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Im "Zaunderby" überflügelt der SV Wacker die DJK Eibach

Nürnbergs liebste Liga - Teil 3

Die einen haben die Profikarriere nur knapp verpasst, die anderen träumen vielleicht immer noch davon. Wieder andere wollten sich endlich einmal um Familie und Beruf kümmern, kön­nen aber nicht von der Kreisliga las­sen. Zwischen Ambition, Resignation und der niemals endenden Lust auf Fußball begleiten wir eine Saison lang Nürnbergs liebste Liga.

Der SV Wacker setzte sich im "Zaunderby" klar mit 5:1 gegen die DJK Eibach durch.

 / © Oliver Gold - Sportfoto Zink

In den Sekunden vor dem großen Spiel dachten die Spieler des SV Wacker schon an die kommenden Wochen. An die mögliche Schmach, dem heutigen Gegner beinahe täglich als Verlierer in die Augen schauen und bei jedem Training daran denken zu müssen, dass man das Derby verloren hat. „Ich habe die Jungs im Kreis heißgemacht und ihnen gesagt, dass wir nicht jede Woche als Verlierer am Sportplatz der DJK vorbeilaufen wollen“, sagt Christian Bach.

Die Trainingsplätze des SV Wacker und der DJK Eibach trennt ja tatsächlich nur ein Zaun, dienstags und donnerstags üben beide in vermeintlich trauter Zweisamkeit nebeneinander. Lange trainierte da eine durchschnittliche Mannschaft aus der Kreisliga neben dem kleinen SV Wacker aus der A-Klasse, der in den vergangenen Jahren aber deutlich aufgeholt hat – und nach dem zweiten Aufstieg in Folge inzwischen selbst Kreisligist ist.

Mit einem Lächeln ins Training

Christian Bach hat schon in der Jugend beim SV Wacker gespielt, für ihn war das prestigeträchtige „Zaunderby“ am Sonntagnachmittag viel mehr als nur ein Fußballspiel. Das hat er in den Tagen vor der Partie seinen Mitspielern immer wieder klargemacht, „ich habe versucht, das Spiel groß zu machen“, sagt er. Der Kern der Mannschaft spielt zwar schon seit Jahren zusammen und ist den erfolgreichen Weg von (fast) ganz unten gemeinsam gegangen, „aber manchem fehlt noch ein bisschen der Bezug“.

90 Minuten nach Bachs Ansage im Mannschaftskreis schleichen die Eibacher Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz, die des SV Wacker hingegen feiern mit ihren vielen Fans den 5:1-Erfolg über den Rivalen. „Ich wusste, dass wir auf allen Positionen besser besetzt sind und gewinnen, wenn wir unser Können auch umsetzen“, sagt Christian Bach.

Dabei mussten sie sich erst einmal kurz schütteln, Matthias Schröter schoss Eibach nach elf Minuten in Führung. „Da waren wir gut im Spiel“, sagt DJK-Trainer Christian Hüttl. Dann aber traf Tyrone McCargo, der in der Jugend des 1. FCN und des Kleeblatt ausgebildet wurde, per Elfmeter zum Ausgleich, Bruno Babuczki legte kurz darauf das 2:1 für Wacker nach. „Das hat uns das Genick gebrochen“, sagt Hüttl. Danach spielte nur noch Wacker, das problemlos auch 10:1 hätte gewinnen können, lange aber nur 3:1 führte und den Sieg erst eine Viertelstunde vor Schluss durch Dustin Wörner und Babuczki klar machte.

Benny Uebel und Marco Fuchs, die Macher des Aufschwungs beim SV Wacker, sehen danach zwar sehr glücklich aus, wollen den Erfolg aber auch nicht wichtiger nehmen, als er ist. „So ein Sieg gibt auch nur drei Punkte“, sagt Fuchs, „wir fahren seit einigen Jahren gut damit, immer nur von Spiel zu Spiel zu denken.“ So haben sie das schon in der A-Klasse gemacht, im vergangenen Jahr in der Kreisklasse – und so wollen sie auch die kommenden Wochen angehen, in die sie mit sieben Punkten aus drei Spielen schon wieder als Tabellenführer gehen.

Die Rivalität zwischen der DJK und ihrem SV Wacker wollen beide nicht überbetonen, sie sind ja selbst erst seit drei Jahren dabei. Am Samstag haben Benny Uebel und der Eibacher Christian Hüttl gemeinsam einen künftigen Gegner beobachtet, auch dem Wunsch vieler im Verein, sich vor dem Derby wie früher auf dem eigenen Gelände umzuziehen, verweigerten die Trainer. „Wir wollten nicht unnötig Öl ins Feuer gießen“, sagt Uebel.

Stattdessen begriffen sie das Derby als ein Ergebnis der harten und erfolgreichen Arbeit der vergangenen Jahre. In der Kabine gaben sie ihren Spielern mit auf den Weg, dass sie sich dieses Ligaspiel gegen die lange übermächtige DJK verdient hätten, dass es der Höhepunkt der rasanten Entwicklung der vergangenen drei Jahre sei. Vor haben sie natürlich auch in Zukunft viel, „aber die Favoritenrolle in der Liga schieben uns andere zu“, sagt Uebel. „Für die Bezirksliga ist der Verein auch noch gar nicht bereit.“ Christian Bach hingegen kann künftig dienstags und donnerstags mit viel Genugtuung zum Training laufen. „Früher haben bei der DJK manche über uns gelacht“, sagt er. Das dürfte sich spätestens jetzt erledigt haben.

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