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Ansbach und Feuchtwangen kontern Hofs Abbruchforderung: "Da werden auch Eigeninteressen verfolgt"

Corona

Was tun? Die Saison in Bayern doch noch abbrechen, oder unter allen Umständen zu Ende spielen? Die zwei höchstklassigen Mannschaften aus Westmittelfranken haben dazu eine (fast) klare Meinung: Sie wollen die 2019 begonnene Runde zu einem Ende führen.

Anspruchsvolle Terminplanung: Die SpVgg Bayern Hof fordert einen Saisonabbruch.

 / © Sportfoto Zink

Kürzlich platzte der SpVgg Bayern Hof, Konkurrent der SpVgg Ansbach in der Bayernliga Nord, der Kragen. In einem Interview mit der Frankenpost richtete sich Achim Schubert, Geschäftsführer der Hofer Spielbetriebs GmbH, mit einem dringenden Appell an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV): "Brecht die Saison endlich ab!" Auch wenn Hof die Pandemie bislang einigermaßen unbeschadet überstanden habe, mache es keinen Sinn, die seit Ende Oktober 2020 unterbrochene Spielzeit fortzusetzen. Schubert wirft dem BFV Starrsinnigkeit vor, denn derzeit sei nicht absehbar, ab wann der Ball im Amateurfußball wieder rollen könne.

"Der harte Lockdown könnte noch bis mindestens Ostern, also Anfang April, dauern. Wir haben noch fünf Nachholspiele und insgesamt elf Punktspiele zu absolvieren. Dazu kommen noch die Partien im Ligapokal, da haben wir erst einmal gespielt. Ich weiß also nicht, wie wir all diese Spiele noch durchbringen sollen", wird der Hofer Geschäftsführer zitiert. Er fordert deshalb: "Brecht diese Saison endlich ab, das wäre die seriöseste Entscheidung." Diesem Appell wollen sich Funktionäre des Bayernligisten SpVgg Ansbach und Landesligisten TuS Feuchtwangen nicht anschließen.

"Jetzt haben wir so lange gewartet und alle Entscheidungen mitgetragen. Jetzt können wir auch noch abwarten, ob wir die Saison noch zu Ende spielen können", sagt TuS-Abteilungsleiter Wolfgang Guttropf und macht dem BFV auch einen Vorschlag: "Nehmt den Ligapokal raus, dann lässt sich die Punktspielsaison leichter fortsetzen und abschließen. Natürlich weiß ich, dass das einige Vereine so nicht wollen. Der TSV Kornburg hat sich enorm verstärkt und will über den Ligapokal den Bayernliga-Aufstieg realisieren." 

Unterschiede zwischen Eltersdorf und Hof

Norbert Weidlein, Sportlicher Leiter der SpVgg Ansbach, meint: "Einen Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt zu propagieren, macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Wir haben uns doch alle darauf eingestellt, die Saison zu Ende zu spielen." Weidlein mahnt: "Da werden auch Eigeninteressen verfolgt. Die Hofer sind Tabellenvierzehnter, stehen in der Tabelle hinten drin und wollen natürlich nicht absteigen." Als weitere Argumente, die Saison 2019/20 – oder 2019/21 – sofort abzubrechen, führt Hofs Schubert veränderte Spielerkader und höchst unterschiedliche Zahlen an Pflichtspielen der einzelnen Teams an. "Mittlerweile ist da zu viel Wettbewerbsverzerrung drin. Manche Vereine haben noch elf Punktspiele, manche nur sechs. Hinzu kommt, dass die Mannschaften mittlerweile überhaupt nicht mehr die Kader abbilden, mit denen die Klubs 2019 in die Saison gestartet sind. Es gab inzwischen drei Wechselzeiträume." Weidlein hält dagegen, "Verschiedene Kaderzusammenstellungen innerhalb einer Saison hat es doch schon immer gegeben. Gerade in den Wintermonaten haben viele Vereine noch nachgebessert oder mussten wechselwillige Spieler ziehen lassen. Das ist für mich nichts Neues." Mit Blick auf unterschiedlich viele Punktspiele in der Bayernliga Nord sagt er: "Die Hofer sind schon auch dadurch aufgefallen, dass etliche ihrer Heimspiele ausgefallen sind." Zum Vergleich: Spitzenreiter SC Eltersdorf kommt aktuell auf 26 Punktspiele, Ansbach auf 23 und Hof auf nur 21.

Dass bei all den Nachholterminen insbesondere für die Hofer Engpässe entstehen, kann Harald Riegler nachvollziehen. Der Abteilungsleiter der SpVgg Ansbach meint: "Irgendwie ist diese Saison, die 2019 begonnen wurde, zur Farce geworden. Sollte die Saison doch noch abgebrochen werden, müsste aber zumindest für die drei Spitzenteams Eltersdorf, Vilzing und Seligenporten eine vernünftige Entscheidung getroffen werden. Diese wollen aufsteigen und haben beträchtlich in ihre Kader investiert." Dass der BFV von seiner von Anfang an verfolgten Strategie der Saisonfortsetzung noch abrückt, davon ist nicht auszugehen. Erst in der Vorwoche zeigte sich Verbandsspielleiter Josef Janker optimistisch für den Abschluss der Spielrunde 2019/2021. Bedingung sei jedoch, Ende März/Anfang April loslegen zu dürfen.

Wolfgang Guttropf wünscht sich vor allem, eine bessere Kommunikation und ein Ziel vor Augen: "Alle fragen nach, wann es endlich wieder losgeht. Alle wollen so schnell wie möglich zurück auf den Platz. Wenn man die Mannschaft immer wieder vertrösten muss, steigt bei ihr die Frustration."

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