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Mohamed Safaiya und Khaled Mohammad Agha: Vom Mittelmeer an den Rothsee

Kreisklasse Ost

Immer wieder ist von der Bedeutung des Sports für die Integration die Rede. Wir sprachen mit Mohamed Safaiya und Khaled Mohammad Agha von der SG Allersberg als zwei gelebte Beispiele dieser Integration.

Haben sich bei der SG Allersberg gut integriert: Mohamed Safaiya (links) und Khaled Mohammad Agha

 / © privat / Sportfoto Zink

Der 24-jährige Stürmer Safaiya arbeitet als Altenpfleger während sein 26-jähriger Teamkollege Mohammad Agha seinen Lebensunterhalt als Pizzabäcker verdient. Beide sind seit fünf Jahren in Deutschland und stammen aus der syrischen Hafenstadt Latakia, wo sie jeweils seit ihrem sechsten Lebensjahr die Jugendabteilungen des bekannten Profiklubs Hutteen SC durchliefen. Im Anschluss schloss sich Safaiya direkt dem SV Eintracht Allersberg an, der seit letzter Saison mit der DJK Allersberg eine Spielgemeinschaft bildet. Rechtsverteidiger Khaled Mohammad Agha kam über den Umweg Seligenporten und SC 04 Schwabach im Juli 2019 nach Allersberg.

Beide Spieler fühlen sich in Allersberg sehr wohl, oder wie Mohammad Agha es ausdrückt: "Allersberg ist ein geiles Dorf", und die Leute seien sehr nett. "Ich wurde sehr gut aufgenommen und der Verein und die Menschen hier stehen mir und uns mit Rat und Tat zur Seite", pflichtet sein Teamkollege bei. Dafür sei er allen "unheimlich dankbar".

Safaiya möchte dem Verein sportlich etwas zurückgeben: "Ich versuche immer mein Bestes zu geben und bin mit Herzblut bei der Sache. Die SG Allersberg ist etwas besonderes für mich". Auch sein Mitspieler bezeichnet den Verein als zweite Familie.

"Ich vermisse den Fußball"

Dementsprechend vermissen die beiden Syrer das Training und die Spiele, die aufgrund der Coronakrise nicht stattfinden können. "Ich vermisse den Fußball sehr, aber Sicherheit und Gesundheit sind wichtiger", so Mohammad Agha: "Aber wir hoffen so wie alle, dass diese Pandemie bald zu Ende geht" Mohamed Safaiya, der von allen nur "Mo" genannt wird, gibt an, dass er sich gegenwärtig individuell fit halte und versuche das Beste aus der Situation zu machen,

Sowohl für den Stürmer als auch für seinen Kollegen aus der Abwehr ist es das größte Ziel eines Tages mit der SG Allersberg in die Kreisliga aufzusteigen. Ein persönliches Ziel habe er nicht, so Safaiya, frei nach dem Motto "der Star ist die Mannschaft". Khaled Mohammad Agha hält sich bezüglich persönlicher Ziele ebenfalls bedeckt und bemerkt mit einem Augenzwinkern: "Das verrate ich nächstes Jahr."

Auf sportliche Vorbilder angesprochen nennt Mohammad Agha Sergio Ramos: "Er ist ein starker und intelligenter Spieler, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt und ihr weiterhilft." Stürmer Safaiya nennt Wayne Rooney als Vorbild, dessen Ehrgeiz und Spielstil ihn beeindrucken.

Trotz der gelungenen Integration haben die beiden Fußballer aber dennoch ab und zu Heimweh nach Syrien: "Es ist schwierig, so ganz ohne Eltern und Familie. Aber meine Hoffnung ist, dass ich eines Tages in meine Heimat, zumindest zum Besuch, zurückkehren kann", so "Mo" Safaiya, und auch Mohammad Agha merkt zum Ende des Gesprächs leicht melancholisch an, dass er "immer Heimweh" verspüre.

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