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Meckenhausen will in die Bezirksliga: "Für Mannschaft, Dorf und unsere Anhänger"

Kreisliga Ost

Der TSV Meckenhausen schaffte es in den letzten beiden Jahren nicht, seine guten Leistungen zu krönen und verfehlte jeweils knapp den Aufstieg in die Bezirksliga. Auch in der laufenden Saison mischt die Brandl-Elf wieder um die Top-Plätze mit. Zwei Punkte trennen das Team vom der erstplatzierten DJK Göggelsbuch. Gelingt Meckenhausen also der Aufstieg beim dritten Anlauf? Die Spielführer Stefan Hamperl und Benjamin Fleischmann, Routinier Maximilian Bürner, Youngster Pascal Haunfelder und Spielertrainer Michael Brandl reden jedenfalls Klartext, geben einen Rückblick auf die bisherige Saison und einen Ausblick mit einem klaren Ziel.

Illustre Runde: Pascal Haunfelder, Stefan Hamperl, Benjamin Fleischmann, Coach Michael Brandl und Maximilian Bürner stellten sich unseren Fragen.

 / © Frank Meyer

"In den letzten Jahren ist die Erwartungshaltung im Verein schon etwas gestiegen. Wir sind etwas unglücklich in die aktuelle Saison gestartet und haben wichtige Punkte gegen Heng und Wolfstein liegen gelassen", blickt Coach Michael Brandl zurück. "Aber man kann halt im Fußball nie davon ausgehen, dass man die Punkte im Vorbeigehen mitnimmt." Sein Team habe in der ausgeglichenen Liga in der Vorrunde viel Lehrgeld bezahlt. Dennoch können man glücklich sein, nur zwei Punkte hinter dem Tabellenführer zu liegen. "Wir wissen auch, dass mehr möglich ist und wir viel verschenkt haben. Das wollen wir in der Rückrunde besser machen", sagt Brandl, der sich auch an die eigene Nase fasst: "Vielleicht war das auch mein Fehler, da ich in dieser Saison teilweise zu sehr nach Namen aufgestellt habe und bei den erfahrenen Spielern schon mal deren Trainingsrückstand ausgeblendet habe." Dies habe man dem ein oder anderen Spieler angemerkt. Die Vorstellungen gegen Holzheim oder Heng, nennt Brandl als Beispiele, seien schon erschreckend gewesen. "Wir haben uns auch zu sehr auf unseren Lorbeeren ausgeruht und dachten uns anscheinend, dass wir gegen vermeintlich schwächere Gegner mit 80 Prozent bestehen können", erklärt Brandl. 

Ähnlich sieht es Kapitän Stefan Hamperl und fügt hinzu: "Wir haben uns gegen Rasch, Holzheim und Hofstetten deutlich unter Wert verkauft. Das müssen wir aufarbeiten, denn so was sollte uns in der Rückrunde nicht mehr passieren." Auch der Übergang von der alten Kreisliga Süd in die aktuelle Ost-Staffel sei eine Umstellung gewesen: "Letztes Jahr war es kampfbetonter, die Mannschaften waren nicht so spielstark und es gab ein großes Gefälle. Dieses Jahr ist die Liga komplett ausgeglichen, da kann der Letzte gegen den Ersten gewinnen." Auf dem Feld läuft es trotz der starken Liga, abseits des Platzes kritisiert Hamperl jedoch enttäuscht: Das Menschliche sei seiner Ansicht etwas auf der Strecke geblieben. "Viele Mannschaften bleiben nach dem Spiel nicht mehr im Sportheim sitzen, wie es sich eigentlich gehört. Das wird leider immer mehr."

Der Richtige für Meckenhausen

Dass Michael Brandl der richtige Trainer für Meckenhausen ist, zeigen nicht nur die letzten Jahre: "Er hat gleich von Anfang an versucht, die jungen Spieler zu integrieren, und hat ihnen sehr viel Vertrauen geschenkt", lobt der junge Pascal Haunfelder. Und Routinier Maximilian Bürner ergänzt: "Wir haben damals gedacht, dass der Michael als ehemaliger Regionalliga-Spieler uns vieles beibringen kann. Er hat dann schon noch einiges aus uns rauskitzeln können. Es lief bei uns zwar immer gut, aber am Schluss hat es dann immer gehackt, aber wir haben alle gemerkt, dass wir mit Michael einen guten Fang gemacht haben."Deswegen stand auch einer Verlängerung von Michael Brandl über die Spielrunde hinaus nichts im Weg.

