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FC Dombühl-Trainer Michael Schaffer: ”Ich wollte eine Truppe mit Charakter”

Bezirksliga Süd

Michael Schaffer betritt beim FC Dombühl komplettes Neuland, sieht aber schon jetzt Dinge, die ihm hier besser gefallen als bei seinen bisherigen Stationen in Baden-Württemberg.

Bekommt vor dem ersten gemeinsamen Pflichtspiel schon ein großes Lob vom neuen Coach: Die Mannschaft des FC Dombühl

 / © Johannes Traub

Michael Schaffer kann schon auf reichlich Erfahrung und einige Erfolge in seiner Trainerlaufbahn zurückblicken. Seine bisherigen Vereine befanden sich aber allesamt im Kreis Hohenlohe in Baden-Württemberg, und so betritt er mit der Bezirksliga Süd in Mittelfranken absolutes Neuland. Mit dem Bezirksligisten TSV Obersontheim holte er zwei Pokalsiege und mit dem TSV Neuenstein schaffte er den Aufstieg aus der Kreisliga in die Bezirksliga. Am regionalen DFB-Stützpunkt war er acht Jahre für die Förderung junger Talente zuständig.

Schaffer möchte zukünftig dem FC Dombühl seinen Stempel aufdrücken und hat sich folgende taktische Marschroute für den Aufsteiger vorgenommen: "Mein Ziel ist mit meinem Team Pressing zu spielen und auch vor allem Ballbesitzfußball zu praktizieren. Wir wollen zukünftig mehr nach vorne verteidigen." Wegen der Pandemie und der damit verbundenen Unterbrechung des Spielbetriebs hat sich die Übergabe mit Vorgänger Markus Engelhardt verzögert, doch Schaffer kann nun den Aufsteiger im gesicherten Mittelfeld auf dem neunten Tabellenplatz übernehmen. Er steckt trotz ungewisser Corona-Zeiten voller Tatendrang: ”Der Zeitpunkt hat gepasst, und die Zeit war auch reif etwas Neues anzufangen. Für mich ist es eine neue Herausforderung, und ich möchte mich in einer anderen Liga neu erfinden und neu beweisen. Ich wollte eine Truppe mit Charakter, und als ich sie ein paar Mal gesehen habe, wusste ich, die passen zu mir.” 

In Dombühl trifft er auf ein gewachsenes Team mit einem sehr guten Zusammenhalt und ohne große Fluktuation. Der neue Coach vergleicht seine neue Truppe mit seinem bisherigen Wirkungskreis: “An Dombühl hat mich besonders gereizt, dass in den letzten zehn Jahren nur wenige Spieler den Verein verlassen haben und es sind auch nur wenige auswärtige Spieler dazu gekommen. Bei anderen Vereinen ist es mittlerweile üblich, dass jede Saison um die fünf Spieler kommen und gehen. Dombühl ist durch diesen Zusammenhalt fast schon ein kleines gallisches Dorf im Umkreis. Im Kreis Hohenlohe spielt fast kein Spieler mehr umsonst, und auch schon die Spieler, die aus der Jugend kommen, haben finanzielle Forderungen, die für mich nicht mehr nachvollziehbar sind.” 

Wann der Ball nach der langen Winterpause wieder rollen wird, steht noch in den Sternen und ist abhängig vom Verlauf der Corona-Pandemie sowie der Freigabe aus der Politik. Schaffer vergleicht die Vorgaben in den beiden angrenzenden Bundesländern: "In Baden-Württemberg laufen die Planungen bei den Vereinen etwas anders und die Mannschaften sollen nach zwei Wochen Vorbereitung wieder in den Spielbetrieb starten. In Bayern wird mit vier Wochen geplant, was ich für die bessere Lösung halte, da man von den Spielern nicht verlangen kann, dass sie sich jetzt wochenlang selbständig fit machen. Sind die Spieler nicht austrainiert, dann ist die Gefahr von muskulären Verletzungen sehr hoch. Deswegen sollte man nicht zu früh in die Saison starten, und nach der langen Pause müssen die Spieler wieder gezielt aufgebaut werden, da die körperlichen Voraussetzungen noch nicht vorhanden sind.” 

Besonders bei den letzten Heimspielen konnte sich Schaffer ein detailliertes Bild vom FCD machen, doch die unsichere Lage, die Verschiebungen und Unterbrechungen machten einiges an Planungen und Arbeit zunichte: “Ich war in Dombühl eigentlich mittendrin statt nur dabei. Der Lockdown machte mir einen Strich durch die Rechnung und warf meine gesamte Vorbereitung über den Haufen. Ich habe die Mannschaft gegen einige Gegner beobachten können, aber momentan ist es schwierig, da keiner weiß, wann es wieder losgeht. Im Moment gibt es einen Vorbereitungsplan für vier Wochen. Ich bin auf alle Fälle ein Mensch, der gut organisiert ist und immer im Voraus plant.” Die Planungen für den Rest der Saison sind ausgearbeitet und können flexibel angewendet werden: "Ich bin in ständigem Kontakt mit Thore Beck, und wir haben den Start der Vorbereitung nochmals um 14 Tage verschoben. Bei zu vielen Laufeinheiten könnten die Spieler irgendwann die Lust am Training verlieren. Wir planen momentan von Woche zu Woche und beobachten die Entwicklung bei den Infektionen. Wenn die Zahlen herunter gehen, dann können wir mit eigenständigen Laufeinheiten beginnen. In Planung sind Laufeinheiten über Runtastic oder auch über Zoom mit einer Fitnesstrainerin aus meinem Bekanntenkreis."

Die neue Liga wird für den Coach eine große Herausforderung, doch auch sein Team musste sich als Aufsteiger an weitere Anfahrten und neue Vereine gewöhnen: "Für mich ist die Liga komplettes Neuland, auch wenn ich mich an einige Gegner des FC Dombühl wie Ornbau, Herrieden, Marienstein und Wendelstein erinnern kann. Insgesamt waren es sieben Spiele, bei denen ich anwesend war." Wie alle Trainer und Spieler der Liga hofft Schaffer auf eine baldige Fortsetzung der Runde und auf Normalität: "Es ist momentan für alle eine schwierige Zeit, wenn man zum Beispiel nur eine Kontaktperson treffen darf. Wir wollen das Beste aus dieser Ausnahmesituation machen und hoffe, dass sich mit der Zeit alles wieder einpendeln wird."

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