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Berg-Trainer Alexander Lang: "Bis zur Leistungsspitze werden Monate vergehen"

Kreisliga Ost

Alexander Lang hat die DJK SV Berg überraschend auf Platz zwei der Liga geführt. Wenn der Verein solche Großtaten wiederholen will, braucht es nach Einschätzung des Spielertrainers aber eine große Vorlaufzeit.

Ihn kribbelt es auch schon in den Füßen: Alexander Lang (schwarzes Trikot), der der DJK SV Berg auch in der kommenden Saison als Spielertrainer erhalten bleibt.

 / © Sportfoto Zink

Die DJK SV Berg kann man als die Überraschungself der Kreisliga Ost bezeichnen, denn der Aufsteiger zeigte konstante Leistungen, mischte von Beginn an ganz oben in der Tabelle mit und steht derzeit auf dem Aufstiegsrelegationsplatz. Mit Spielertrainer Alexander Lang (28) übernahm im Sommer 2018 ein DJK-Eigengewächs das Kommando und es gelang ihm überraschend schnell aus der jungen Truppe eine spielstarke und lauffreudige Elf zu formen. Anerkennende Worte gab es bereits von den Trainerkollegen: Holzheims Coach Benjamin sieht bei den Berger Jungs den stärksten Zusammenhalt der Liga und auch "Göggies" Spielertrainer Stephan Handl denkt, dass Berg die reifste Mannschaft der Liga sei. Wir sprachen mit Lang über das "Erfolgsrezept" und den eingeschworenen Haufen der DJK Berg.

Wie lautet dein Resümee des ersten Kreisliga-Jahrs, Alex?

Für mich ist es eine hochinteressante Liga mit Derby-Charakter. Die bisher ausgetragenen Spiele waren ausgeglichen und extrem spannend.

Machst du nächste Saison weiter?

Der Verein und ich haben uns vor ein paar Monaten bereits darauf geeinigt, dass ich auch für die Saison 21/22 weiterhin als Spielertrainer zur Verfügung stehe.

Berg profitiert von seiner starken Jugendarbeit. Wie schaut es aktuell mit dem Berger Nachwuchs aus?

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die A-Junioren bei uns ohne Anlaufzeit sofort überzeugen und teilweise aus der Stammelf der ersten Mannschaft nicht mehr wegzudenken sind. Darüber hinaus sind das immer Jungs, die einen top Charakter und eine gute Einstellung mitbringen. Das ist für mich nicht selbstverständlich und ich weiß, wieviel Zeit und Herzblut unsere Jugendtrainer dafür investieren. Auch in diesem Jahr rücken wieder sechs Berger Jungs nach oben. Das Schöne daran ist, dass ich einige bereits schon in der F-Jugend trainiert habe. Das ist schon was Besonderes, wenn man nach so langer Zeit dann zusammen auf dem Platz steht.

Läuft es da in gewisser Hinsicht dann nicht zu gut? Also habt ihr in Berg sogar ein Luxusproblem?

Das glaube ich nicht, aber sicher wird es einen Konkurrenzkampf geben, in dem ich harte Entscheidungen treffen muss.

Was bedeutet dir der Trainerjob?

Mir macht das viel Spaß und ich beschäftige mich auch sehr viel damit. Die Arbeit mit der Mannschaft am Platz ist am schönsten. Mir ist es aber auch wichtig, das Drumherum im Blick zu haben, also Trainingsbedingungen, Mannschaftsorganisation, Infrastruktur und solche Sachen. Das ist mindestens genauso wichtig wie ein Tabellenplatz oder eine Ligazugehörigkeit.

Geht die Tabelle für dich soweit in Ordnung, oder ärgert dich jetzt im Nachhinein der ein oder andere liegengelassene Punkt?

Ich bin mit mir und der Mannschaft im Reinen, denn wir haben alles gegeben. Wir hatten rückblickend betrachtet auch weder besonders viel Glück oder Pech bei unseren Spielen. Wenn wir aber in einem Spiel dann doch mal der Glücklichere waren, hat sich das dann in einem anderen Spiel wieder ausgeglichen.

Wäre der SV Lauterhofen bei einem Abbruch also verdient Meister?

Lauterhofen hat nach gut 70 Prozent der Spiele die meisten Punkte geholt und steht deswegen auch zu Recht auf Platz eins. Sie haben konstant auf einem hohen Niveau gespielt.

Wo siehst du noch Verbesserungspotenzial in deiner Mannschaft?

Es gibt eigentlich jedes Jahr Themen, die ich gerne angreifen möchte. Dies ist aber überwiegend davon abhängig, welcher Kader mir zur Verfügung steht. Grundsätzlich wäre aber in unserer Defensivarbeit noch etwas Luft nach oben, denn es fehlt manchmal noch der allerletzte Wille, das Gegentor zu verhindern.

Wie schwer wird der Wiederaufbau der Mannschaft zur alten Form werden?

Meine Jungs halten sich zwar selbstständig fit, aber da geht es ja eher um die allgemeine Fitness. Ich wünsche mir jedenfalls ausreichend Vorbereitungszeit, sechs Wochen sollten da als Minimum angesetzt werden, um sich wieder solide aufzubauen zu können. Die Vorbereitung muss langsam und Schritt für Schritt angegangen werden. Aber bis wir unsere Leistungsspitze wieder erreichen, werden Monate vergehen.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? Wie motivierst du deine Jungs in solchen Zeiten?

Ich merke es ja schon an mir selbst: Für mich ist ein halbes Jahr ohne Fußball und ohne die Gemeinschaft ziemlich hart. Ich sehe mich aber weder als Seelsorger noch als Motivator für die Mannschaft, aber ich bin mir sicher, dass jeder Spieler einfach Bock hat zu kicken und die Wiederaufnahme des Spielbetriebs herbeisehnt. Wenn ich bei uns durch die Ortschaft fahre, sehe ich den ein oder anderen schon mal mit dem Ball in seinem Garten rumjonglieren.

Du bist ja ein Spielertrainer, der konditionell noch ein ganzes Spiel durchhält. Was ist deiner Ansicht nach besser? Aktiv mitmischen oder das Ganze in Ruhe von der Seitenlinie betrachten?

Da gibt es kein besser oder schlechter, es ist da ja nur die Perspektive anders. Als Spielertrainer ist es immer eine Gratwanderung, denn umso mehr Spieler man ist, desto weniger Trainer ist man und umgekehrt.

Welche Schlagzeile möchtest du mal über dein Team lesen?

"Berg startet erfolgreich in die neue Saison"

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