Für den Trainer ist vor allem eines wichtig: "Die Jungs sollen Spaß am Fußball haben. Wenn beispielsweise nur acht Mann ins Training kommen würden, hätte ich schon meine Zweifel. Aber zurzeit macht es mir und den Jungs Spaß, da kann ich nur den Hut ziehen, denn jeder ist zu 100 Prozent dabei und es sind nie weniger als 20 Mann im Training." Darum sei der Team-Slogan auch: "Wir sind 20 Freunde". In Meckenhausen sei aber nicht nur die Mannschaft eine Einheit, sondern der ganze Ort ("Ein Dorf ein Team"). "Unsere Zuschauer stehen hinter uns und geben uns nochmals einen zusätzlichen Schub."

Spieler wollen unbedingt aufsteigen

Vor die Rückrunde ist das Ziel klar: "Unsere Ausgangslage ist ideal, besser als im letzten Jahr. Am 12. März fahren wir ins Trainingslager nach Spanien und versuchen, den Schwung der Vorrunde in die Rückrunde mitzunehmen", sagt Co-Kapitän Stefan Fleischmann. "Die Duelle gegen die Favoriten Pollanten und Lauterhofen konnten wir ja auch für uns entscheiden. Wenn wir gleich zu Beginn mit zwei Siegen starten, ist alles möglich."

Ähnlich sieht es Bürner: "Jeder Spieler sollte eigentlich das Ziel haben, das Maximum zu erreichen, ob im Ligabetrieb, Pokal oder der Stadtmeisterschaft. Gewinnen sollte letztlich das Ziel sein. Jeder von uns ist bereit, in die Bezirksliga aufzusteigen - für die Mannschaft, das Dorf und unsere Anhänger. Wir waren immer die Rückrunden Spätzünder." Das mache Bürner Hoffnung. Die Motivation sei jedenfalls da. "Viele von uns machen sich schon vor der Vorbereitung im Fitnessstudio beispielsweise fit. Für uns lautet deshalb das Ziel: Direktaufstieg oder über die Relegation in die Bezirksliga. Wenn in der Rückrunde unsere angeschlagenen Spieler wieder dazustoßen, schaut es dann noch besser aus."

Michael Brandl drückt etwas auf die Bremse: Er merke zwar auch, dass seine Jungs aufsteigen wollen. "Aber wenn ich manchmal unsere starke Leistung im Donnerstagstraining betrachte und dann teilweise gesehen habe, wie wir am Sonntag rumgeholzt haben, war ich schon am Grübeln. Vielleicht war da die Erwartungshaltung zu groß, denn jedes Mal wenn wir die Chance hatten, Tabellenerster zu werden, haben wir meist einen grottenschlechten Kick abgeliefert. In der Rückrunde sollten wir das Ganze etwas lockerer angehen und gar nicht so viel auf die Tabelle schauen", so sein Tipp an seine Mannschaft.

Rosige Zukunft

Als spielstarke Mannschaft hat der TSV Meckenhausen in dieser Spielzeit dennoch Probleme, seine Überlegenheit immer auf den Rasen zu übertragen, denn einige Mannschaften wollen gar nicht das Spiel machen und überlassen dem Gegner den Ball, stehen kompakt in der Defensive, warten auf Fehler und fahren dann gefährliche Konter. Brandl kennt dieses Problem. "Es ist schon auffällig in dieser Liga, dass einige Mannschaften zu der genannten Spielweise sich auch durch taktische Fouls einen Vorteil verschaffen, um sich wieder in der Defensive ordnen können. Aber auch wir müssen uns jedenfalls defensiv etwas steigern. Anfangs hatten wir viel Erfolg mit unserem schnellen Konter- und Umschaltspiel. Als sich unsere Gegner darauf eingestellt hatten und ihre Defensive verstärkten, waren wir dann gezwungen das Spiel zu machen. Konterfußball ist aber immer einfacher, als wenn man das Spiel an sich reißen und bestimmen muss, und deshalb sind wir in dieser Saison wohl auch mal als Verlierer vom Platz gegangen", analysiert der Übungsleiter.

 Darum müsse Meckenhausen in der Rückrunde, wenn die Gegner tief stehen, mit Selbstvertrauen in die Eins-gegen-Eins-Situationen gehen und versuchen, über die Außenspieler Druck zu machen. "Hofstetten beispielsweise mauert sehr gut, aber wenn es das Mittel zum Erfolg ist, ist das auch legitim. Als Trainer muss man sich aber dieser Aufgaben widmen und muss sich was einfallen lassen. Das ist uns in der Vorrunde teilweise nicht so gelungen, aber wir schauen, dass wir das in der Rückrunde besser machen", erklärt Brandl. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft des TSV Meckenhausen ist jedenfalls gegeben: "Wir erwarten wieder einen Schwung Jugendspieler, und wir geben jeden die Chance in der Ersten zu spielen. Bisher hat auch unsere Reserve eine sehr erfolgreiche Saison, und auch da sind ein paar gute Jungs dabei, die in Zukunft den Sprung in die Erste schaffen werden", ist sich Brandl sicher.

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