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Kreisliga 2: Der Abstiegskampf ist in Nürnberger Hand

Wie gelingt die Rettung? - Umfrage bei den Trainern

Die Kreisliga 2 ist aus dem Winterschlaf erwacht. Spannend wird die Rückrunde vor allem am unteren Ende der Tabelle, wo sechs Mannschaften ab nächstem Sonntag darum kämpfen, nicht in die Kreisklasse abzusteigen. Aber wie sehen die Trainer der gefährdeten Vereine die restliche Saison?

Enges Rennen gegen den Abstieg: Der Post SV (in Weiß) und Fischbach stecken tief im Tabellenkeller.

 / © Matthias Janousch

Die Fragen:

1. Die Hinrunde lief nicht wie geplant. Warum wird 2018 alles anders?

2. In der Winterpause haben wir ...

3. Am Tabellenende tummeln sich auffällig viele Nürnberger Mannschaften. Was ist da eigentlich los?

4. Der HSV hat seine Bundesliga-Uhr. Was wird beim Klassenerhalt auf dem Sportplatz errichtet?

Thomas Diem (SpVgg Nürnberg, 16. Platz)

© Eduard Weigert

1. Die Mannschaft lebt. Wir dürfen in der Rückrunde einfach nicht mehr so oft unentschieden spielen, das ist bei der Drei-Punkte-Regelung einfach zu wenig. Bevor wir achtmal unentschieden spielen, verlieren wir lieber viermal – und gewinnen viermal. Da haben wir vier Punkte mehr. Ansonsten war das Glück in der Hinrunde nicht auf unserer Seite, wir haben oft knapp verloren oder kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert.

2. ...den Geist aufgefrischt. Wir haben nur bei einem gut besetzten Hallenturnier in Heßdorf mitgespielt, das wir auch gewonnen haben. Ansonsten sollten die Spieler mal runterfahren, regenerieren und neue Kraft tanken. Wir hatten zwar sechs Wochen Vorbereitung, aber die war wetterbedingt eine Katastrophe. Deshalb haben wir improvisiert, waren in der Halle oder haben im McFit Spinning gemacht.

3. Ich weiß es auch nicht. Es ist aber mittlerweile schon Wahnsinn, dass auch in der Kreisliga gilt: Ohne Moos nix los. Beim Tabellenführer Steinachgrund, der ja erst aufgestiegen ist, hat der schlechteste Spieler Landesliga-Format. Mit einem fairen Wettkampf hat das nichts zu tun, wenn bei denen ein Brian Gallo, der früher bei den Bayern war, auf dem Platz steht. Es fließt eben viel Geld, und die Spielvereinigung als kleiner Verein hat es da schwer. Vor der Saison war uns auch klar, dass es hart werden wird, mit Steinachgrund, Falke und Wacker kamen starke Aufsteiger dazu – wenn wir den Schritt nach unten gehen müssen, gehen wieder eben nächstes Jahr wieder hoch. Aber erst mal geben wir nicht auf, es ist ja alles sehr eng.

4. Puh. Da fällt mir nichts ein. Aber wenn wir unser Ziel erreicht haben, wird die Hütte brennen.

Mario Bierbrauer (Post-SV, 15. Platz)

© Stefan Hippel

1. Weil wir endlich wieder aus dem Vollen schöpfen können und hoffentlich verletzungsfrei bleiben. Dadurch haben wir wieder mehr Möglichkeiten und ich hoffe, dass man meinen Namen nicht mehr auf dem Spielberichtsbogen finden muss. Das will ich den Zuschauern und den Spielern nicht noch einmal antun.

2. ...also ich habe einige meiner Spieler beim Skifahren gesehen. Diese Einheit beim Höhentrainingslager ist allerdings nicht jedem so gut bekommen, der Après-Ski hat bei manch jungem Spieler zu Problemen geführt. Ansonsten hatten wir das große Glück, dass wir einen Kunstrasenplatz haben. Da könnten wir den anderen Mannschaften schon einen Schritt voraus sein. Einmal hat auch eine Fitnesstrainerin die Jungs gequält, es ist wichtig, ganzheitlich zu trainieren. Ich habe selbst 30 Jahre lang Fußball gespielt, 26 Jahre davon bin ich nicht mit meinen Fingern auf den Boden gekommen.

3. Es ist ein großes Problem, dass den Vereinen in der Stadt der Nachwuchs fehlt. Es hat sich so entwickelt, dass es viele andere Angebote gibt und der Fußball nicht mehr einen so großen Stellenwert hat. Das merkt man ja an den Zuschauerzahlen, ich habe 2000 mein erstes Spiel gemacht, da kamen immer 150 bis 200 Leute. Mittlerweile kann man froh sein, wenn die Zahlen im mittleren zweistelligen Bereich liegen.

4. Unser exzellenter Wirt wird dann unsere 43er-Milch-Maßen in die Kabine reichen, um alle mit einem leckeren Kaltgetränk zu versorgen. Aber natürlich hatten wir eigentlich ganz andere Ambitionen, da sind wir gnadenlos gescheitert.

Manuel Bergmüller (TSV Fischbach, 14. Platz)

© Stefan Hippel

1. Weil ich wieder als Trainer zurück bin. Das klingt jetzt arrogant, aber ich glaube, dass es für meine Mannschaft noch einmal ein zusätzlicher Anreiz ist. Ich merke, dass sie es besser machen wollen als in der Hinrunde. Da haben wir mehr Spiele verloren als gewonnen, das macht sich dann eben nicht so gut in der Tabelle.

