber oftmals mit hohen Kosten verbunden ist. Uns geht es deshalb darum, dass jeder einzelne von klein bis groß mitmachen kann. Es ist schon so etwas wie eine Herzensangelegenheit geworden“, sagt Freitag, der im vergangenen Winter zum SV Seligenporten in die Bayernliga gewechselt war. Der angestammte Linksverteidiger wurde zuvor in den Nachwuchsleistungszentren des FC Bayern und der SpVgg Unterhaching ausgebildet, ehe es 2017 in der U19 des 1. FC Nürnberg weiterging, wo er ausgebremst von einer Knieverletzung noch eineinhalb Jahre in der Regionalliga-U21 des Clubs aktiv war. Mit dem neuen Geschäftspartner Nate Weiss arbeitet er auf dem Fußballplatz schon seit einigen Jahren individuell. Der US-Amerikaner kam als Fußballprofi nach Europa, spielte bei mehreren Vereinen in unterschiedlichen Ligen und spezialisierte sich in der Trainerausbildung früh auf den technischen Aspekt des Spiels.

Vom ehemaligen NLZ-Leiter und späteren Chef-Trainer der Profis, Michael Köllner, wurde er als Individual- und Technikcoach zum FCN geholt. Nun betreibt er mit Freitag, Köllners Stiefsohn, gemeinsam nebenbei die Online-Plattform „Dribtec“. Freitag steht vor der Kamera und macht die Technik-Übungen vor. „Nate hat schon davor immer wieder kleinere Videos auf seiner Instagram- Seite gepostet, die viel positive Resonanz erfahren haben. Somit ist die Idee entstanden, das alles noch strukturierter und professioneller aufzuziehen. Auf beide Kanälen zusammengenommen geht es mittlerweile in Richtung der 30 000 Follower, wovon wir selbst überrascht sind“, erzählt der 21-Jährige. Täglich sind sie mit dem Entwickeln, Ausprobieren und Aufnehmen der Übungen beschäftigt, die am Ende zu einem Trainingspaket gebündelt werden. „Ball Mastery“ heißt das Neustem, in dem man für 12,99 Euro die 30 teils aufeinander aufbauenden Videoclips bekommt. Ohne viel Materialaufwand können diese dann von zu Hause aus im individuellen Tempo nachgeahmt werden.

Hinzu kommen Live-Trainingseinheiten über Zoom. „Die Corona-Krise hat sicherlich dazu beigetragen, dass das Projekt so gut angelaufen ist. Es gibt den Nutzern eine gewisse Routine, um am Ball zu bleiben. Darum geht es uns in erster Linie“, so Freitag. Das verdiente Geld mit den preisgünstigen Trainingseinheiten sieht er als eine kleineAufwandsentschädigung für die Arbeit mit „Dribtec“, bis zu drei Stunden kommen täglich dabei zusammen. „Es macht einfach Spaß und das Großartige ist, dass die Leute nach und nach ihre Fortschritte spüren und merken, wie ihre Fähigkeiten am Ball steigen. Unser Ziel ist es, die Spieler dahingehend zu entwickeln, dass sie sich aus jeder Situation eines Fußballspiels spielerisch befreien können. Das Ballgefühl soll sozusagen in jeder Faser des Körpers vorhanden sein.“ Den Regensburger treibt sogar noch eine viel höhere Motivation an: „Es gibt noch so viel Potenzial auf diesem Gebiet. Spricht man von Kreativspielern, so denkt man an die Spanier oder Brasilianer. Wir wollen aber erreichen, dass ein hohes technisches Niveau auch zwangsläufig mit der deutschen Fußballkultur in Verbindung gebracht wird.“

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