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ASV Neumarkt
TSV Großbardorf
15.
30.
45.
60.
75.
90.

Der ASV Neumarkt hat unter seinem neuen Trainer-Trio Christ/Thier/Kamm einen Punktgewinn zum Saisonauftakt gegen den leicht favorisierten TSV Großbardorf eingefahren. In einem sehr interessanten Spiel gehörte jeder Mannschaft eine Halbzeit, womit sich die Teams am Ende relativ leistungsgerecht mit 1:1 trennten. Dabei hätte der Auftakt in die Partie perfekt ausfallen können, da der ASV vom Anstoß weg gleich die erste gefährliche Szene mit anschließendem Eckball initiierte. Goalgetter Christian Schrödl hätte in der 5. Spielminute seine Farben in Führung bringen können: Neuzugang Sebastian Semmler stieß in den Strafraum der Gäste vor und bediente den durchstartenden Schrödl, der schon so gut wie am Keeper Schneider vorbei war, der aber mit einem langen Arm dem Stürmer den Ball vom Fuß spitzelte. Im Anschluss behielt zwar die Heimelf die Spielkontrolle, doch die besseren Chancen hatten die Gäste. Bis zur 25. Minute musste der neue Stammkeeper Max Haid drei Mal in höchster Not eingreifen. Bei der dritten Aktion flog der junge Torhüter quer durch den Strafraum und lenkte den Ball so um den Pfosten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff flankte Schrödl noch zwei vielversprechende Freistöße in den Strafraum, die jedoch nicht mehr zum Torerfolg führten. Im zweiten Durchgang machte der ASV mit der sicheren Spielkontrolle weiter, versuchte, einen ruhigen Aufbau zu forcieren und dann in die sich bietenden Räume zu stoßen. Dies gelang dann auch deutlich besser als im ersten. Vor allem Jonas Grunner, der auf der ungewohnten Rolle als Sechser gut die Bälle forderte, hielt und auch verteilte, machte einen sehr seriösen Eindruck. Auch Neuzugang Iatrou zeigte sehr viel Präsenz und versuchte immer wieder das Spiel an sich zu reißen. In der 55. Minute spielte sich der ASV mit dem schönsten Spielzug der Partie in den Strafraum der Gäste, über mehrere Stationen direkt und mit Zug. Mjaki erhielt den Ball auf Rechtsaußen, seine Direktabnahme in die Mitte verursachte höchste Alarmstufe bei den Grabfeld-Galliern. Doch letzten Endes konnte der ebenfalls immer agile Haubner seinen Torversuch nur mit zu wenig Druck abgeben. Auch in der Defensive stand die neue Innenverteidigung Stephan/Moratz – letzterer bestritt seine allererste Begegnung im Herrenbereich und agierte dafür sehr routiniert und abgeklärt – sehr sicher, nach einer Stunde konnte man eine gefährliche Flanke und die anschließenden Torchance im Verbund abblocken. Kurz darauf legte Schrödl eine Ecke kurz auf Grunner ab, der nur haarscharf über den Kasten zielte. Dann der Aufreger schlechthin: Mjaki drang in den Strafraum der Gäste ein, stahl sich an zwei Verteidigern vorbei und vom letzten Gegenspieler wurde er von hinten weggecheckt. Doch zur Verwunderung aller blieb die Pfeife von Schiedsrichter Treiber stumm. Die Gäste wurden daraufhin wieder aktiver, nach 68 Minuten rettete Rechtsverteidiger Flo Hausner mit einem langen Bein. In der 75. Spielminute war es dann aber geschehen: Wie aus dem Nichts wurde Schönwiesner steil geschickt, legte von der Grundlinie zurück auf den anrauschenden Dietz, der aus acht Metern keine Probleme hatte, ins Eck einzuschieben. Coach Marco Christ trieb seine Mannen aber gleich wieder an und die zeigten auch eine Reaktion. Es dauerte aber bis zur 85. Minute, bis der ASV wieder gefährlich vor den Kasten der Gäste kam. Eine Flanke von Außen wollte ein Großbardorfer mit der Brust annehmen, bekam den Ball aber ganz klar an den Arm, doch blieb die Pfiff des Unparteiischen wieder aus. Selbst die Gäste schienen kurz unsortiert aufgrund der überraschenden Entscheidung, so dass sie einen Eckball fabrizierten. Ausgleichende Gerechtigkeit: Christian Schrödl zirkelte die Ecke zentimetergenau auf den Schädel von "Kopfballmonster" Philipp Stephan, der den Ball ins lange Eck wuchtete. Riesenjubel auf und neben dem Platz und auf der Tribüne machte sich breit ob des verdienten Ausgleichs, den der ASV in den letzten Minuten routiniert nach Hause brachte. Auch der absolut faire Grabfeld-Trainer André Betz sprach den Gastgebern sein Kompliment aus, würdigte die starke Leistung dieser jungen Mannschaft. Marco Christ ließ sich auf der abschließenden Pressekonferenz dennoch keine große Euphorie entlocken, wenngleich er seinem Stolz Ausdruck verlieh. Noch höher zu bewerten ist der Punktgewinn bei der Betrachtung, dass mit Armin Bindner und Bernhard Neumayer sowie Dominik Ammon wichtige Kräfte aus der letzten Saison fehlten und Ferdinand Buchner nur gut 15 Minuten mitwirken konnte. Das versprüht Zuversicht für eine interessante Saison in der "Heimat", der Bayernliga Nord. Schon am Mittwoch geht es weiter, dann fährt der ASV zu Don Bosco Bamberg. Christian Konrad