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ASV Neumarkt: Erleichterung nach einer denkwürdigen Saison

Landesliga Mitte

Der ASV Neumarkt ist nun auch offiziell Meister der Landesliga Mitte und hat damit den direkten Wiederaufstieg in die Bayernliga geschafft. Mit dem scheidenden Trainer Benedikt Thier blicken wir zurück auf eine Saison, die wacklig begann, dann eine unglaubliche Serie brachte und am Ende neben dem Titel auch eine Teamchemie entstehen ließ, die man so nicht oft erlebt.

Der ASV Neumarkt hat die Rückkehr in die Bayernliga geschafft.

 / © Sportfoto Zink

Als am Dienstag der Saisonabbruch und damit auch der Aufstieg des ASV Neumarkt offiziell wurde, schmeckte Benedikt Thier die Reiswaffel auf dem heimischen Sofa besonders gut. Was nach Askese klingt, war natürlich den pandemiebedingt partywidrigen Umständen geschuldet. Und dennoch überwiegt beim Meistertrainer die Freude. „Ich bin erleichtert und glücklich“, sagt der 33-Jährige, „weil der Ertrag der denkwürdigen und schwierigen Saison so positiv ist.“ Nach dem sang- und klanglosen Abstieg der Vorsaison habe er etwas gut machen wollen und kann seinen Posten nun guten Gewissens an Nachfolger Jürgen Schmid übergeben.

Dabei hatte die Landesliga-Saison alles andere als optimal begonnen. In den ersten sechs Partien hagelte es direkt vier Niederlagen und Thiers Stuhl wackelte bereits. Doch dann kam das Volksfest-Spiel gegen das Topteam aus Weiden – und damit der Umschwung. Das überraschende 4:1 brachte eine Welle ins Rollen, die im Prinzip bis zum Saisonabbruch nie vollständig abebbte. Sage und schreibe 21 Spiele in Folge ohne Niederlage brannten die Oberpfälzer auf den Rasen, auf den Sieg gegen Weiden folgten direkt vier weitere Dreier. Rückblickend sagt der Trainer, der studienbedingt das Amt niederlegen muss: „Was die Jungs in diesem Zeitraum abgeliefert haben, war der Hammer, gerade im mentalen Bereich.“ Er sei unheimlich stolz auf das Investment, das seine Truppe geleistet habe.

Wenn Thier nun vom Zusammenhalt der Mannschaft als Schlüssel spricht, könnte man das leicht in die Schublade Floskel schieben. Doch wenn man mit dem Urgestein spricht, schwappt ehrliche Begeisterung über. Thier, der auf immerhin bereits 16 Jahre Trainererfahrung zurückblicken kann, spricht davon, „einen solchen Zusammenhalt im Herrenbereich noch nie gesehen“ zu haben. „Es sind Freundschaften entstanden, die größer sind als ein Aufstieg.“

Dass ein solch eingeschworener Haufen gern auf dem Platz den Titel gefeiert hätte, erklärt sich von selbst. Zumal am letzten Spieltag ausgerechnet das Heimspiel gegen den Stadtrivalen BSC Woffenbach angestanden hätte. Auch Thier muss zugeben: „Ich habe mir am Dienstag schon vorgestellt, wie es wäre, durch einen Derbysieg vor über 1000 Mann aufzusteigen. Das wäre natürlich ein Traum gewesen.“ Immerhin einmal war die Stadt in den Genuss dieses Duells gekommen, als bereits im Hinspiel 1000 Zuschauer einen 3:0-Auswärtserfolg des ASV sahen.

Zurück zum Sportlichen, wo sich natürlich die Frage nach den Garanten einer derart erfolgreichen Serie stellt. Thier, der nicht vergisst zu betonen, dass sich das ganze Team völlig aufgeopfert habe, hebt dennoch einige Akteure heraus. Exemplarisch ist dabei wohl die Geschichte von Top-Torjäger Daniel Haubner. Der 22-Jährige war vor zwei Jahren noch in der defensiven Zentrale eingesetzt worden und erst von Thier umfunktioniert worden. Mit einer beeindruckenden Entwicklung und 17 Treffern belohnte er den Mut. Eine „bombastische Entwicklung“ bescheinigt der Trainer auch Philip Majewski, der in seiner ersten Herren-Saison direkt gesetzt war und unheimlich stabil agierte. Wichtig waren auch die beiden Kapitäne Jonas Marx und Leon Braun, die mit ihrer Erfahrung und sportlichen Klasse den Takt vorgaben und „auch mal dazwischengefunkt“ haben.

Am Ende standen 19 Siege bei nur jeweils fünf Niederlagen und Unentschieden zubuche, was in der Quotienten-Wertung locker genügte, um die Konkurrenz aus Weiden und Regensburg auf die Plätze zu verweisen. Thier sieht das Team für die kommende Bayernliga-Saison daher gut gerüstet. Er betont, fester Überzeugung zu sein, dass die Truppe dort schlagkräftig sein werde und sieht die Rückkehr von Christian Schrödl als große Verstärkung an. Wenn es nach den Spielern geht, wird zunächst noch die Aufstiegsparty mit einem Trip nach Mallorca nachgeholt. Dort wird es dann mutmaßlich nicht nur Reiswaffeln geben.

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