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Das goldene Jahrzehnt des FC/DJK Weißenburg

Kreisliga West

Am 5. Juni 2011, also vor zehn Jahren, feierten die Weißenburger den Kreisliga-Aufstieg. Es folgte ein Höhenflug mit Totopokalsiegen und Bezirksliga-Intermezzo. Ausgerechnet jetzt, zum zehnjährigen Aufstiegsjubiläum, müssen die Kicker vom Lehenwiesenweg in die Kreisklasse absteigen.

Vor zehn Jahren bejubelten Mannschaft, Verantwortliche und Fans des FC/DJK Weißenburg nach einem furioen 9:1-Sieg beim SC Stirn die Meisterschaft in der Kreisklasse Süd.

 / © Uwe Mühling

Die vergangenen zehn Jahre kann man für die Fußball-Abteilung des FC/DJK Weißenburg getrost als die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte bezeichnen. Eingerahmt wird diese Phase von zwei Eckpunkten – einem freudigen und einem bitteren: nämlich dem Aufstieg in die Kreisliga im Jahr 2011 sowie dem Abstieg im Jahr 2021 in der aktuell abgebrochenen Corona-Saison. Ausgerechnet zum zehnjährigen Aufstiegsjubiläum muss der FC/DJK wieder runter in die Kreisklasse. Hierfür laufen die Zukunftsplanungen, wie Philipp Naß erklärt. Er ist erster Vorsitzender, Fußball-Abteilungsleiter und Trainer in Personalunion. Als Coach hört er nun nach der verlängerten Spielzeit 2019/2021 jedoch auf und auch den Spartenleiter-Posten will er aufgeben. Dennoch wird er soweit wie möglich dabei mithelfen, dass die FC/DJK-Herren wieder in die sportliche Erfolgsspur zurückfinden. Erfolge wie damals: Auf den Tag genau heute vor zehn Jahren am 5. Juni 2011 besiegelten die Weißenburger mit einem fulminanten 9:1-Sieg beim Tabellendritten SC Stirn die Meisterschaft in der Kreisklasse Süd und damit den Aufstieg in die Kreisliga. „Das war damals richtungsweisend für den Verein“, findet Philipp Naß.

Ein echter Start-Ziel-Sieg

In den Vorjahren waren die Kicker vom Lehenwiesenweg noch mehrfach gescheitert. In der Saison 2010/2011 klappte es dann jedoch und sie legten einen Start-Ziel-Sieg hin. Im Endspurt wurde es zwar noch mal spannend, weil der Spitzenreiter dreimal in Serie verlor, doch letztlich lag der FC/DJK mit 63 Punkten knapp vor dem SSV Oberhochstatt (62), dem am letzten Spieltag selbst ein 9:0-Sieg gegen Mörnsheim nichts mehr nutzte und der anschließend in einer geradezu dramatischen Relegation scheiterte.

Der FC/DJK, der zuvor nur für eine Saison (1993/1994) im Jura-Oberhaus gewesen war, fühlte sich 2011 wie im siebten Fußball-Himmel. Dementsprechend ausgiebig wurde auch gefeiert. Der inzwischen verstorbene damalige Erfolgstrainer Roland Lux schwärmte von einer „super Kameradschaft, einer hervorragenden Stimmung im Team und optimalen Rahmenbedingungen“. Damit meinte er ein Stück weit auch den Unterbau, denn die Weißenburger hatten seinerzeit gleich drei Teams im Rennen. Die „Zweite“ wurde Fünfter in ihrer A-Klasse, die „Dritte“ schaffte als B-Klassen-Meister ebenfalls den Aufstieg in die A-Klasse. Im Kreisklassen-Meisterteam kamen nicht weniger als 24 Spieler zum Einsatz. Die Anführer waren vor allem Kapitän Achim Bartolmäs und der bezirksoberligaerfahrene Neuzugang Alexander Rottler. Der FC hatte zudem die beiden Top-Torjäger der KK-Süd in seinen Reihen: Andreas Pfefferlein (25 Treffer) und Alexander Tichanow (24) erzielten fasst die Hälfte aller 103 Saisontore. Und nicht zu vergessen Ex-Profi Werner Rank, der seinen Rekord als Spieler quer durch alle möglichen Fußballligen in Weißenburg ausbaute.

Ansonsten kamen Christian Günther, Max Bühring (beide Tor), Mark Dollinger, Philipp Lang, Daniel Enzenhofer, Eike Bartolmäs, Robin Unger, Aristides Schneider, Matthias Dollinger, Johannes Winter, Marco Prünstner, Florian Heckel, Andreas Steingärtner, Markus Steingärtner, Simon Lang, Philipp Naß, Ivan Tichanow, Thomas Jakuszeit und Leo Gru¨nwedel zum Einsatz. „Wir waren damals eine junge, aufstrebende Mannschaft“, erinnert sich Philipp Naß. Und das sollte sich auch in den folgenden Jahren bestätigen. Gleich zweimal gewannen die Weißenburger den Totopokal im Kreis Neumarkt/Jura, wobei sie auch auf Landesebene für Furore sorgten und unter anderem den Regionalligisten SV Seligenporten aus dem Wettbewerb warfen. Des Weiteren gab es 2014 natürlich auch den größten Erfolg in der Vereinshistorie, als unter Spielertrainer Markus Vierke in der Relegation der Aufstieg in die Bezirksliga gelang. Dort hielt man sich aber nur für eine Saison.

Jugendarbeit als Manko

Vom damaligen Kader sind heute viele Akteure nicht mehr am Ball. Spieler wie die Bartolmäs-Brüder, Marc Rieder, Mark Dollinger oder der dreifache Alex (Rottler, Heil, Tichanow) und einige mehr zu ersetzen, wurde in den vergangenen Jahren für den FC/DJK immer schwieriger. „Unser größtes Manko ist die Jugendarbeit, uns fehlt ein stabiler Unterbau“, räumt Philipp Naß ein. Oder anders formuliert: Aus der einst sehr jungen Truppe ist nun eine „erfahrene Mannschaft“ geworden, die jetzt nach dem goldenen Jahrzehnt in die Kreisklasse absteigen und einen Neuanfang machen muss. Neben dem FC/DJK feierten heuer vor zehn Jahren unter anderem auch die DJK Raitenbuch und die TSG Ellingen einen Aufstieg, nämlich als Meister von der A- in die Kreisklasse. Und auch die TSG Solnhofen setzte ein besonderes Highlight mit dem Sprung in die Bezirksliga. Diesem ganz speziellen Aspekt des Fußballsommers 2011 werden wir uns aber noch gesondert widmen.

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