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Jürgen Schmid: "Sehe uns vom Potenzial her absolut konkurrenzfähig"

Bayernliga

Der ASV Neumarkt ist unter seinem neuen Cheftrainer Jürgen Schmid in die Vorbereitung auf die Bayernliga-Saison gestartet. Dabei müssen Kennenlernen und Formaufbau in kurzer Zeit gelingen.

Der neue Cheftrainer Jürgen Schmid (3. vli.) schreitet beim Training des ASV Neumarkt durch die Reihen seiner Spieler.

 / © NN

Die hinter dem Rücken verschränkten Arme könnten für die nächsten Wochen zum Markenzeichen von Jürgen Schmid werden. Der 39 Jahre alte Ex-Profi hatte es unter Pandemiebedingungen „nicht ganz einfach, sich ein Bild zu machen“ von seiner neuen Mannschaft. Seit der Wechsel vom Bezirksligisten TSV Greding zum ASV Neumarkt feststeht, konnte er schließlich keinerlei Praxiseindrücke von seinen Schützlingen sammeln. Nach einer einzigen kurzen Vorstellungsrunde unter freiem Himmel folgte am vergangenen Wochenende ein lockerer Aufgalopp mit Trainingsspiel, ehe am Montag die erste reguläre Einheit über die Bühne ging.

Dabei achtete Schmid umso konsequenter auf Details. Zunächst beobachtete er die Ausführung einer Passübung schweigend ein paar Minuten aus der Distanz, um dann in einer Unterbrechung seine Korrekturen zur Sprache zu bringen. Wichtiger noch als die Mahnung, ein gefordertes Tempodribbling auch in entsprechender Geschwindigkeit zu absolvieren, war dem Parsberger beim Antritt ohne Ball eine „spieloffene“ Seitwärts-Ausrichtung. „Wer sich frontal anbietet, weiß nicht was dahinter auf dem Feld passiert.“ Das könne man sich mit Blick auf die Gegner in der neuen Spielklasse nicht mehr leisten, erklärt Schmid, der die Bayernliga auf seinem Karriereweg in die 3. Liga noch auf gehobenerem Niveau der Spielzeit 2005/06 mit dem SC Feucht in Erinnerung hat.

Auf den üblichen Überraschungseffekt eines Aufsteigers, der mit Euphorie aus der Sommerpause kommt, „brauchen wir jedenfalls in der aktuellen Situation nicht zu setzen“. Doch die Einschränkungen der Corona-Zeit trafen alle gleich und lassen wenig Schlüsse auf das Leistungsvermögen der Mannschaften zu. Während sich das Transferkarussell vielerorts noch dreht, setzte der ASV, der sich im 21. Jahrhundert nie länger als drei Jahre in der Bayernliga behauptete, frühzeitig auf Kontinuität. Drei Neuzugänge aus der eigenen Jugend und Rückkehrer Christian Schrödl, auf den Schmid als zentralem Fixpunkt im Sturmzentrum große Stücke hält, dürften kaum Anlaufzeit benötigen. „Vom Potential her“, so der Übungsleiter über sein 23-köpfiges Aufgebot „sehe ich uns absolut konkurrenzfähig. Ohne eine bestimmte Tabellenplatzierung ausgeben zu wollen, ergibt sich der Klassenerhalt als logisches Ziel.“

Auch als Trainer-Novize auf Verbandsebene möchte Schmid einen aktiven Spielansatz verfolgen, wobei er ausdrücklich Wert auf taktische Flexibilität legt. Die konkrete Besetzung für das von ihm favorisierte 4-2-3-1-System mit Doppelsechs im zentralen Mittelfeld soll sich in den kommenden Wochen herauskristallisieren. „Ich vertraue natürlich auf die Einschätzungen der Verantwortlichen, aber es geht für alle bei Null los. Für die Bewertung der Einzelspieler wird es sicherlich etwas dauern“, betont Schmid, der inklusive der Testspiele ein anspruchsvolles Programm mit vier wöchentlichen Einheiten zusammengestellt hat. „Wir müssen schon zügig auf Touren kommen“, weiß Schmid.

Gleichzeitig gilt es die Belastung klug zu steuern. Dafür wurden jetzt vor dem Start bei einem Athletiktest individuelle Profile erhoben und soll zwischen Trainergespann und Spielern ein enger Austausch über den Stand körperlicher Beschwerden gepflegt werden. Mit seinen Assistenten Johannes Geitner und Fred Neumüller hat Schmid außerdem den Aufbau der Trainingsinhalte vorab abgesteckt. Die erste Bilanz: „Du merkst schon, dass die fußballspezifischen Automatismen fehlen. Allerdings stimmt mich das Engagement der Jungs positiv.“ Er selbst muss noch den einen oder anderen Namen verinnerlichen.

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