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Pöllet: "Futsal war Liebe auf den zweiten Blick"

Der TSV Wolfstein erfüllt sich seinen Titeltraum

Noch am Sonntagnachmittag konnte es Dominik Pöllet nicht so richtig fas­sen: „Absoluter Wahnsinn, was ges­tern passiert ist“, tippt der spielende Coach des neuen Hallenkreismeisters TSV Wolfstein in sein Handy. 18 Stun­den zuvor hatten Pöllet und seine Man­nen in Hilpoltstein den lange gehegten Titeltraum erfüllt: „Die Jungs und der Verein haben es mehr als verdient.“ Am Tag danach haben die Neumarkter Nachrichten dem Trainer gemeinsam mit Fußball-Abteilungslei­ter Stefan Lettenbauer zum großen Erfolg gratuliert.

Dominik Pöllet (links) und seine Mannschaft gewannen am Samstag die Hallenkreismeisterschaft.

 / © Salvatore Giurdanella

Glückwunsch an euch „Siedler“. Zugegeben, das Halbfinale habe ich euch zugetraut, aber gleich den Kreis­meistertitel? Obwohl der TSV in den letzten Jahren immer als Geheimfavo­rit gehandelt wurde, war das doch eine Hammer-Überraschung. Kann mir vorstellen, dass es da am späten Abend im Sportheim noch hoch her ging.

Stefan Lettenbauer: Versteht sich von selbst. Wir haben mit unserem Anhang und der gesamten Herren­mannschaft bis 4 Uhr gefeiert. Unsere Damenabteilung war dabei, die Jugendspieler mit Eltern, unsere Wir­te haben uns toll empfangen mit rot­weißen Luftballons, TSV-Fahne, Schals und so weiter. Wir haben erst gemeinsam schön zu Abend gegessen und anschließend bei Musik und alko­holischen Getränken den Abend genossen.

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Es ging ja nicht einmal gut los in Hil­poltstein. Wie war das Gefühl, die Stimmung im Team, nach dem ver­bockten Heideck-Spiel?

Dominik Pöllet: Wir sind dennoch ruhig geblieben und haben das Spiel gemeinsam kurz besprochen. Das Ergebnis war sehr schlecht, aber wir haben uns selbst um den Lohn gebracht. Vielleicht hat es aber genau so einen Warnschuss gebraucht, um richtig durchzustarten. Heideck und der FC Neumarkt Süd waren die einzi­gen, die uns in der Hallensaison geschlagen haben.

Es ist schon ein bisschen kurios: Der spätere Kreismeister verliert in der Vorrunde gegen den B-Klassisten FC Süd. Wieso lief es dann gegen die stärkeren Mannschaften besser?

Pöllet: Wir haben uns in den letzten Jahren beim Futsal einen gewissen Respekt verschafft. Die Teams geben gegen uns immer alles. Der Umgang mit dieser Situation ist nicht leicht und er muss gelernt sein.

Lettenbauer: Vor allem in der ers­ten Runde möchte vor heimischer Kulisse in der Halle West jeder den TSV schlagen und die Nachbarvereine zerreißen sich. Außerdem sind in der Halle die Unterschiede bei „vier gegen vier“ auf dem Feld dann ein­fach nicht so groß.

Apropos Futsal: Warum liegt die gerade im Neumarkter Raum eher ver­hasste Hallenfußballvariante dem TSV eigentlich?

Lettenbauer: Nach der Umstellung zum Futsal vor fünf Jahren wurde bei uns auch im Verein auch darüber dis­kutiert. Wir haben sogar an der ersten Futsal-Hallenkreismeisterschaft nicht teilgenommen. Wir hatten nie was gegen Futsal an sich, nur hat es uns nicht gefallen, dass es von oben so einfach entschieden wurde. Damit waren wir nicht einverstanden.

Pöllet: Wir in Wolfstein sind aber total fußballverrückt. Wir haben uns dann mit dem Futsal auseinanderge­setzt, und als sich dann schnell Erfol­ge einstellten – bei der ersten Teilnah­me haben wir gleich die Endrunde erreicht –, war es so etwas wie Liebe auf den zweiten Blick.

Trainiert ihr das speziell, mit einstu­dierten Spielzügen und Laufwegen?

Pöllet: Explizite Spielzüge haben wir nicht, aber unser taktisches Ver­halten besprechen wir schon: wie wann wer wo verschieben muss. Wir versuchen grundsätzlich, im Rahmen unserer Möglichkeiten so professio­nell zu arbeiten wie möglich.

Ein Ausblick aufs Bezirksfinale: Wie ambitioniert geht ihr rein? In der Gruppenphase trifft ihr auf die Bay­ern Kickers und Türkspor Nürnberg.

Pöllet: Beides sind bekannte Futsal-Truppen in Mittelfranken. Baki spielt sogar in der Futsal-Regionalliga und Türkspor nimmt auch an Futsalmeis­terschaften teil. Wir sind in erster Linie überglücklich, überhaupt an der Bezirksmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Das gab es hier, glaube ich, noch nie. Wir fahren da aber auch nicht hin, um große Augen zu machen und den anderen zuzuschauen.

Lettenbauer: Wir möchten von den erfahreneren Teams möglichst viel ler­nen. Egal was da passiert, wir sind jetzt schon die Gewinner.

Noch etwas, was euch auf dem Her­zen liegt?

Lettenbauer: Wir möchten uns noch bei unserem Anhang bedanken, die teilweise mit uns in der Früh gemein­sam gefrühstückt und bis in die Nacht mit uns gefeiert haben. Das war ein einmaliger und historischer Abend für den TSV.

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