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Verwechslungsgefahr in Markt Erlbach

Mit Oliver Jakob kommt der Zwillingsbruder von Jochen Jakob.

Eine starke Spielzeit bringt der TSV Markt Erlbach auf nicht ganz gewohntem Terrain auf den Rasen. Als Tabellendritter überwintern die Erlbacher um ihren vor der Saison verpflichteten Spielertrainer Sebastian Kamberger. Der ist freilich insgesamt zufrieden mit dem Auftritt seiner Truppe, wenngleich noch mehr drin gewesen wäre, hätte man sich noch einen Tick konstanter gezeigt. Allerdings musste man mit Jochen Jakob auch einen starken Sechser ersetzen, der im Ausland verweilt. Für Irritationen sorgte er vermeintlich im Training vor der Pause. Doch stellte sich heraus, dass sein Bruder Oliver am Ball war – der einzige Neuzugang im Winter.

Jochen (l.) und Oliver Jakob stehen nun beide im Kader des TSV Markt Erlbach

 / © Montage: Eberle

Eigentlich befindet sich Markt Erlbach geografisch gesehen in der Frankenhöhe. Wie schon vor zwei Jahren wollte es die Einteilung so, dass die Erlbacher in der Nürnberg-Fürther Kreisliga antreten. Nicht nur freudige Gesichter sah man ob der Eingruppierung. Dass den Markt Erlbachern aber die Liga liegt, bewiesen sie von Anfang an. Angeführt von Sebastian Kamberger, den die Verantwortlichen aus seinem Heimatort Trautskirchen loseisen konnten, spielt der TSV um den Aufstieg mit. „Es ist eigentlich eingetreten wie erwartet. Die Nürnberg/Fürther Liga ist spielerisch wahrscheinlich einen Tick stärker als die Frankenhöhe. Offensichtlich liegt uns das aber“, konstatiert Kamberger, der früher für die SpVgg Ansbach und den FSV Erlangen-Bruck die Schuhe in der Bayernliga schnürte.

Obwohl man den dritten Rang belegt, trauert der Trainer den verpassten Gelegenheiten nach. „Auf drei Siege folgten zwei Niederlagen. Es war ein ständiges Auf und Ab. Insgesamt haben wir zu wenig Konstanz gezeigt.“ Kritik auf hohem Niveau könnte man meinen, allerdings auch nachvollziehbar, schließlich ist der TSV Burgfarrnbach als Tabellenzweiter bereits auf sieben Zähler davongezogen, wenngleich die Erlbacher ein Nachholspiel in der Hinterhand haben. „Daran werden wir arbeiten, wir haben aber auch viele junge Spieler“, spielt die Erfahrung dabei auch eine Rolle.

Lukas Pfänder entwickelt sich prächtig

Besonders positiv aufgefallen ist dem Spielertrainer in der aktuellen Saison Lukas Pfänder, der in Abwesenheit von Jochen Jakob einen hervorragenden Job auf der „Sechs“ macht. „Er ist wahnsinnig wichtig, verfügt über eine starke körperliche Verfassung und macht die entscheidenden zwei Schritte mehr“, hat der Coach festgestellt. Ob er Pfänder deswegen positiv erwähnt, weil sich Kamberger damit den einen oder anderen Schritt sparen kann, ist nicht überliefert.

Auf das Saisonziel angesprochen, entgegnet Kamberger mit einem Grinsen: „Wir wollen zweitbeste Frankenhöhe-Mannschaft werden“, muss er selbst lachen. Schließlich gibt es neben Markt Erlbach nur noch den unangefochtenen Spitzenreiter SV Gutenstetten/Steinachgrund in der Liga. „Nein, im Ernst: Jede Woche gibt es Überraschungen in der Liga. Warum sollte dann die Relegation nicht möglich sein?“, fragt er hypothetisch, will damit aber keinen Druck entfachen. Einen entscheidenden Wegweiser spielt dabei der zweite Spieltag nach dem Winter, wenn man mit dem TSV Burgfarrnbach die Klingen kreuzt.

Jochen? Nein, Oliver

Schon vor der Winterpause hätte Oliver Jakob, der nach einer schöpferischen Pause als einziger Neuzugang feststeht, sein Debüt sein Debüt geben können. Allerdings fielen die letzten Spiele 2017 allesamt dem Wetter zum Opfer. Der defensive Mittelfeldspieler kickte zuletzt für den FSV Bad Windsheim und die Verwunderung bei den Spielern war groß, als er erstmals im Training auftauchte. Schließlich gleicht Oliver Jakob seinem Zwillingsbruder Jochen fast wie ein Ei dem anderen.

Jochen meldete sich vor der Saison ins Ausland ab und wird wohl erst gegen Ende April wieder zurückkehren. Offensichtlich sehen sich die beiden so ähnlich, dass einige Spieler davon ausgingen, dass Jakob vor ihnen stünde und fragten ihn, ob er seinen Auslandsaufenthalt wohl doch schon früher abgebrochen hätte, ehe Oliver die Situation aufklären konnte. Vorgewarnt wurde die Mannschaft bewusst nicht. Vielleicht spielen die Zwillinge am Ende der Saison gar zusammen, vielleicht ja sogar die Relegation.

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