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Aus Vernunft und der Zukunftsperspektive wegen

SG 83 und Viktoria informieren über geplante Fusion

Die SG Nürnberg Fürth 1883 und der SC Viktoria verschmelzen schon bald zu einem neuen Verein. Über die Details haben die Verantwortlichen beider Vereine am Montag informiert. Unter anderem soll dem Gelände an der Bertha-von-Suttner-Straße neues Leben eingehaucht werden, um dem Jugendlichen im Stadtteil etwas bieten zu können.

© Gert Belsemeyer

Mit Fusionen kennen sie sich an der Regelsbacher Straße bestens aus. Knapp 30 verschiedene Klubs haben sich seit 1883 in der großen SG Nürnberg Fürth 1883 vereint, die neueste soll den Verein vor allem breiter aufstellen und die Zukunftsaussichten verbessern. „Es gibt keine akute wirtschaftliche Notwendigkeit“, sagt SG-Vorstand Thomas Bach. „Wir machen das rein aus Vernunft und der Zukunftsperspektive wegen.“

Seit zwei Jahren kooperieren die Fußballabteilungen der SG und des SC Viktoria Klubs bereits. Der Kontakt entstand über einen ehemaligen Spieler des SC und dem Fußball-Abteilungsleiter der SG, Stefan Johannsen. Die dritte Mannschaft der SG kooperiert seitdem mit der Ersten der Viktoria, in der vergangenen Spielzeit stieg die Spielgemeinschaft aus der Kreisklasse ab – und auch in der A-Klasse läuft es bislang nicht zufriedenstellend. Dennoch bezeichnen beide Klubs die Zusammenarbeit als Erfolg – einerseits, weil sie seitdem immer einen „reibungslosen Spielbetrieb“ garantieren konnten, andererseits auch, weil sie sich so schrittweise näher gekommen sind, sodass die Idee der Verschmelzung überhaupt erst entstehen konnte.

Der Spielbetrieb an der Bertha-von-Suttner-Straße lag in den letzten Jahren fast komplett brach, von einstmals 450 Mitgliedern sind nur noch weniger als 100 übrig geblieben. „Wir wollen dem intakten Gelände dort neues Leben einhauchen und den Sport in den Stadtteilen St. Leonhard und Schweinau wieder präsenter machen“, sagt Klaus Junker, 1. Vorstand der SG. Die Jugendlichen sollen wieder wohnortnah Fußball spielen können, „Viktoria hatte früher ja eine gute Jugendarbeit“, sagt Junker, „die wollen wir vor Ort wieder aufbauen.“

Die Vorstandschaft beider Vereine infomierte am Montagmorgen über die geplante Fusion.

 / © Gert Belsemeyer

Die SG, das betont Fußball-Abteilungsleiter Johannsen, begreift sich nicht nur als Sportverein, „wir haben auch eine soziale, gesellschaftliche Aufgabe, wir wollen den Leuten mit einem Verein eine gute Struktur an die Hand geben“. Das Gelände soll aber, natürlich, auch den insgesamt 35 Mannschaften der SG eine neue Heimat sein, weil es trotz der fünf Großfeld-Rasenplätze an der Regelsbacher Straße ab und an eng geworden ist. Die Gespräche, das hört man immer wieder, wurden auf Augenhöhe geführt, Reinhold Misof, 1. Vorstand der Viktoria, spricht längst von einem „Wir“, auch sollen für einen Übergangszeitraum mindestens zwei ehemalige SC-Vorstände die Geschicke des neuen Klubs mitbestimmen dürfen. Es soll jedenfalls besser laufen als bei der letzten großen Fusion im Nürnberger Fußball. „Der Zusammenschluss des ATV Frankonia und des SV 73 Süd ist, zumindest im Fußball, gescheitert“, findet Johannsen.

Die Mitgliedszahl des neuen Vereins wird nach der Verschmelzung auf knapp 1200 steigen. Welchen Namen die Sportler, die überwiegend Fußball (knapp 700) spielen, dann auf ihren Trikots tragen werden, ist noch offen und soll bei einer Delegiertenversammlung spätestens im April entschieden werden. Fest steht bislang nur eines: Der Begriff Viktoria wird, in welcher Form auch immer, Bestandteil des neuen Vereinsnamens sein. Im „Verschmelzungsvertrag“, den beide Klubs aufgesetzt haben, haben sich diese auf den 30. Juni dieses Jahres geeinigt, an dem alle juristischen Hürden überwunden sein sollen. In der neuen Spielzeit werden dann alle Mannschaften unter dem Dach des neuen Klubs Fußball spielen.

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