Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Corona-Pause: Welche Auswirkungen erwarten die Trainer?

Kreisklasse Ost

Aktuell kocht aufgrund der Coronabeschränkungen ja jeder mehr oder weniger sein eigenes Süppchen. Wir sprachen stellvertretend mit drei Spielertrainern der Kreisklasse Ost über mögliche Auswirkungen auf den Mannschaftssport Fußball.

"Das Mannschaftsgefüge spielt eine wichtige Rolle für die Mehrheit der Aktiven", glaubt Altdorfs Philipp Knogl.

 / © Zink

"Momentan sind ja alle Möglichkeiten generell eingeschränkt, sowohl für Mannschafts- als auch Individualsport", erwartet Alexander Baumer vom FC Trautmannshofen zumindest in dieser Hinsicht keine allzu großen Wechselbewegungen hin zu Einzelsportarten. Bei denjenigen die bereits vorher "altersbedingt oder aus anderen Gründen" mit dem Gedanken gespielt hätten, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, könnte Corona diesen Prozess beschleunigen. Diese Spieler könnten dem Fußball schneller, als ursprünglich gedacht, den Rücken kehren, weil sie ja nun gezwungenermaßen länger pausieren müssen. "Aber das wäre ja früher oder später ohnehin passiert", so Baumer.

Nach Einschätzung von Philipp Knogl, dem Spielertrainer und Torjäger des Tabellendritten FC Altdorf, werde die aktuelle Situation dazu führen, dass Spieler und Verantwortliche grundsätzlich erst einmal vorsichtiger vorgehen werden. "Es wird einige Zeit dauern, bis wieder Normalität im Fußball einkehrt, und ich gehe auch davon aus, dass die Vorbereitungsphase deutlich länger als normal ausfallen wird", so Knogl. "Wir sind alle aus dem gewohnten Rhythmus einer normalen Saison herausgerissen worden, so dass es sicher einige Zeit braucht, bis sich die vertrauten Abläufe wieder einstellen. Darüber hinaus erwarte ich auch finanzielle Veränderung für die Vereine", so Knogl weiter. Dabei spielt er nicht nur auf fehlende Zuschauereinnahmen an, sondern auch auf den Wegfall von Veranstaltungen wie Vereinsfesten, die eine Einnahmequelle darstellen.

Knogl hat auch die Spätfolgen im Auge: "Sicherlich war es im abgelaufenen Jahr schwieriger, Kinder und Jugendliche für Fußball zu begeistern, und diese haben sich Einzelsportarten zugewandt". Diejenigen Spieler, die bereits vereins- und mannschaftsgebunden sind, werden jedoch aus seiner Sicht tendenziell eher nicht die Liebe zum Mannschaftssport Fußball verlieren: "Das Mannschaftsgefüge spielt eine wichtige Rolle für die Mehrheit der Aktiven", so Knogls Fazit.

Spielertrainerkollege Daniel Tempcke vom SV Höhenberg sieht die Gefahr einer Abwanderung hin zum Indivdiualsport zwar auch eher bei Kindern und Jugendlichen gegeben, jedoch werde man seiner Meinung nach die Auswirkungen auch bei den Herren merken. In der aktuellen Situation hätten einige Spieler durchaus auch mal "mit Abwesenheit geglänzt". Tempcke selbst hat während der Coronakrise zusätzlich zum Laufen, Schwimmen und Radfahren nun auch Tennis für sich entdeckt, und auch einige seiner Spieler hätten sich in dieser Hinsicht sportlich breiter aufgestellt. In diesen Zeiten musste man laut Spielertrainer des Tabellensiebten lernen, "sich mit sich selbst zu beschäftigen, um etwas für seine Fitness zu tun".

"Trotz allem ist mir bisher noch nichts zu Ohren gekommen, dass jemand mit dem Fußball aufhören will, und ich hoffe natürlich, dass dies auch so bleibt", so Tempcke weiter. "Man muss sicher auch bedenken, welche Folgen es für die Persönlichkeit und Persönlichkeitsentwicklung ganz speziell von Kindern und Jugendlichen, wenn sie ständig dazu angehalten werden, alles für sich alleine zu machen", spricht er auch mögliche Auswirkungen über den Fußball hinaus an. Abschließend merkt der Spielertrainer an, dass er Fußball allgemein vermisse: "Ich war eigentlich wegen der Verletzungsgefahr nie ein großer Freund des Budenzaubers, aber inzwischen würde ich auch das befürworten, weil es einfach in den Füßen juckt".

Mehr zum Thema