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Ligenmodelle: Verband und Vereine in der Findungsphase

Saison 2021/22

Die neue Spielzeit steht vor der Tür, aber nach welchem Modus soll gekickt werden? Die Vereine sind jetzt gefragt und stimmen ab. Bei der Landesliga wurden Fakten geschaffen, in Schwabach ist man darüber eher unzufrieden.

Wie geht es weiter? Auch die Bezirksliga-Vereine haben nun das Wort, welches Modell sie für die Spielzeit 2021/22 bevorzugen.

 / © Sportfoto Zink

Die Inzidenzwerte sinken weiter, die Europameisterschaft startet. Das weckt natürlich auch an der Basis Begehrlichkeiten. Der Wunsch nach Fußball mit Zuschauern ist derzeit so stark wie schon lange nicht mehr. Irgendwie verständlich nach der langen Zeit der Abstinenz. Aber wie viele Fans dürfen sein? Das ist eine Frage, die derzeit noch nicht zur vollsten Zufriedenheit beantwortet werden kann. Auch nicht von den Funktionären im Bezirk Mittelfranken. So konnte Dieter Habermann, der Vorsitzende des Bezirks Mittelfranken, keine für die Vereine zufriedenstellende Antwort geben: "In dieser Frage sind wir nicht die richtigen Ansprechpartner, die müsst ihr den Entscheidungsträgern in den Landratsämtern oder Ordnungsämtern stellen!"

In einem weiteren Punkt hat Dieter Habermann indes eine klare Meinung: "Bevor ihr euer erstes Vorbereitungsspiel plant, solltet ihr erst eine Reihe von Trainingseinheiten absolviert haben. Nach der langen Pause wegen Corona solltet ihr vorsichtig sein und es nicht gleich übertreiben. Auch aus versicherungstechnischen Gründen!"

Der Fahrplan im Bezirk Mittelfranken zur neuen Saison sieht nach dem Info-Abend vom Donnerstag, an dem sich übrigens phasenweise über 200 Teilnehmer beteiligten, weitere Online-Meetings vor. Zunächst am Samstag, 18 Uhr, können sich die 32 Vereine der Bezirksliga zum Spielmodus äußern. Weitere Online-Meetings sind geplant für die Vereine in den Kreisen Neumarkt/Jura (Montag, 14. Juni, 18 Uhr) und Nürnberg/Frankenhöhe (Mittwoch, 16. Juni). Für den Kreis Erlangen/Pegnitzgrund hat Kreisspielleiter Max Habermann am Mittwoch, 16. Juni, 19 Uhr, eine Präsenzsitzung im Sportheim der DJK Weingarts angesetzt.

Danach können die Vereine abstimmen, welche Spielform sie für ihre Mannschaft bevorzugen. Auf dem Abstimmungsbogen, den jeder Verein nur einmal abgeben darf, werde es zwei Fragen geben. Die erste will eine Antwort darauf, ob es eine Saison nach gewohntem Modus geben solle oder eine alternative Spielform. Die zweite Frage soll diese alternative Spielform dann näher bestimmen. Gewählt werden könne, so Jäger in seinen Ausführungen, unter drei vom BFV ausgearbeiteten Modellen. "Bis 16. Juni erwarte ich die Abstimmungsbögen zurück."

Denkbar, dass die Vereine keine Experimente wollen, sondern die bisherige Spielform mit Hin- und Rückspiel bevorzugen. Sollten sich die Bezirksliga-Vertreter aber auf eine alternative Spielform festlegen wollen, dann bevorzuge der Bezirksausschuss Modell 2, hieß es am Donnerstag. Das letzte Wort haben allerdings die Vereine.

Die drei Modelle:

Modell 1: Meisterschaft in einer einfachen Runde (nur im Hinspielmodus). In 15 Wochen wäre alles gelaufen, was bedeuten würde, dass bereits im Winter die Saison beendet wäre. Die Einfachrunde hätte auch den Nachteil, dass Heim- und Auswärtsspiele ungleich verteilt sind.

