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Thomas Diem: "Wird schwer, aber wir geben Gas!"

Der Coach der SpVgg Nürnberg hat seinen Vertrag unabhängig vom Saisonausgang verlängert

Seit Jahren wird der SpVgg Nürnberg eine schwere Saison vorausgesagt und Spielzeit für Spielzeit bewiesen die Gebersdorfer Jungs mit dem erreichten Klassenerhalt das Gegenteil. Für die „Unabsteigbaren“ verlief die bisherige Runde freilich nicht nach Wunsch und man hat die ungeliebte Rote Laterne inne. Nach dem Winter sollen die fehlenden Punkte geholt werden, um die Mission Klassenerhalt erfolgreich abzuschließen. Unabhängig vom Ausgang hat Trainer Thomas Diem seinen Vertrag verlängert.

Thomas Diem (vorne) und Hans "Bob" Baumeister werden auch in der kommenden Saison die starken Männer in Gebersdorf sein.

 / © Matthias Janousch

Als suboptimal kann man die Ausbeute der Gebersdorfer Jungs in der aktuellen Spielzeit bezeichnen. Nach zwei Siegen, sieben Unentschieden (Ligahöchstwert!) und ebenso vielen Niederlagen ziert die SpVgg Nürnberg das Tabellenende. Verloren ist freilich noch nichts, der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt gerade einmal vier Zähler. „Wir müssen jetzt die Kräfte bündeln und Gas geben. Er wird zwar schwer, aber wir werden uns nichts vorwerfen lassen“, geht Coach Thomas Diem offensiv an die kommenden Aufgaben heran.

Neuzugänge gibt es dabei nicht zu vermelden, vielmehr vertraut man auf den Kader, der in den letzten Jahren jeweils den Klassenerhalt perfekt machen konnte. Nicht mehr dabei ist Amar Mansouri, der sich fristgerecht abgemeldet hat, aber noch keinen neuen Verein präsentieren konnte. Außerdem geht Jakob Irnich studienbedingt ins Ausland und Giovanni Marina ist ein mehrmonatiger Australien-Aufenthalt in Planung. Auf unbestimmte Zeit fällt Pechvogel Martin Winkler aus. Der Außenbahnspieler mit eingebautem Torinstinkt hat sich einen Arm gebrochen. Über weite Teile der Hinrunde fiel er bereits verletzungsbedingt aus, traf in acht Spielen aber trotzdem satte vier Mal und ist damit drittbester Torschütze der Mannschaft hinter Kevin Mühlberg (8) und Tobias Pirkwieser (7).

Ausgezeichnetes Zeugnis für den Coach

Positiv stimmt die Gebersdorfer, dass sie noch acht Heimspiele bei sechs Auswärtsfahrten vor der Brust haben. Immerhin konnten beide Dreier der Saison auf heimischem Geläuf errungen werden. Unabhängig vom Saisonausgang wird Thomas Diem auch in der kommenden Saison die Verantwortung tragen. „Gerade Thomas Diem gibt jeden Tag 100% für diesen Verein und für die Mannschaft. Er kämpft wie kein anderer für diesen Verein“, stellt ihm Spielleiter Hans „Bob“ Baumeister ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. „Wir stehen aktuell vor einer schwierigen Rückrunde in der Kreisliga. Der letzte Tabellenplatz ist ja eindeutig. Zudem können wir uns nicht mit Spielern aus der Landesliga oder Regionalliga verstärken. Wir müssen uns auf uns konzentrieren und mit dem Teamgeist alles aus den verbleibenden Spielen rausholen. Positiv ist, dass es nur 3 Punkte sind, um wieder mitten im Geschehen zu sein. Außerdem sind wir schon mehrmals von allen abgeschrieben worden als Absteiger und haben es allen immer wieder gezeigt.“

Gerade in dieser sportlich schwierigen Zeit wollten die Verantwortlichen ein Zeichen setzen und haben die Zusammenarbeit mit Thomas Diem klassenunabhängig um ein Jahr verlängert. Thomas Diem erklärt hierzu: „Ja ich werde verlängern, egal in welcher Liga. Wir wussten, dass es für uns eine schwere Saison werden wird. Wir haben nicht die Mittel wie andere Vereine in der Liga (A-Jugend oder finanziell). Da sieht es bei uns eher düster aus.“ Vor der Winterpause haben sich Spieler und Verantwortliche zusammengesetzt und die Situation besprochen. „Ich wollte ein Zeichen setzen und habe der Mannschaft mitgeteilt, dass im Moment die Fakten gegen uns sprechen und ich möchte, dass sich jeder der Lage bewusst ist, dass es verdammt schwer wird die Liga zu halten und nicht am Ende der Saison das große Erwachen kommt und alle davonlaufen.“

Deshalb signalisierte der Coach frühzeitig seinen Verbleib, unter der Voraussetzung, dass der Weg gemeinsam gegangen wird. „Manchmal muss man auch das Positive sehen und das sehe ich, denn es zählt der Charakter und der Spaß und den haben wir. Aufgeben werden wir uns nicht, es liegen noch einige Spiele vor uns und wir haben alles selber in der Hand und das Positive ist: die Mannschaft weiß - egal was passiert - wir bleiben zusammen.“ Außerdem hat das Funktionsteam um die Truppe Zuwachs bekommen. Mit Markus Lehmann übernimmt ein ehemaliger Leistungsträger, der sich auch nicht zu schade war im Tor auszuhelfen, Verantwortung. „Markus Lehmann kickt, seitdem er laufen kann, für diesen Verein und identifiziert sich absolut mit der SpVgg Nürnberg. Somit können die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden.“

Markus Lehmann übernimmt Verantwortung, Claudio Scigliuzzo die Zweite

Auch in der 2. Mannschaft gab es zur Winterpause eine Veränderung. Ciro Bruno, der die Reserve in Schlagdistanz zur Aufstiegsrelegation zur A-Klasse geführt hat, verließ den Verein und übernimmt eine neue Aufgabe beim TSV Ammerndorf. Der Versuch mehrere Spieler mitzunehmen wurde durch die Spieler und Verantwortlichen vermieden. Ab der Rückrunde wird der Kapitän der Reserve, Claudio Scigliuzzo, auch das Traineramt übernehmen und als Spielertrainer fungieren. „Claudio Scigliuzzo wird im Laufe des Jahres 2018 seine Ausbildung zum Trainer machen und wir haben ein gemeinsames Ziel, das wir mit unserer Reserve in der Rückrunde verwirklichen wollen“, sagt Abteilungsleiter Eugen Freier.

Aufräumen möchten die Verantwortlichen noch mit den ganzen Gerüchten, die seit geraumer Zeit kursieren: „Die SpVgg Nürnberg durchlebt ein schwieriges Jahr in der Kreisliga Nürnberg. Nichtsdestotrotz werden wir auch nächstes Jahr wieder angreifen, egal in welche Liga. Aber natürlich am liebsten in der Kreisliga Nürnberg. Es wird auch ebenso wenig eine Übernahme und Umbenennung der Fußballabteilung der SpVgg Nürnberg geben sowie dass uns alle Spieler verlassen. Das entspricht nicht der Realität“, heißt es in der Pressemeldung.

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