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SG Allersberg: Gleichung mit zwei Unbekannten mit vereinten Kräften gelöst

Vorschau Kreisklasse Ost 8. Spieltag

Es ist kein Einzelfall, dass Simon Lechner darauf angesprochen wird, wie es um den Allersberger Fußball steht. Lechner ist spielender Fußballabteilungsleiter bei der im Sommer gegründeten SG Allersberg, einem Zusammenschluss von DJK und Eintracht.

Seit dem Zusammenschluss läuft‘s in Allersberg. Allerdings ist es kein Erfolgsrezept, sondern ein Fake, dass die Spieler mit einer Mischung aus Fingerwischen und Rauchzeichen auf dem Feld kommunizieren.

 / © Götz

„Ich kann es nur immer wiederholen, dass es die beste Entscheidung damals war, dass wir in dieser Form Fußball spielen. Es läuft gut, wir können uns auf keinen Fall beschweren“, gibt Lechner als Antwort. Als die Formalitäten beim BFV erledigt waren, wusste auch Lechner nicht, ob sich alles so entwickeln würde, wie man es sich vorgestellt hat. Die Frage stand im Raum: Wohin geht die Reise nun?

Hinzu kam, dass die neue SG auch noch der KK Ost zugeordnet wurde. Das ergab eine Gleichung mit zwei Unbekannten. Sie zu lösen war nicht einfach, doch mit vereinten Kräften gelang es, dass sich der Verein sportlich gut entwickele, und bisher von sieben Partien nur eine verlor. „Im Großen und Ganzen ist das schon in Ordnung“, sagt der 28-Jährige, der bei der Bilanzierung kurz innehält. „Die zwei Remis gegen weiter hinten platzierte Teams haben mich schon gewurmt. Bei der zweiten Mannschaft des FC Holzheim haben wir 3:1 geführt, der Schiri hat acht Minuten nachspielen lassen und wir haben noch zwei Buden kassiert. Zu Hause gegen Postbauer haben wir faktisch in der letzten Sekunde das 1:1 erzielt. Das sind vier Punkte und das ist schon bitter.“

Acht von zehn Punkten haben die Allersberger in der Fremde geholt, zuhause folglich nur zwei. Eine Erklärung kann Lechner dafür nicht abgeben. „Letzte Saison waren wir zuhause besser, da sollten wir heuer schon nachlegen“, so Lechner. Das wollte man schon gegen den FC Altdorf zuletzt, doch ein halbes Eigentor durchkreuzte die Pläne.

Trainiert wird die Mannschaft nur noch von André Ulrich, Karl Schrenk, seit 2012 im Verein, steht wegen seines Polzeiberufes lediglich noch als Spieler zur Verfügung. Mit Ausnahme gegen Altdorf gelang der SG mindestens ein Treffer, es könnten jedoch nach Einschätzung von Lechner durchaus mehr sein. Bester Torschütze ist Manuel Wenzl mit 21 Jahren, der seit 2014 45 Tore erzielte. „Schön langsam findet er seine alte Form und wird ein richtiger Goalgetter. Auch von Tarkan Aydogan erhoffen wir noch einiges.“

Zündende Idee

Nun erwartet man vor den Fans aus beiden Allersberger Lagern den SV Höhenberg, der den zweiten Rang einnimmt. „Ich kenne die Mannschaft überhaupt nicht, wir lassen alles einfach auf uns zukommen, so wie immer“, so Lechner, der Ende der Saison die Mannschaft auf Rang fünf sehen möchte, eine bessere Platzierung wäre bei der Ausgeglichenheit der Liga eine willkommene Zugabe.

Wer die Kreisklasse Ost in den letzten Jahren beobachtet hat, der wird feststellen, dass seit der vorigen Saison ein Verein sehr weit vorn platziert ist, dem dies ansonsten verwehrt war. Seit ein 31-Jähriger dort als Übungsleiter das Sagen hat, ist beim SV Höhenberg nichts mehr wie es war. Als Vorstandsmitglied Christian Pröbster die Idee hatte, Daniel Tempcke als Spielertrainer zu verpflichten, war dies eine zündende. Viele trauten beim Anblick der Abschlusstabelle 17/18 ihren eigenen Augen nicht, denn die Höhenberger nahmen Platz zwei ein, vier Punkte hinter dem Meister SV Lauterhofen, dem sie in dieser Spielzeit 0:3 und 0:1 unterlegen waren.

Vier Jahre war Tempcke vorher Spieler beim Henger SV, kannte jeden Grashalm, jeden Fan, und ausgerechnet dort ging es gegen den TSV Winkelhaid vor 650 Zuschauern am 17. Juni in die Aufstiegsrelegation der Kreisliga Nord. Bereits um 14.11 Uhr, also in der elften Minute, zerstörte Christoph Weghorn alle Pläne der Höhenberger, die um alles in der Welt ein frühes Gegentor vermeiden wollten. Als drei Minuten nach Wiederanpfiff Wolfgang Beck auf 2:0 erhöhte, konnte Höhenberg nichts mehr retten — 0:3 war der Endstand.

„Es war für mich doppelt bitter, weil ich wegen eines Muskelfaserrisses nicht spielen konnte“, sagt Tempcke. Etwas über drei Monate später steht der staatlich geprüfte Elektrotechniker mit seiner Truppe wieder auf Platz zwei und auch zwei Pleiten musste er hinnehmen: „Beim 2:3 zu Hause gegen Reichertshofen waren wir schlicht und ergreifend überrascht, weil der Gegner vorher zwei Mal verloren hatte. Beim TSV Feucht war das 0:4 eigentlich vermeidbar, die Duelle mit den 04ern hatten immer schon Brisanz.“

Tempcke schickt ein Team mit Erfahrung in den Wettbewerb, aber auch der Nachwuchs wie Leon Niese und vor allem Torwart Dominik Forster haben den Sprung in die Vollmannschaft geschafft. Letzterer hat als 18-Jähriger alle sieben Spiele bestritten. Freilich könnte sich seine Elf noch verbessern, wenn sie beispielsweise die Torausbeute steigern würde, dem 1:0 gleich das 2:0 folgen lassen. Obwohl Tempcke die Allersberger aus Henger Zeiten kennt, werde er sie nicht unterschätzen. Bei einem Sieg winkt die Tabellenspitze, wenn sich im Spiel Berg gegen Altdorf die Kontrahenten mit einem Remis trennen.

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