Modell 2: Aufteilung der 16 Mannschaften in zwei Gruppen zu je acht Teams im Hin- und Rückspiel-Modus und anschließende Meister- (jeweils die ersten Vier der Vorrunde) beziehungsweise Abstiegs-Qualifikationsrunde (mit den Teams, die sich nicht für die Meisterrunde qualifizieren).

Modell 3: Die Kombination aus den Modellen 1 und 2 sieht eine einfache Vorrunde mit Hinspielen gegen alle Gegner vor. Dann kommt es zu einer Meister-/Qualifikationsrunde, die im Hin- und Rückspiel ausgespielt wird. In der Folgerunde gelten dann die gleichen Regeln wie bei den Folgerunden von Modell 2.

Kreisspielleiter Markus Hutflesz glaubt eher nicht daran, dass sich im Kreis Neumarkt/Jura die Vereine mehrheitlich gegen das bisherige System mit Hin- und Rückspiel stellen könnten. In vielen Telefonaten habe er ein Meinungsbild erhalten. Dennoch: "Eine geheime Abstimmung kann auch für Überraschungen sorgen", sagt er. Im Kreis Neumarkt/Jura habe man bereits in den vergangenen Jahren durch die Reduzierung der Spielklassen (auf 14 Mannschaften) Strukturen geschaffen, die eine weitere Entzerrung des Spielbetriebs eigentlich nicht notwendig mache.

Landesliga Nordost alternativ

Während also auf Bezirksebene noch fleißig über das richtige Spielmodell diskutiert wird, ist auf Verbandsebene die Entscheidung gefallen. Rund anderthalb Wochen nach der Einteilung steht nun fest, dass es in den beiden Bayernliga-Gruppen keine weitere Aufteilung in kleinere Staffeln geben wird. Zwölf Vereine votierten in der Bayernliga Nord für das klassische, drei für das alternative Modell (bei zwei Enthaltungen). Auch im Süden ist das Ergebnis deutlich (13:5, eine Enthaltung).

Anders fiel das Votum hingegen in den fünf Landesligen aus. In zwei der fünf Staffeln sprach man sich für die alternative Variante aus. Acht Vereine in der Landesliga Nordost, wo auch das Trio SC 04 Schwabach, TSV Kornburg und SC Großschwarzenlohe sportlich zu Hause sein wird, votierten für das klassische Modell, zehn für das alternative – einer enthielt sich. "Die nächste Entscheidung gegen uns", bedauert Norbert Hammer vom SC 04 Schwabach, der klar für die bisherige Variante mit Hin- und Rückspiel votiert hat.

In der Landesliga Nordwest stimmten sogar 12:7 Klubs für das neue Modell. Damit gehen die Landesliga Mitte, Landesliga Südost und Landesliga Südwest kommende Saison herkömmlich an den Start, während im Norden Bayerns die beiden Staffeln noch einmal aufgeteilt werden.

Gestartet werden soll übrigens in Bayern- und Landesligen ab 24. Juli. Der Start für die Bezirksligen ist geplant für den 24. Juli. Am Wochenende, 31. Juli/1. August, soll es im Kreis Neumarkt/Jura wieder losgehen.

Die möglichen Gruppen der Landesliga Nordost:

Vorrunden-Gruppe A: FC Eintracht Münchberg, FC Vorwärts Röslau, SV Mitterteich, Kickers Selb, TSV Neudrossenfeld, SpVgg Jahn Forchheim, FSV Erlangen-Bruck, 1. FC Herzogenaurach, ASV Vach, FSV Stadeln

Vorrunden-Gruppe B: SC 04 Schwabach, TSV Buch, TSV Kornburg, SG Quelle Fürth, SV Schwaig, SC Großschwarzenlohe, BSC Woffenbach, Türkspor/Cagrispor Nürnberg, TSV 1860 Weißenburg.

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