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Beim TSV 1860 Weißenburg "kommt wieder Leben rein" - Fabian Eberle natürlich Thema

Bezirksliga Süd

Bezirksliga-Spitzenreiter TSV 1860 Weißenburg steckt in der Online-Vorbereitung und hofft auf einen baldigen Neustart.

Markus Vierke hofft, dass es im Amateurfußball bald weitergeht. Ziel des TSV 1860 ist der Landesliga-Aufstieg.

Wintertraining und Wetterkapriolen! Diese beiden Begriffe gehörten in den vergangenen Jahren bei den heimischen Fußballern eigentlich immer fest zusammen. Die schwierigen Platzverhältnisse durch Schnee, Eis, Regen und Kälte warfen nicht selten sämtliche Vorbereitungspläne über den Haufen. Auch beim TSV 1860 Weißenburg. Heuer sieht es anders aus: Unabhängig von der Witterung ist in der aktuellen Corona-Situation ohnehin kein gemeinsames Training erlaubt. Hallen und Sportstätten sind seit Monaten gesperrt. Insofern ist Markus Vierke ganz froh über das Winterwetter der vergangenen Tage und Wochen. Die Bedingungen würden aus Sicht des Weißenburger Trainers ohnehin kaum eine normale Vorbereitung zulassen, selbst wenn der Sport wieder erlaubt wäre. Der TSV 1860 steckt wie alle Vereine in einer XXL-Winterpause. Seit dem 18. Oktober 2020 hat der Tabellenführer der Bezirksliga Süd kein Spiel mehr bestritten. Damals gewann die Vierke-Truppe mit 3:1 gegen die SG Herrieden, wenig später sorgten die steigenden Infektionszahlen für einen kompletten Amateursport- Stopp. Dass dieser so lange dauern würde – mindestens noch bis 7. März – hätte der TSV-Coach und mit ihm viele andere damals nicht gedacht.

Fitness und Auspowern im Fußball-Homeoffice

Der November und Dezember waren bei den Weißenburger Fußballern „sehr ruhig“, wie Markus Vierke rückblickend sagt. Im neuen Jahr komme jetzt aber „wieder Leben rein“. Mitte Januar ging es mit dem Onlinetraining los. Zweimal die Woche sind rund 20 Leute aus dem Kader der „Ersten“ dabei, wenn Kraft, Stabilisation und Fitness auf dem Programm stehen. Auspowern im Fußball- Homeoffice statt in der Halle oder draußen auf dem Platz. Dennoch begrüßt Markus Vierke die virtuellen Möglichkeiten: „Jeder freut sich, den anderen wieder vor Augen zu haben. Es ist wichtig den sozialen Kontakt zu haben und das ganze Gefüge aufrecht zu erhalten. Ich hoffe, dass wir die Zeit auch weiterhin gut überbrücken können.“ Das Laufen, das viele Spieler ohnehin schon parallel betreiben, soll ab März wieder regelmäßig auf dem Programm stehen. Gleichzeitig hofft der Coach, dass im Laufe des Monats eine Rückkehr auf den Platz möglich wird – notfalls unter Auflagen wie im vergangenen Sommer, als der Trainingsbetrieb nach dem ersten Lockdown zunächst in Kleingruppen und weitgehend kontaktfrei wieder hochgefahren wurde. Die ersten geplanten Testspiele (unter anderem gegen die U19 des 1. FC Nürnberg) sind bei den Weißenburgern bereits abgesagt. Bewusst hatte man möglichst viele Partien auf Kunstrasen vereinbart. Doch das ist momentan hinfällig. Abwarten heißt die Devise. Und möglichst fit sein, wenn der Tag X kommt. „Denn wer weiß, wie lange der Vorlauf dann sein wird“, sagt Vierke, der beruflich als Lehrer an der Weißenburger Mittelschule tätig ist und auch dort oft mit dem Thema Corona und seinen Folgen konfrontiert ist.

