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SG Pfofeld: Als Einheit zurück in die Kreisklasse

A-Klasse West

Im zweiten Jahr ihres Bestehens hat die Spielgemeinschaft der beiden Fußballmannschaften des TSV Pfofeld und des SV Theilenhofen ihr Meisterstück abgeliefert: Zum Ende hin sehr souverän hat sich die SG den Titel in der A-Klasse Neumarkt/Jura West und damit die Rückkehr in die Kreisklasse gesichert. "Wir haben es geschafft, eine Einheit zu werden", sagt Trainer Andreas Heid und beschreibt damit die Basis des Erfolgs.

Da spritzte der Sekt: Mit einem 4:0-Sieg beim SV Lellenfeld sicherte sich die SG Pfofeld/Theilenhofen am vorletzten Spieltag den Titel in der A-Klasse Neumarkt/Jura West und damit den direkten Aufstieg in die Kreisklasse. 

 / © Micha Schneider

Nach der Spielzeit 2016/17 hatten sich der eben erst aus der Kreisklasse abgestiegene TSV Pfofeld und der zu diesem Zeitpunkt in der A-Klasse spielende SV Theilenhofen – den der Abstieg zwei Jahre zuvor ereilt hatte – zur Spielgemeinschaft zusammengeschlossen. Zur Saison 2017/18 startete die zunächst von Christian und Mathias Späth trainierte SG als Aufstiegsfavorit, konnte diese Erwartungen aber nicht erfüllen und landete am Ende auf Platz fünf. Zum Ende dieser Runde wurde bekannt, dass Andreas Heid die Mannschaft zur neuen Saison übernehmen wird.

Und der auch in der Vorstandschaft seines Heimatvereins TSV Pfofeld tätige Ex-Trainer des Bayernligisten SpVgg Ansbach und ehemals höherklassig aktive Ex-Torhüter (u. a. TSV 1860 München) analysierte damals im Gespräch mit dem Altmühl-Boten: "Wir werden zur neuen Saison etwas ändern müssen." Denn eines steht bei Heid über allem: die mannschaftliche Geschlossenheit. "Darum geht es im Fußball immer, egal ob in der Bayernliga oder in der A-Klasse", sagte Heid im Mai 2018.

Um aus zwei Vereinen eine Mannschaft werden zu lassen, setzten Heid und sein Co-Trainer Timo Früh (Heid: "eine perfekte Zusammenarbeit") in der Sommervorbereitung 2018 unter anderem ein Trainingslager an, für einige Tage ging es in die Fränkische Schweiz. "Das hat viel gebracht, alle haben sich näher kennengelernt, auch bei einem gemeinsamen Besuch des Annafests in Forchheim. Das werden wir diesen Sommer wiederholen."

Anders als andere Trainer

Dennoch verlief der Saisonstart 2018/19 dann etwas holprig, es habe gedauert, ehe alle Beteiligten verstanden haben, was der neue Trainer denn überhaupt will, wie Heid rückblickend sagt. Konkret, das von ihm geforderte laufintensive Spiel auf den Platz zu bringen, aber auch abseits des Spielfelds. "Ich bin da vielleicht anders als andere Trainer in diesen Spielklassen. Aber ich lege nun mal Wert auf gewisse Dinge", sagt der 51-Jährige. Ein einheitliches Auftreten, Pünktlichkeit, ein gemeinsamer Kaffee vor dem Spiel, das Einbeziehen der zweiten Mannschaft – Eckpunkte, die auch im Zusammenspiel zwischen beiden Vereinen laut Heid im Lauf der Runde immer besser geklappt hätten.

Und die Mannschaft um die beiden Spielführer Hannes Grochow und den schnell integrierten Neuzugang Sebastian Minnameier legte auf dem Platz nach, vor allem in der zweiten Saisonhälfte. Nach der Winterpause dominierte die SG in beeindruckender Manier. Zwei Partien misst Andreas Heid dabei besondere Bedeutung bei: Mitte April musste sich der spätere Meister beim späteren Absteiger TSV Mühlstetten mit einem 3:3 begnügen (das einzige Unentschieden 2019 bei neun Siegen). "Danach haben sich alle am Riemen gerissen", sagt Heid heute.

Wenig später folgte das Schlüsselspiel gegen den SC Stirn, gegen den Pfofeld/Theilenhofen im Hinspiel die einzige Niederlage der Runde kassiert hatte. Vor über 200 Zuschauern gewann die SG mit 2:0 und hatte fortan alles in der eigenen Hand. Und sie spielte ihre Trümpfe aus, mit einem 4:0-Erfolg in Lellenfeld war am vorletzten Spieltag die Meisterschaft perfekt. "Stirn war ein extrem starker Gegner, ich habe mir auch das Relegationsspiel gegen Schwabach angeschaut (3:0 in Spalt für den SC 04 II, d.Red.), schade, dass sie nicht aufgestiegen sind", sagt SG-Coach Heid.

Neuzugang aus Gunzenhausen

Relativ unverändert wird die SG die neue Runde in der Kreisklasse angehen, mit Torwart Lukas Dressler (Gnotzheim) und Tobias Goppelt (Absberg) stehen zwei Abgänge fest. Dafür kommt mit Jan Brandt von der SG Gunzenhausen/Unterwurmbach der laut Andreas Heid "stärkste Torhüter der A-Klasse" nach Pfofeld und Theilenhofen. Florian Rachinger steht weiterhin zur Verfügung, weshalb eine Prämisse des Ex-Torhüters Heid erfüllt ist: "Ein guter Torwart ist die Basis einer Mannschaft." In der abgelaufenen Runde musste die SG – zusammen mit dem SC Stirn – mit 20 Gegentoren die wenigsten der Liga hinnehmen.

Herausragend war allerdings die Offensive, was sich in 105 Toren in 26 Spielen niederschlägt. Und in der Torjägerliste: Drei der ersten vier Plätze werden von Spielern aus Pfofeld und Theilenhofen belegt, lediglich Stirns unverwüstlicher Harry Schuster (21 Tore) auf Platz zwei konnte mithalten. Mehr erzielte Leonard Goppelt (29), auf den Rängen drei und vier folgen Daniel Müller (19) und Michael Minnameier (18).

Und auf eine weitere Statistik legen sie bei der Spielgemeinschaft wert: Mit nur einer Gelb-Roten und 32 Gelben Karten belegt die Mannschaft auch in der Fairnesstabelle Platz eins – auch hier zog der SC Stirn auf Rang zwei den Kürzeren.

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