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Bezirksjuniorenleiter Thomas Zankl: "Wir werden uns schwertun mit der Spielzeit zwei"

Aus der Jugend

Wie geht es im Juniorenfußball weiter? Planungen beruhen zwangsweise auch auf Hoffnungen.

Wie geht es bei den Nachwuchskickern weiter? Vom Hallenfußball – auf unserem Bild duellieren sich die E-Junioren der TSG 08 Roth und der SG Pfaffenhofen/Rothaurach (in Gelb) bei der Rother Stadtmeisterschaft im Februar – dürften sich die Junioren in diesem Winter wohl verabschieden, offizielle Kreismeisterschaften wird es ja nicht geben.

 / © Giurdanella

Im Gegensatz zu den Herren, Frauen und Juniorinnen wurde die Saison 2019/20 bei den Fußball-Junioren bekanntlich nicht fortgesetzt, sondern abgebrochen. Plan war es, im neuen Spieljahr 2020/21 zwei Einfachrunden mit kleineren und regionaleren Gruppen zu spielen – eine Runde im Herbst, eine im Frühjahr; eine Spielzeit eins und eine Spielzeit zwei. Durch den erneuten Lockdown ist dieses Konzept nun schwer ins Wanken geraten. Einige Ligen sind zwar mit der Herbstrunde, der sogenannten Spielzeit eins, durch. Andere Ligen wiederum haben noch etliche Begegnungen offen, nachdem die für November angesetzten Partien aufgrund des Sportverbots nicht mehr durchgeführt werden konnten und der Bayerische Fußball-Verband (BFV) demzufolge notgedrungen seinen Spielbetrieb bis Ende des Jahres komplett ausgesetzt hat.

Diese Situation wirkt sich natürlich auf den weiteren Verlauf des Spieljahres 2020/21 aus, denn die einzelnen Ligen und Altersklassen sind durch Auf- und Abstieg miteinander verknüpft. Beispiel: Die U19-Kreisliga 3 (sechs Mannschaften) ist mit ihrem Programm durch, der Meister steht mit dem TSV Heideck fest. In den übergeordneten Bezirksoberligen hingegen ist bei allen Teams mindestens noch ein Spiel offen. Die Bezirksoberligen in Mittelfranken sind aber weniger der Knackpunkt, denn hier sind laut Bezirksjuniorenleiter Thomas Zankl rund die Hälfte der Entscheidungen schon gefallen.

Auf Verbandsebene sind noch zu viele Spiele offen

Deutlich größere Schwierigkeiten sieht Zankl durch die übergeordneten Verbandsligen. „In den Bayern- und Landesligen sind viel zu viele Spiele noch offen“, stellt er fest. Beispiel U19-Landesliga Mitte: Acht Spiele hat hier jedes Team in der Einfachrunde. Zwei Vereine kommen bislang auf fünf Partien, der Rest hat weniger. Der TSV 1860 Weißenburg führt mit zehn Punkten aus vier Spielen die Tabelle an, die JFG Wendelstein hat derweil erst zweimal (!) gespielt und ist mit vier Punkten Siebter.

Wendelstein ist sicher ein Extrembeispiel, doch Begegnungen fehlen quer durch die Verbandsligen und Altersklassen. Schon jetzt wagt Thomas Zankl deshalb zu prognostizieren: „Wir werden uns schwertun mit der Spielzeit zwei“ – sprich mit der Frühjahrsrunde. Derzeit weiß man nicht, wann aufgrund der Pandemie wieder Wettbewerbsfußball gespielt werden kann, hinzu kommt die Wetterfrage im Winterhalbjahr. Die verbliebenen Partien der Herbstrunde müssten auf jeden Fall im März durchgehen, um dann Mitte/Ende April die Frühjahrsrunde (also die Spielzeit zwei) starten zu können. Der Bezirksjuniorenleiter ist in diesem Punkt aber skeptisch.

Acht Monate ohne Punktspiel? Das gilt es zu vermeiden

Sollte der „Super-Gau“ eintreten und in der ersten Jahreshälfte 2021 wegen Corona überhaupt nicht gespielt werden können, dann müsste man, so Thomas Zankl, erneut abbrechen und den Auf- und Abstieg wie schon im Sommer 2020 wieder mithilfe einer Quotientenregelung festlegen. Der Bezirksjuniorenleiter hofft aber, dass es nicht so weit kommt und zumindest die Spielzeit eins abgeschlossen werden kann. Etliche Vereine haben dieses Ziel schon erreicht und alle Spiele absolviert. Die U13 des TSV 1860 Weißenburg ist beispielsweise mit sechs Spielen fertig und steht an der Spitze der BOLSüd. Ihr letztes Spiel bestritten die Weißenburger Ende Oktober bei der TSG 08 Roth und setzten sich beim von Philipp Ludwig betreuten Aufsteiger – der nach fünf sieglosen Spielen auf dem letzten Platz geführt wird – mit 6:0 durch. Wird eine solche Mannschaft wie der TSV 1860 nun bis Mitte nächsten Jahres und damit rund acht Monate überhaupt kein Punktspiel mehr haben?

Zankl und seine Mitstreiter wollen das vermeiden. „Das geht gar nicht, da müssen wir uns auf jeden Fall etwas einfallen lassen“, sagt der Fußball- Funktionär aus Altdorf. Für Neuplanungen sei es aber noch zu früh, man müsse erst die weiteren Entwicklungen abwarten. „Die Herren hatten sich auch etwas überlegt, und das fliegt ihnen jetzt um die Ohren“, sagt Thomas Zankl mit Blick auf den Ligapokal.

Kreis Neumarkt/Jura will ausgefallene Spiele 2021 neu ansetzen

Wie auf Landes- und Bezirksebene so soll auch auf Kreisebene im neuen Jahr erst einmal die Herbstrunde zu Ende gebracht werden. Der stellvertretende Kreisjuniorenleiter des Gebiets Neumarkt/Jura, Roland Mayer (Weißenburg), hat folgende Vorgehensweise mitgeteilt: Alle jetzt ausgefallenen Spiele (U13-Junioren und älter) werden im Jahr 2021 neu angesetzt und die Spielzeit eins wird zu Ende gespielt. Ob es eine Spielzeit zwei gibt, ist völlig offen. Das hängt unter anderem davon ab, wann die Spielzeit eins beendet werden kann (Kreis/Bezirk/Verband). Genaueres sei in der Jugendordnung geregelt.

Anders sieht es im Kleinfeldbereich aus, wo es keinen Auf- und Abstieg gibt. Bei den U11- und U9-Junioren wird die Herbstrunde beendet beziehungsweise abgebrochen. Die noch offenen Spiele in diesen Altersklassen werden nicht neu terminiert. Mayer: „Sobald es einen ungefähren Termin gibt, wann wieder gespielt werden darf, werden wir einen Termin nennen, der Ummeldungen, Neumeldungen oder Abmeldungen möglich macht.“ Zum Thema Hallenfußball teilte Roland Mayer Folgendes mit: „Nachdem die offiziellen BFV-Meisterschaften (Kreis, Bezirk, Verband) bereits abgesagt wurden, machte sich die Hoffnung breit, eine Futsal-Liga starten zu können. Doch auch diese Art Hallenfußball zu spielen, ist jetzt erst mal auf Eis gelegt.