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SC Großschwarzenlohe: "So selbstbewusst wie nie zuvor"

Landesliga Nordost

Beim SC Großschwarzenlohe herrscht weiterhin mächtig Betrieb. Der Landesliga-Kader wird vielversprechend verstärkt, unter anderem konnte man Marco Deininger für sich gewinnen. Derweil soll der Fußball-Bereich unter dem neuen Abteilungsleiter Rainer Abraham weiter professionalisiert werden. Auch mit der zweiten Mannschaft hat der Verein viel vor.

"Der Verein ist verdammt attraktiv geworden": Dem SC Großschwarzenlohe gelingen immer mehr interessante Abschlüsse auf dem Transfermarkt.

 / © Salvatore Giurdanella

"Wir haben beim Umbau des Platzes kein Gold gefunden", sagt Trainer Reiner Großberger, der in gewohnter Manier die noch immer bescheidenen finanziellen Möglichkeiten seines Vereins betont. Dass der eine oder andere Beobachter sich angesichts der schnell voranschreitenden Entwicklungen aber verwundert die Augen reibt, können die Verantwortlichen des Vereins durchaus verstehen.

Der neue Abteilungsleiter Rainer Abraham, der sich in den vergangenen Jahren in Norwegen aufhielt, verfolgte den steilen Aufstieg des einstigen Kreisligisten schließlich selbst aus der Ferne. "Dieser Durchmarsch war schon beeindruckend", sagt er, will sich dabei aber nicht auf die rein sportliche Entwicklung beschränken. Der Bau der eigenen Tribüne sei "ein Riesending" und vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Ein Satz fasst seine Beobachtungen ganz gut zusammen: "Der Verein ist verdammt attraktiv geworden."

Nun sieht Abraham es als seine Aufgabe, den nächsten Schritt in der Professionalisierung zu gehen. Was er damit primär meint: man muss die Verantwortung auf mehr Schultern verteilen als in der Vergangenheit. Daher hat er nun ein achtköpfiges Team zusammengestellt, das ihm in verschiedenen Bereichen zur Seite steht. Er betont, dass man sich in Großschwarzenlohe nicht die Illusion mache, Landesliga-Fußball als "One-Man-Show" gestalten zu können.

Landesliga - in den Augen der Verantwortlichen um Trainer Großberger und seinem Kollegen Florian Bauer ist das noch immer etwas ganz Besonderes, wenn man die Herkunft des Vereins betrachtet. Doch die Neuzugänge lassen berechtigte Hoffnungen auf eine Etablierung der Mannschaft auf diesem Niveau aufkommen. Nach der Verpflichtung von Fabian Schäll, die vergangene Woche bekannt geworden war, gibt es drei weitere Verstärkungen, denen keinerlei Abgänge gegenüberstehen. Aus Hofstetten (Kreisliga) kommt mit Patrick Willemsen ein erst 19-jähriger Offensivspieler, der in seiner ersten Herren-Saison direkt 14-mal netzte. "Sein Potenzial wird besonders daran deutlich, dass er in der Jugend nicht auf ganz hohem Niveau gespielt hat", meint Trainer Bauer und erklärt: "Er wurde noch nie auf diesem Level gefordert, was ihn sicherlich enorm weiterbringen wird."

Alle Beteiligten wollen dabei nicht unerwähnt lassen, dass sich die Hofstettener vorbildlich verhalten und das "Miteinander des Amateursports" gelebt hätten, indem sie dem Spieler diese Chance bereitwillig ermöglicht haben.

In der Jugend beim FC Augsburg

Der zweite Neue ist wohl der prominenteste der drei: Marco Deininger, der in der Jugend nicht umsonst beim FC Augsburg kickte, kommt von Herrieden aus der Bezirksliga und bringt viel Qualität mit. Die Verbindung war zustande gekommen, da sich in der Vergangenheit die beruflichen Wege von Trainer Bauer und dem 20-Jährigen gekreuzt hatten.

Komplettiert wird das Trio durch Benjamin Güttler, der im Alter von 30 Jahren beschlossen hat, das gewohnte Terrain zu verlassen. Der Mann für die defensive Zentrale verbrachte seine gesamte bisherige Karriere in Rednitzhembach in der Kreisliga und probiert sich nun erstmals auf derartigem Niveau. Trainer Großberger jedenfalls ist "überzeugt" davon, dass er sich auch in der Landesliga behaupten wird.

Wenn nun aber keine nennenswerte Geldquelle entsprungen ist, wie kommt der SC an solche Spieler? "Die Leute glauben an unser Konzept und den Spirit, der im Team herrscht", sagt Bauer, dessen private Beziehungen zu dem einen oder anderen auch immer wieder geholfen haben dürften.

Heyn ersetzt Heyn

Die Weiterentwicklung des SCG, und das ist den Verantwortlichen sehr wichtig, soll dabei nicht länger auf die erste Mannschaft beschränkt bleiben. Man sei sich einig gewesen, dass der Unterbau dringend gestärkt werden müsse. Dafür sei dann auch ein externer Impuls nötig gewesen, weswegen man ein Trainer-Casting vornahm. Gleichzeitig blicken die Verantwortlichen aber dankbar auf die vergangene Zeit zurück, in der Benjamin Taft und Patrick Heyn gute Arbeit leisteten. Der neue Mann teilt mit seinem Vorgänger den Nachnamen Heyn und kommt vom TSV Altenfurt. Die Vision unter Daniel Heyn: "Die Zweite soll keine Bestrafung für die Erste mehr sein, sondern künftig soll die Erste eine Belohnung für die Zweite sein."

Um die Qualität des aktuellen Kreisklassisten anzuheben, hat es dann auch hier viele Gespräche und letztendlich auch Zugänge gegeben. Heyn bringt von seinem Ex-Verein Adrian Dorn und Jonas Ernstberger mit. Zudem kommen Mark Müller (VfL Nürnberg), Louis Pernagidis (Stein) und Ingo Höps, der vom Hammersbacher SV kommt und in der Kreisklasse Erlangen/Pegnitzgrund zu den besten Angreifern zählte. Der prominenteste Zugang der Zweitvertretung dürfte allerdings Christoph Schulz sein, der vom ASV Neumarkt aus der Landesliga kommt, aber zunächst mal in der Kreisklasse seine Qualität beweisen soll.

Trotz aller Corona-Lasten ist in Großschwarzenlohe ein Aufbruch zu spüren. Dabei kommt es nicht von ungefähr, wenn Florian Bauer davon spricht, in die kommende Saison "selbstbewusst wie nie" zu gehen. Und das ganz ohne Gold im Boden.

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