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Tobias Zippold: "Es war schon immer mein Ziel, als Trainer zu arbeiten"

Bezirksliga Süd

Ansbach/Eybs Tobias Zippold hat nach seinem zweiten Kreuzbandriss seine aktive Karriere beendet. Er blickt mit uns auf seine Laufbahn zurück - und in die Zukunft, die eine neue Aufgabe mit sich bringt.

Tobias Zippold (blau) in seinem letzten Spiel für Ansbach/Eyb.

 / © Giurdanella

An die folgenschwere Trainingseinheit vor der Winterpause erinnert sich der 32-jährige Abwehrspieler und Routinier des ESV Ansbach/Eyb nur ungern: "Es war beim Abschlussspiel im Training. Nach einer Balleroberung bin ich auf das Tor zugelaufen und wollte an der Strafraumgrenze schießen, bin dann jedoch mit dem Standbein weggeknickte. Der Oberschenkel ist auf dem Unterschenkel etwas abgerutscht - und das ist die typische Situation, bei der man sich dann das Kreuzband reißt." Zippold weiß das: Die gleiche Verletzung hat er sich schon einmal am anderen Knie zugezogen.

"Mit der Operation und dem ganzen Drumherum war ich sehr zufrieden. Ich war in Straubing im Sporthopaedicum und wurde in Plattling operiert. Früher als erwartet, konnte ich dann schon wieder ohne Krücken laufen, und mittlerweile jogge ich schon auf dem Laufband. Aber auch mit dem anderen Knie habe ich bei stärkerer Belastung noch meine Probleme. Im Alltag läuft es aber schon wieder sehr gut." Dennoch zieht er nun seine Konsequezen: "Aktuell sieht es so aus, dass ich nicht mehr aktiv auf dem Fußballplatz auflaufen werde. Durch das Homeoffice gab es nun zwar keine Fehlzeiten, eine weitere schwere Sportverletzung möchte ich mir aber wegen dem Beruf und der Familie nicht mehr leisten."

Eine neue Türe tut sich auf

Durch sein Verletzungspech öffnete sich für Zippold eine andere Tür: Er wird zukünftig die zweite Vertretung der Eisenbahner trainieren: "Über unseren Teammanager Jörg Burkhardt kam der Kontakt zur zweiten Mannschaft zustande. Ich kenne die Truppe sehr gut und habe mir auch immer wieder Spiele des Teams angeschaut. Als aktiver Spieler der ersten Mannschaft war der Trainerposten bei der Zweiten für mich noch keine Option, doch wegen der Verletzung - und da ein neuer Trainer benötigt wurde - habe ich diese Herausforderung gerne angenommen. Für mich war es schon immer ein Ziel, als Trainer zu arbeiten. Da ich die Verantwortlichen und die Strukturen des Vereins kenne, ist es für beide Seiten ein einfacher Einstieg, und so kann auch in Zukunft die Kommunikation zwischen den beiden Mannschaften verbessert werden, worauf ich auch viel Wert legen werde."

Rückblickend auf seine Fußballkarriere erinnert sich der Defensivspieler sehr gerne an seine beiden erfolgreichsten Jahre in Eyb: "Der Aufstieg in der Saison 2016/17 in die Landesliga war eine coole Zeit. Wir sind erst aus der Bezirksliga in die Kreisliga abgestiegen und machten dann den Durchmarsch über die Bezirksliga in die Landesliga. Wir waren über sehr lange Zeit nur Tabellenzweiter und haben am vorletzten Spieltag gegen damaligen Tabellenführer TuS Feuchtwangen gewonnen." Zippolds bekanntester Gegenspieler hat es sogar zum Nationalspieler und 2014 zum Weltmeister gebracht: "Bei den Junioren habe ich mit einer Regionalauswahl gegen den FC Bayern gespielt - und da gegen Mats Hummels. Er hat wohl insgesamt im weiteren Verlauf seiner Karriere einiges besser gemacht als ich", lacht Zippold.

Lob an die Trainer

In seiner langen Fußballkarriere erinnert sich Zippold auch gerne an seine Übungsleiter, Mentoren und Förderer zurück: "Jörg Müller hat mich in den letzten Jahren menschlich stark geprägt, auch wenn ich mich natürlich in den letzten Jahren sportlich nicht mehr weiterentwickeln konnte. Er hat mich gut auf die Trainerthematik vorbereitet." Aber auch ein Coach aus jüngeren Jahren ist nicht in Vergessenheit geraten: "Dieter Kreiselmeier hat mich bei der SpVgg Ansbach in der A-Jugend und auch in der zweiten Mannschaft sportlich weitergebracht. Er versuchte mir damals, technische Raffinessen beizubringen, die ich aber bis heute noch nicht so richtig kann." Seine Zeit beim Lokalrivalen war für ihn ohnehin eine turbulente Phase: "Ich bin bei der zweiten Mannschaft der SpVgg Ansbach als Kapitän von der Bezirksliga in die Bezirksoberliga aufgestiegen. Es gab danach Differenzen und Entscheidungen, die ich menschlich nicht nachvollziehen konnte und habe mich deswegen für einen Wechsel eine Klasse tiefer entschieden. Die geographische Nähe spielte natürlich eine Rolle, und ich kannte einige Verantwortliche schon vorher. Durch mein Studium in Ansbach wollte ich einfach auch in der Nähe bleiben. Michael Endres hat mich damals mit offenen Armen empfangen." Die Zusammenarbeit blieb unvergesslich und motiviere Zippold schon damals, selbst einmal die Verantwortung für ein Team zu übernehmen.

 Angesprochen auf die noch laufende Saison und zukünftige sportliche Ziele des ESV Ansbach/Eyb gibt es im Team unterschiedliche Auffassungen: "Insgesamt muss man die Ziele innerhalb der Mannschaft sehr differenziert betrachten. Die jüngeren Spieler würden sehr gerne einmal in der Landesliga spielen. Es gibt aber auch Spieler, die wissen, welchen Aufwand die Landesliga bedeutet und das nicht unbedingt haben müssen. Sie sind mit der guten Rolle in der Bezirksliga zufrieden, auch wenn die letzten Partien nicht ganz nach unserer Vorstellung verliefen. Persönlich wäre ich mit einem Platz unter den ersten sechs zufrieden."

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