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TSV Rittersbach: Positiv überrascht und mit guter Perspektive

B-Klasse Mitte

Der TSV Rittersbach blickt auf eine Vergangenheit in der Bezirksliga zurück, hängt aber aktuell in der B-Klasse fest. Die Voraussetzungen, dass es bald höher hinaus geht, sind vielversprechend.

Punkteteilung trotz zweimaliger Führung: Der TSV Rittersbach (rote Trikots) lieferte sich mit der Reserve des TSV Georgensgmünd ein enges Match.

 / © Mathias Hochreuther

Im Sportheim sind sie bildlich an der Wand verewigt, jene Fußballer, die die goldenen Zeiten des TSV Rittersbach geprägt haben. Mitte der 90er Jahre schafften Torwart Hans-Jürgen "Jump" Raithel, der filigrane Linksfuß Milo Hermer, Kapitän Jürgen Güthlein oder Mittelstürmer Heinz "Rambo" Brechtelsbauer mit dem Dorfverein den Sprung in die Bezirksliga, die damals – so erzählen es Augenzeugen und Beteiligte gerne – sportlich noch eine ganz andere Hausnummer war als heutzutage. Zwei Jahre hielten sich die Rittersbacher im Bezirk, es folgten nach dem Abstieg einige Jahre in den oberen Spielklassen des Kreises. 2013 mussten die TSV–Kicker den Abstieg aus der Kreisklasse hinnehmen, mittlerweile sind sie in den Niederungen der B-Klasse angekommen. In der Gruppe Mitte versucht sich die aktuelle Rittersbacher Fußballgeneration an der Rückkehr zumindest auf A-Klassen-Niveau.

Ein schwieriges Unterfangen, denn die vielfältigen Sorgen der kleinen Vereine beschäftigen freilich auch jenen aus dem Georgensgmünder Ortsteil. Eine Reserve gibt es nicht mehr beim TSV, die personelle Decke wurde immer dünner. Und so führten die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Helmut Heine Gespräche mit dem Nachbarverein TSV Georgensgmünd - seit einigen Jahren bereits Partner im Nachwuchs -, ob denn eine Spielgemeinschaft im Vollmannschaftsbereich nicht eine sinnvolle Variante wäre. Die Gmünder haben zwar noch zwei Mannschaften im Spielbetrieb, die A- und die B-Klasse sind aber auch nicht unbedingt die Ligen, in denen man sich am Lohwiesenweg auf Dauer gerne selber sehen würde.

Doch seit einiger Zeit sind diese Gespräche zwischen Verantwortlichen aus Rittersbach und Georgensmünd ins Stocken geraten. Aus erfreulichem Grund allerdings, wie Detlev Fessen erzählt. Der Gmünder hat die Rittersbacher Fußballer in der Corona-Pause übernommen und ist seit seinem Dienstantritt im Juni überrascht. Positiv überrascht. "Das ist hier ein vernünftig geführter Verein, die Kameradschaft in der Mannschaft ist toll, sie zieht super mit und ist auch noch jung, nur einer ist über 30. Wir haben einen 19-Mann-Kader und es sind im Schnitt zwischen 16 und 18 Spieler im Training", berichtet der TSV-Trainer über Verhältnisse, die man nicht bei jedem B-Klassisten erwartet. Und: "Die Jungs haben es verdient, dass man sie vernünftig betreut." Tatsächlich, die Eindrücke vom vergangenen Sonntag, als über 100 Zuschauer das Derby und Verfolgerduell in der B-Klasse gegen den TSV Georgensgmünd II verfolgten, zeichnen nun wirklich nicht das Bild eines darbenden Vereins. Flott und engagiert ging es da über 90 Minuten unter der problemlosen Leitung von Mino Bologna zur Sache. Dass die Partie letztlich 3:3 (1:1) endete, ärgerte die Hausherren ein Stück weit. Denn zwei der drei Treffer der Gmünder erzielte Steven Smith per Strafstoß - und die Fouls, die zu diesen Elfmetern führten, waren "einfach nur dumm", wie es Fessen ohne Umschweife formulierte. Gerecht war das Remis trotzdem, wie auch Fessen sagt. Denn die Gäste hätten ihre Tore auch ohne Elfmeter erzielen können, Glück (Aluminium) und Geschick (Torwart Fabian Frenzel) verhinderten das aber.

Finanziell gut aufgestellt

Ob die Kontrahenten vom Sonntag künftig gemeinsam innerhalb einer Spielgemeinschaft auflaufen? Vereinsvorsitzender Helmut Heine und Trainer Detlev Fessen zögern. "Die Pläne liegen in der Schublade", formuliert es Heine, der nicht verhehlen will, dass er gerne weiterhin eigenständige Rittersbacher Fußballer sehen würde. Wobei das, wie er extra betont, überhaupt nichts mit den Nachbarn aus Gmünd zu tun hat. "Es geht doch auch um gesellschaftliche Dinge, für die ein Sportverein im Ort wichtig ist. Wir sind finanziell gut aufgestellt, haben rund 320 Mitglieder und bemühen uns, selber einen Sportbetrieb am Leben zu erhalten und anzubieten. Wir sind auch froh, dass wir unser Sportheim mit unserem 'Jump'(seit gefühlten Ewigkeiten Pächter der Gaststätte beim TSV , d. Red.) haben, das ist das letzte Wirtshaus im Ort", führt Heine Dinge an, die weit über die Klassenzugehörigkeit einer Fußballmannschaft hinausgehen.

Trainer Fessen merkt an, dass es auch bei seinem Ex-Verein in Gmünd derzeit nicht schlecht läuft: "Die haben genügend Spieler im Training und können mit der Ersten ja noch in die Kreisklasse aufsteigen." Der Sprung in die A-Klasse ist laut Fessen erstmal das Saisonziel der Rittersbacher. Spitzenreiter Offenbau - der Gegner am kommenden Sonntag - ist zwar schon ziemlich weit enteilt, die Relegation haben sie aber angepeilt. Ob über die Liga mit dem zweiten Tabellenplatz, oder aber über den Ligapokal.

Der ersehnte Schritt zurück in die A-Klasse wäre zwar ein wichtiger für den ganzen Verein - der Platz an der Sportheimwand bliebe aber freilich für Raithel, Hermer, Güthlein, Brechtelsbauer und Co. reserviert.

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