Grundsätzlich war ja für den März sowie für Anfang April der Ligapokal geplant – ein Co-Wettbewerb von dem sich die meisten inzwischen allerdings gedanklich schon verabschiedet haben. In der Bezirksliga sollte es am Wochenende 10./11. April mit dem ersten regulären Punktspieltag weitergehen. Auch hierfür dürfte es eng werden. Für den TSV 1860 steht derzeit am 11. April das Heimspiel gegen den TV Hilpoltstein auf dem Plan – just gegen jene Mannschaft, gegen die die Weißenburger am 29. September 2019 ihre bislang letzte Niederlage kassiert haben (0:1). Lang, lang ist’s her. Die auf zwei Jahre gestreckten Corona-Saison 2019/2020 zieht sich hin, soll aber im Frühjahr zu Ende gespielt werden. Der TSV 1860 hat noch sieben Begegnungen auf der Liste und hat gleichzeitig sieben Punkte Vorsprung. Die Chancen auf dieMeisterschaft und den Landesliga-Aufstieg stehen sehr gut. „Ich bin froh, dass es bei uns um etwas geht, dass wir ein besonderes Ziel vor Augen haben,“ sagt Trainer Vierke und weiß, dass es mit der Motivation für die Restsaison deutlich schwieriger wäre, wenn man auf dem siebten Platz der Tabelle stehen würde und weder Chancen nach oben, noch Sorgen nach unten hätte.

Selbst dem schlimmsten Fall, nämlich einem Abbruch, könnte der TSV 1860 relativ gelassen entgegen sehen. Aufgrund der Quotientenregelung, die dann zur Anwendung käme, wären die Weißenburger Meister und Aufsteiger. Lieber ist es ihnen aber, die Saison sportlich zum Abschluss zu bringen. Vierke: „Man freut sich einfach über Tore und Siege. Momentan wären wir aber prinzipiell schon mal froh, wenn es überhaupt wieder losgehen würde.“ Klar gewöhne man sich an die ruhigere Zeit, räumt der 39-jährige Trainer ein. Dennoch habe allen beim TSV 1860 der Hallenfußball sehr gefehlt. „Man gewöhnt sich ja an vieles, aber inzwischen würden wir wieder sehr gerne unserem Hobby nachgehen können. Wir freuen uns drauf und sind froh, wenn wieder Normalität einkehrt. Dann kommt automatisch auch der Fußball wieder“, sagt Markus Vierke und hat zuletzt gespürt, wie das Fußballfieber wieder mehr und mehr spürbar wird. Den Aufstieg in greifbarer Nähe hat der Coach auch festgestellt, „dass alle Jungs unbedingt am Ball bleiben wollen“. Der Kader hat sich in der langen Winterpause nicht verändert. Keine Abgänge, aber auch keine Neuzugänge. Einziges Manko sind die verletzungsbedingten Pausen von Patrick Weglöhner und Julian Camara, die in der laufenden Saison wohl nicht mehr zur Verfügung stehen.

Top-Torjäger Fabian Eberle ist natürlich ein Thema

In der nächsten Spielzeit sollen dann vor allem die Nachwuchsspieler des Jahrgangs 2002 aus der eigenen Jugend dazukommen. Und natürlich bemüht sich der TSV 1860 auch um Top-Torjäger Fabian Eberle, der in Weißenburg lebt und jüngst seinen Abschied vom Regionalligisten VfB Eichstätt zum Saisonende angekündigt. Auf ihn hält Markus Vierke große Stücke. „Fabian hat viel erreicht. Das wäre für uns natürlich eine gute Geschichte. Er wäre einer, der die jungen Spieler führen und weiterentwickeln könnte.“ Insofern hofft der TSV-1860-Trainer, dass sich ein gemeinsamer Weg finden lässt. Vierke macht aber auch deutlich, dass es darauf ankommt, „welche Perspektiven wir Fabian bieten können und dass es für ihn passen muss.“ Markus Vierke selbst hat schon zu Jahresbeginn 2020 für zwei weitere Jahre bis zum Sommer 2022 verlängert, gemeinsam mit seinem Co-Trainer Michael Seitz. Beim TSV 1860 Weißenburg ist es für den Coach eine „Wohlfühlsituation“ bei seinem Heimatverein. Ihm gefällt es mit dem Team und den Trainerkollegen. „Wir haben eine junge Mannschaft, wir können gemeinsam etwas entwickeln und wir sind ein eingeschworener Haufen“, unterstreicht der Weißenburger Trainer.

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