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FC Vorwärts Röslau
1. FC Herzogenaurach
15.
30.
45.
60.
75.
90.

Als Neuling in der Landesliga erlebt der FC Herzogenaurach derzeit noch die „Zum ersten Mal“-Phase. Zum ersten Mal einen Punkt geholt, zum ersten Mal ein Tor geschossen, zum ersten Mal einen Sieg errungen. Am Samstagnachmittag stand die nächste Premiere an. Zum ersten Mal wurde eine Landesliga-Partie des FCH auf dem Internetportal sporttotal.tv live in die Welt hinaus gesendet. Doch die Vorstellung der Pumas war alles andere als fernsehreif. Die erste große Überraschung wartet bereits wenige Minuten vor Spielbeginn, als der Stadionsprecher des FC Vorwärts Röslau die Aufstellungen verliest. Gleich zu Beginn nennt er einen Namen, der im Zusammenhang mit dem FC Herzogenaurach länger nicht mehr zu hören gewesen war: David Reklin. Der Mann, der in der Contala-Ära einst regelmäßig die Links- und Innenverteidigerposition begleitet hatte, trägt bei der ersten Landesligapartie seiner Karriere plötzlich Torwarthandschuhe. Anruf beim Sportlichen Leiter Rudi Litz, als das Spiel schon vorbei und die Niederlage längst besiegelt ist. Was ist da los, auf der Torhüterposition des FCH? Die Erklärung ist ganz einfach: Ein Teil der Stammtorhüter fehlt derzeit verletzungsbedingt. „Alle anderen konnten aus persönlichen Gründen nicht nach Röslau kommen“, sagt Litz. Also reaktivierte man Reklin, der aus seiner Jugendzeit Keeper-Erfahrung mitbringt. „Er hat seine Sache ordentlich gemacht“, sagt Litz. „Wegen ihm haben wir nicht verloren.“ In der ersten Hälfte trifft das Prädikat „Ordentlich“ noch auf beide Teams zu. Sie brennen jedenfalls kein Feuerwerk ab, mal spielt Röslau einige Minuten leicht überlegen, dann sind es wieder die Pumas. Der Spielfluss fehlt, die wenigen Schüsse können von sich selbst heraus keine Gefahr entwickeln. Eric Stübings Schuss in der 21. Minute entschärft Röslaus Keeper Sebastian Blechschmidt genauso wie Jochen Staniszewskis Freistoß zwölf Minuten später. Ansonsten tritt die FCH-Innenverteidigung aus Dominik Burkhardt und Jakob Karches wie schon gegen Lichtenfels recht dominant auf und entschärft viele der gegnerischen Angriffe rechtzeitig. Eigentlich ein typisches 0:0-Spiel, denkt man zur Halbzeit. Eigentlich. Dann kommt die 61. Minute. Und der FCH ist nicht mehr wiederzuerkennen. Über das 0:1 kann man vielleicht noch den Mantel der „unglücklichen Verkettung mehrerer Fehler“ legen. Slapstick in Reinform. Staniszewski spielt einen Pass zu kurz, Burkhardt kommt zu spät entgegen, Tobias Benker profitiert, tänzelt Karches aus, passt ins Zentrum auf Ertac Tonka, Keeper Reklin stürmt hinaus, rutscht etwas weg, Tonka zieht ab, William Rahe und Karches wollen beide auf der Linie retten, was noch zu retten ist, doch Ersterer schiebt den Ball gegen Zweiteren und damit von dessen Bein ins Netz. Nur ein unglücklicher Ausrutscher? Nein, denn auch in der Folge bleiben die Pumas blass. Nur drei Minuten nach dem Rückstand ist es erneut Tonka, der eine Flanke zum 2:0 verwerten kann. Auch der kurzzeitige FCH-Anschlusstreffer sorgt diesmal nicht für die späte Erweckung. Stübing verwandelt zwar seinen Elfmeter, aber schon kurz darauf steht die Niederlage endgültig fest. Als die FCH-Abwehr sechs Minuten vor dem Schlusspfiff weit aufgerückt ist, lauert sich Tonka zum dritten Mal im richtigen Raum zur richtigen Zeit. Ein Hattrick. Beim Gegner: Sprachlosigkeit. Nach zwei Siegen in Folge, muss der FCH also wieder einen kleinen Rückschlag auf seiner Landesliga-Mission hinnehmen. Am Ende hapert es allerdings nicht nur an den defensiven Fehlern der zweiten Hälfte, sondern auch an der fehlenden Unterstützung der Offensive im ersten Durchgang. Auch das dürfte Teil des Lernprozesses sein, den der Aufsteiger in der neuen Liga zwangsläufig durchlaufen muss. Womit wir wieder bei der Internetübertragung wären. Denn Videomaterial, um den Lerneffekt zu beschleunigen, gibt es seit Samstagnachmittag jedenfalls genug. OLIVER KOPRIVNJAK