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Henger SV in Gefahr: "Jeder muss jetzt begreifen, um was es geht"

Kreisliga Ost

Trotz sportlich prekärer Lage im Winter sind die Verantwortlichen des Kreisligisten Henger SV überzeugt, den Klassenerhalt zu schaffen.

Von links: Mittelfeldspieler Niklas Arzt, Abteilungsleiter Norbert Thoma, Coach Eleftherios Sadikis.

 / © Meyer

Keiner sah vor Saisonstart wohl voraus, dass der Henger SV in der Winterpause auf einem direkten Abstiegsplatz landen würde. In der vorherigen Saison stand die Sadikis-Truppe zur selben Zeit noch auf dem fünften Tabellenplatz, vom Aufstiegsrelegationsplatz trennte sie nur drei Punkte. Jetzt steht man mit Rang 13 im Tabellenkeller, und es fehlen immerhin schon sechs Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. Die Verantwortlichen sehen sich aber keinesfalls als Absteiger. Darum gibt sich Abteilungsleiter Norbert Thoma selbstbewusst und macht gleich eine klare Ansage: „Für viele sind wir schon abgestiegen, aber ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“

Das Hauptproblem in der Vorrunde seien zahlreiche Verletzungen bei Stammspielern gewesen: „Im ersten Spiel gegen den SV Pölling haben beispielsweise acht Stammspieler gefehlt. Das hat sich dann die ganze Vorrunde durchgezogen, so was konnten wir nicht kompensieren“, blickt Coach Eleftherios Sadikis zurück, der geplant hat, den Jungen den Vortritt zu geben: „Eigentlich wollte ich mich als Spieler langsam abseilen, ich bin ja auch schon 36“, schmunzelt er, aber der Spielertrainer hatte nicht die Wahl und musste mangels Alternativen öfter ran als geplant.

Aufgrund der zahlreichen Spieler-Ausfälle konnte der Coach kein einziges Mal mit der gleichen Elf auflaufen und musste je nach Personalsituation - auch kurzfristig - die Aufstellung ändern: „Dazu ist diese Liga meines Erachtens im Gegensatz zum letzten Jahr auch noch stärker geworden. In diesem Jahr ist alles kampfbetonter, die Mannschaften stellen sich hinten rein und schmeißen sich in jeden Ball.“ Mittelfeldakteur Niklas Arzt ergänzt: „In den letzten Jahren sind uns auch wichtige Stützen weggebrochen. Dies nur mit den Jugendspielern zu kompensieren, war schwierig.“

"Die Qualität ist da"

Jetzt gilt es den Blick nach vorne zu richten und an die guten Leistungen der letzten Saison anzuschließen. Die Voraussetzungen dafür wären da. Einerseits hat man mit der Neuverpflichtung von Tobias Lehr-Kramer einen Volltreffer gelandet, andererseits seien die verletzten Spieler für die Rückrunde zum Großteil wieder genesen: „Zuversicht ist da, aber die Verletzten müssen auch erst mal aufgebaut werden und auch fit bleiben“, gibt Arzt zu bedenken. Sadikis ergänzt: „Der Zusammenhalt muss noch besser werden und alle müssen an der Vorbereitung teilnehmen. Ich bin überzeugt, dass wir die Liga halten können. Die Qualität ist da, es muss einfach nur im Kopf noch klick machen, denn Fußball ist reine Kopfsache.“

Am besten wäre natürlich gleich ein erfolgreicher Start in die Rückrunde, aber mit Meckenhausen und Göggelsbuch warten zu Beginn gleich zwei Favoriten. Sadikis ist aber zuversichtlich: „Es war immer ein schmaler Grat. Es gab in unseren Spielen der Vorrunde eigentlich nur zwei Ausreiser, wo wir wirklich schlecht gespielt haben“, meint der Coach. Auch Abteilungsleiter Norbert Thoma ist optimistisch: „Wir brauchen einen guten Start, dann sind die Karten Mitte April wieder neu gemischt. Und mit den Leuten, die in der Rückrunde wieder dazu stoßen, werden wir die nötigen 20 Punkte zum Klassenerhalt einfahren.“ Für die kommende Saison gäbe es auch vier talentierte Jugendspieler, die man hochziehen wolle, und auch für die nächsten Jahre käme „einiges nach“. Thoma gibt aber zu bedenken: „Jeder muss jetzt begreifen, um was es geht, da reicht halt nicht nur eine Trainingseinheit in der Woche.“

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