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TSV Hemhofen
SV Moggast
15.
30.
45.
60.
75.
90.

Moggast brachte in 90 Minuten keinen einzigen Schuss aufs Tor. Nur in der 57. Minute einen weiten Freistoß von kurz vor der Mittellinie in den Strafraum. Da standen zwar keine Stürmer, aber zwei Verteidiger: Fabian Dollhäupl und Johannes Kießling. Spielertrainer Dollhäupl nahm später den Anschlusstreffer auf seine Kappe: „Ich meinte, ich hätte etwas gehört und habe dann zurückgezogen. Ich hätte besser den Ball einfach weggeköpft.“ Denn so war Kießling offenbar irritiert, hielt den Fuß hin – und von da kullerte der Ball ins eigene Netz. Und nach dem 2:1 blieb es zwar theoretisch spannend, aber bis zum Schluss kam wenig vom vorherigen Tabellenzweiten, der erst in den letzten zehn Minuten, als Hemhofen sich sehr zurückzog, so etwas wie ein optisches Übergewicht hatte. Zur Entschuldigung sei gesagt, dass Torjäger Julian Striegel (17 Treffer) fehlte und sich auch Spielertrainer Michael Ulrich mit Rückenproblemen durchschlagen musste. Zwischen beiden Teams gibt es zahlreiche Parallelen: Beide sind in der vergangenen Saison aus der Kreisliga abgestiegen (die einen aus Gruppe 1, die anderen aus Gruppe 2), beide setzen seitdem auf ein Spielertrainerduo, wobei sogar die Aufgabenverteilung nahezu identisch ist: Bei Hemhofen sortiert Dollhäupl die Defensive und Simon Erhardt ist vorne der Torgarant (vor dem Spiel am Sonntag führte er mit 19 Treffern die Scorerliste an). Bei Moggast ist Matthias Oßmann der Abwehrchef und Ulrich die Sturmspitze. Ein winzigkleiner Unterschied: Vor dem direkten Duell hatten die Männer aus der Fränkischen Schweiz zwei Punkte Vorsprung in der Tabelle und lagen auf Platz zwei. Dieses Polster schien das Team aber nicht zu beruhigen. Denn während die Hausherren von Anfang an bissig zu Werke gingen, schienen die Moggaster den Kampf zunächst nicht anzunehmen. So gehörten die ersten Chancen in der zerfahrenen Partie, die vor allem mit verbalen Zweikämpfen als Höhepunkten aufwartete, den Hemhofenern. Die hatten aber auch lange nicht das Schießpulver erfunden. In der 11. Minute wurde Felix Mienerts Schuss aus gut zehn Metren noch von SV-Keeper Maximilian Renken, danach schossen Falco Fischer und Florian Schleicher nach aussichtsreichen Kontern viel zu schwach. Nach einer halben Stunde war ausgerechnet Renken der Ausgangspunkt der TSV-Führung: Sein unplatzierter und überhasteter Pass wurde von den Gastgebern abgefangen, der Ball landete bei Erhardt, der noch einen Verteidiger aussteigen ließ und cool aus 16 Metern zum 1:0 einschob. Moggast hatte auch danach keine Antwort, die einzige Spitze Ulrich fand keinerlei Unterstützung. Kein Wunder, dass ein Freistoß von ihm aus gut 30 Metern, der einige Meter am Lattenkreuz vorbei flog, kurz vor dem Pausenpfiff die erste Annäherung der Gäste ans heimische Tor bedeutete. Zur Pause stellten Oßmann/Ulrich um, doch was immer man auch vor hatte: Die Hemhofener zogen ihren Gästen schnell den Zahn. Denn keine keine Zeigerumdrehung nach dem Seitenwechsel war wieder Erhardt zur Stelle, der nach einem klugen Pass von Mienert, der die unsortierte Moggaster Hintermannschaft aushebelte. Nun hatte der bisherige Tabellendritte endgültig Oberwasser – und auch das schräge Eigentor bremste dessen Elan nicht, nur vergab Erhardt nun noch zwei Großchancen, sonst wäre die Partie endgültig entschieden gewesen. Spielertrainer Dollhäupl, der Moggast trotz dieses Auftritts bescheinigte „dank der herausragenden Arbeit von Michael Ulrich die beste Mannschaft der Liga“ zu sein, war absolut angetan von seiner Truppe: „Wir haben alle entscheidenden Akteure von Moggast aus dem Spiel genommen, das war herausragend. Aber die Saison ist noch lang, schon nächste Woche wartet in Weilersbach wieder eine ganz schwere Aufgabe.“ Auch Dollhäupls Gegenüber Ulrich verwies darauf, dass noch längst nichts entschieden sei. Aber diesmal habe seine Mannschaft die Personalsorgen nicht kompensieren können und auf Dauer zu große Lücken zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen gehabt. So gehe der „Big Point“ verdientermaßen an den TSV Hemhofen. Holger Peter