2. ...nichts mit Fußball gemacht. Unser Platz war seit Wochen tiefgefroren, weshalb wir auch noch mal ein kurzes Trainingslager in der Weltstadt Moosburg an der Isar gemacht haben. Dort gab es einen Kunstrasen und wir waren dort, als das Wetter so schön war. Das waren super Bedingungen – aber ich habe schon einige Male neidisch zum Post SV geschaut, weil die einen Kunstrasen haben. Ich bin ja mit einigen Trainern aus unserer Liga befreundet, und die hatten alle das gleiche Problem wie wir. Es wird deshalb spannend, wie alle aus den Startlöchern kommen.

3. Stein ist nicht Nürnberg! (lacht) Aber wir haben doch mit Germania, Eibach und Wacker auch Vereine, die oben mitspielen. Unten wird es aber wirklich spannend, denn da sind viele Mannschaften dabei, die eigentlich zu gut sind, um abzusteigen – aber drei wird es erwischen, ich glaube aber nicht, dass es die sein werden, die gerade dastehen. Für uns ist es nur blöd, dass wir jetzt gegen Wacker, Gutenstetten und Burgfarrnbach beginnen müssen.

4. Wenn wir mal zum Kreisliga-Dino werden, haben wir viel geschafft. Wir haben sehr viel investiert, um dort hinzukommen und sind sehr stolz, das erreicht zu haben. Wir wollen natürlich drinbleiben und genießen es jedes Mal, wenn wir uns mit den anderen messen dürfen. Das wollen wir natürlich auch in der nächsten Saison.

Alexander Eberlein (ASC Boxdorf, 13. Platz)

© Sportfoto Zink

1. Darauf kann ich nur hoffen. Die Vorbereitung war extrem schwierig, wir konnten kaum etwas auf dem Platz machen und haben stattdessen viel für die Kraft und die Fitness getan. Laufen und Kratzen und Beißen, das sind Tugenden, die man erst einmal an den Tag legen muss, bevor man wieder den schönen Fußball spielen kann. Nur mit Tiki-Taka kann man nicht erfolgreich sein, es gewinnt eben nicht immer die auf dem Papier bessere Mannschaft – das sieht man ja auch gerade unter anderem an Borussia Dortmund.

2. ...überlegt, wo wir trainieren können, wo eine Halle oder ein Kraftraum frei ist. Wir waren mal mit einem Personaltrainer im Fitness-Studio, haben Dauer- und Intervallläufe gemacht. Eigentlich geht ja jeder gerne ins Training, jeder kickt gern, aber wenn es so läuft, ist es für einen Trainer am schwierigsten, die Jungs über den Winter bei Laune zu halten. Teilweise war die Stimmung schon im Keller.

3. Keine Ahnung. Dafür hab ich keine Erklärung. Vielleicht ist es Zufall, vielleicht wollen wir es besonders spannend machen. Wir sind ein Aufsteiger, von uns hat niemand erwartet, dass wir durchmarschieren, andere haben vielleicht einen Umbruch oder tun sich aus anderen Gründen schwer.

4. Wir bekommen eine neue Schuhwaschanlage, aber die kommt sicher auch, wenn wir absteigen sollten. Vor ein paar Monaten haben wir einen Whirlpool bekommen, der Verein gibt sich schon sehr viel Mühe, dass es den Fußballern, dem Aushängeschild, gut geht.

Thomas Eckert (FC Stein, 12. Platz)

© Sportfoto Zink

1. Ich habe den FC ja erst im Februar übernommen und kann deshalb nur das Hier und Jetzt beurteilen. Aber wir haben sicherlich in der Hinrunde zu wenig Tore geschossen, daheim haben wir nur sechsmal getroffen - da ist die Punktausbeute dann natürlich gering.

2. ...viel im Läuferischen und Kraftbereich gemacht, um den Gegner über 90 Minuten Paroli bieten und ein gewisses Tempo gehen zu können. Aus der Mannschaft habe ich erfahren, dass es in der Hinrunde oft nach 60, 70 Minuten einen Leistungseinbruch gab.

3. Aus meiner bisherigen Trainerzeit weiß ich, dass in den Ortschaften außerhalb der Stadt oft der Zusammenhalt größer ist. Außerdem gibt es dort nicht an jeder Ecke einen Verein, die Spieler haben also nicht so viel Auswahl. In Raitersaich hatten wir damals eine gute Mischung aus Einheimischen und Auswärtigen, das hat sich gut ergänzt.

4. Die Uhr des Hamburger SV wird ja bald aufhören zu ticken. Unsere Steiner Uhr wird weiter ticken und wir werden sicherlich ein rauschendes Fest feiern, denn so wie ich die Spieler in den ersten Wochen kennengelernt habe, werden wir das auch ganz gut können.

Peter Wagner (TB Johannis, 11. Platz)

© Sportfoto Zink

1. Ich hoffe, dass wir nicht so viele Verletzte haben wie in der Hinrunde. Einige fallen zwar noch länger aus, dafür haben wir ein paar Neuzugänge, so dass wir glauben, dass die Voraussetzungen besser sind als in der Hinrunde.

2. ...den Akku aufgeladen. Für uns beginnt jetzt eigentlich erst die Vorbereitung, weil entweder das Wetter nicht mitgespielt hat oder die halbe Mannschaft mit Grippe im Bett lag, als wir Testspiele machen wollten. Ich hätte gerne bereits am vergangenen Wochenende gespielt, damit wir wieder in einen vernünftigen Rhythmus kommen und uns auf Fußball konzentrieren. Nach so langer Pause juckt es einen doch.

3. Da stehen einige Mannschaften zu Unrecht unten drin, die von der Qualität her dort nichts verloren haben. In der Liga bewegen sich viele Mannschaften auf Augenhöhe, da könnten manche von unten auch auf dem dritten Platz stehen.

4. Wir könnten dann ernsthaft überlegen, ob wir einen Wunsch der Mannschaft erfüllen und ein Kühlschrank in die Kabine kommt.

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