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Lust oder Frust - Wer hat Bock auf die Halle?

Fürther Teams wenig euphorisch

Mitte Dezember startet mit der Vorrunde im Kreis Nürnberg die vom Bayerischen Fußballverband (BFV) organisierte Hallenfußballsaison für die hiesigen Klubs – sofern sie über­haupt daran teilnehmen. Die Fürther Nachrichten hör­ten sich bei Trainern aus der Kleeblatt­stadt und dem Landkreis bezüglich ihrer Beweggründe um, am Verband­sturnier mitzumischen oder ihm die kal­te Schulter zu zeigen.

Die Lust auf den Hallenkick hält sich bei den Fürther Teams in Grenzen.

 / © Sportfoto Zink

Antonio Chianura (Trainer TSV 61 Zirndorf II): Draußen, in der Liga, trai­niere ich die Reserve, bin in der Halle aber für die Erste verantwortlich. Wir haben für die BFV-Runde gemeldet, da die meisten unserer Spieler unbe­dingt in der Halle kicken wollen und sich bereits darauf freuen. Ich persön­lich kann jedoch mit dem dort prakti­zierten Futsal nicht allzu viel anfan­gen, da es nicht sonderlich viel mit dem Fußballsport an sich zu tun hat.

Kurt Heininger (Trainer SV Poppen­reuth): Wir haben uns bereits vor drei Jahren dafür entschieden, nicht an der Futsal-Runde unter der Regie des Verbands teilzunehmen. Die Spieler wollten und wollen das einfach nicht. Es handelt sich in unserem Fall aber um keine Abneigung gegen Futsal an sich. Vielmehr verstehen wir die Win­terpause als spielfreie Zeit. Bei der Fürther Stadtmeisterschaft treten wir allerdings an – das versteht sich von selbst.

Manfred Krimm (Trainer TSV Cadolzburg): Die Frage, ob der TSV an der vom Verband organisierten Hal­lenrunde teilnimmt, habe ich an mei­ne Jungs weitergegeben. Sie haben sich eindeutig dagegen entschieden, da sie keinen Ansporn haben, sich mit dem Futsal-Reglement auseinanderzu­setzen. Außerdem böten sich für uns aus Termingründen kaum Trainings­zeiten in der Halle. Einen daraus resul­tierenden „Kaltstart“ halte ich indes für wenig sinnvoll, da ein erhöhtes Risiko besteht, im Wettkampf richtig schlecht auszusehen. Um das Ganze ambitioniert zu betreiben und mit viel Glück auch als Kreisklassist mal in die Endrunde im Kreis vorzustoßen, wären meiner Auffassung nach min­desten fünf bis sechs Trainingseinhei­ten in der Halle nötig – ein hoher zeitli­cher Aufwand. Nach aktuellem Stand nehmen wir am nach den herkömmli­chen Hallenfußballregeln ausgetrage­nen Turnier des SV Burggrafenhof teil. Fürs Roßtaler Mitternachtstur­nier haben wir wegen personeller Eng­pässe abgesagt.

Uwe Kroll (Vorsitzender und Inte­rimstrainer des FC Stein): Ein zentra­ler Aspekt, der gegen den Hallenfuß­ball an sich spricht, ist natürlich stets die erhöhte Verletzungsgefahr. Die Verbandsrunde als solche betreffend, hält sich das Interesse unserer Spieler an Futsal in einem äußerst überschau­baren Rahmen. Bei den klassischen Hallenturnieren vom SV Raitersaich und Tuspo Roßtal sind wir hingegen dabei und haben dafür auch genug interessierte Akteure.

Dietmar Kusnyarik (Spielertrainer SV Raitersaich): Ich persönlich halte überhaupt nicht viel vom Fußball unterm Hallendach. Die eine oder andere Teilnahme an einem Gaudi-Turnier ist aber schon okay. Bei unse­rem eigenen Mitternachtsturnier wer­de ich aber lediglich stiller Beobach­ter sein, das sollen die Jungs in Eigen­regie regeln. Darüber hinaus tritt der SVR noch bei den Turnieren in Heils­bronn und Burggrafenhof an.

Ender Yanik (Trainer ASV Weinzier­lein- Wintersdorf): Ich persönlich habe schon Lust auf die Kickerei in der Halle an sich. Was die BFV-Runde betrifft, haben mir meine Spieler aber relativ zeitig zu verstehen gegeben, dass sie alles andere als heiß darauf sind. An zwei privaten Veranstaltun­gen nehmen wir allerdings teil: den Mitternachtsturnieren des SV Raiters­aich und von Tuspo Roßtal. In beiden Fällen wird übrigens klassischer Hal­lenfußball gespielt.

Uwe Neunsinger (Trainer TSV 1895 Burgfarrnbach): Der Umstand, dass wir bei der Kreisvorrunde auf BFV-Ebene dabei sind, ist schlicht dem geschuldet, dass der Meldebogen ver­schlampt wurde und wir nun automa­tisch mit von der Partie sind. An sich wollten wir dort gar nicht mitmachen. Jetzt müssen wir halt sehen, mit wel­chem Team wir dort antreten. Eventu­ell mit einer Mischung aus Reserveak­teuren und A-Junioren. Futsal an sich mag ja ganz goldig sein, die Quittung verpasst der Zuschauer dem Verband allerdings in schöner Regelmäßigkeit durch sein Fernbleiben. Der TSV wird diesmal an keiner Hallenveranstal­tung, auch keiner privaten mit her­kömmlichem Reglement, teilnehmen. Wir haben viele Verletzte und die wenigen Gesunden kommen aktuell auf dem Zahnfleisch daher. Wir wer­den die spielfreie Zeit zur Regenerati­on nutzen, schließlich haben wir Ziele in der Runde auf dem Feld.

Klaus Wurzbacher (Trainer SC Obermichelbach): Auch wenn uns her­kömmlicher Hallenfußball an sich schon lieber ist als Futsal, haben wir für die Verbandsrunde nachgemeldet. Den Spielern ging es dabei hauptsäch­lich darum, in der Winterpause ein wenig unter Wettkampfbedingungen zu kicken. Die Ambitionen halten sich als A-Klassist aber freilich in Gren­zen. Neben der Vorrunde auf Kreisebe­ne nehmen wir noch an einem Privat­turnier teil. Das soll es dann aber auch gewesen sein in der Halle.

Arno Zeilmann (Trainer STV Deu­tenbach): Wir haben uns eigentlich gar nicht aktiv für die BFV-Runde angemeldet. Ein Vorstandsmitglied konnte schließlich eruieren, dass wir als Bezirksligist automatisch für die Zwischenrunde gesetzt sind. Ich per­sönlich tendierte aber ohnehin in Rich­tung Teilnahme. Bereits in den vergan­genen Jahren traten wir mit einer Mischung aus erster und zweiter Mannschaft bei der Hallenkreismeis­terschaft an. Wer Lust hatte, kickte mit. Diesmal allerdings möchte ich der Angelegenheit einen etwas ernst­hafteren Charakter verpassen. Unter anderem sollen Akteure mit Trainings­rückstand in der Halle die nötige Spielpraxis erhalten.

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