Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Einstand nach Maß für Juri Judt in Burggrafenhof

Ex-Profi hat die ersten drei Partien als Spielertrainer gewonnen und erklärt Anspruch und Konzept

Die prominente Verstärkung beim SV Burggrafenhof scheint sich auszuzahlen. Unter ihrem Spielertrainer Juri Judt, Ex-Profi der SpVgg Greuther Fürth und des 1.FC Nürnberg, eilen die „Hiefer“ seit der Winterpause von Sieg zu Sieg. Die Fürther Nachrichten haben nachgefragt, wie es ihm im Fürther Landkreis gefällt und ob nun auch der Aufstieg ein Thema ist.

Die Nummer sechs ist gut gelaunt: Juri Judt, einst beim Kleeblatt und beim Club, hat in der Kreisliga beim SV Burggrafenhof eine neue Heimat gefunden. 

 / © Florian Burghardt

Ein kleiner Stein fällt Juri Judt schon vom Herzen angesichts seines erfolgreichen Einstands beim SV Burggrafenhof. Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Kreisligist den ehemaligen Profifußballer – über 200 Einsätze, unter anderem für die SpVgg und den Club – als Spielertrainer für die erste Mannschaft vorgestellt. Die war nach einem guten Saisonstart ins Schlingern geraten und stand plötzlich gefährlich nahe an den Abstiegsrängen. Als Übungsleiter und gleichzeitig Spieler auf dem Platz soll Judt die „Hiefer“, wie sie auch genannt werden, zurück in sichere Gefilde führen. Das scheint nun schneller zu klappen, als viele gedacht haben. Vor dem Auftakt der Rückrunde hatte Judt seiner Mannschaft bereits viel Potential bescheinigt und versichert, dass es mit dem Nichtabstieg klappen werde. Keine leeren Floskeln, wie sich spätestens jetzt herauszustellen scheint.

Denn die ersten drei Spiele unter dem Ex-Profi gewann die Mannschaft allesamt. Nach einem 1:0-Auswärtssieg bei der Sp Vgg Nürnberg und einem Heimspieldebüt mit 4:2 gegen den FC Stein folgte am vergangenen Sonntag ein besonderer Grund zur Freude für die „Hiefer“: Mit 4:1 fegten sie Tabellenführer SVG Steinachgrund vom Platz. Damit steht Burggrafenhof nun bei zwei Spielen weniger fünf Punkte über dem Abstiegsrelegationsplatz. „Ich habe von Anfang an nicht mit dem Aufstiegsgedanken gespielt und tue das auch jetzt nicht“, antwortet Judt auf die Frage, ob aufgrund der kleinen Siegesserie nun vielleicht doch mehr drin ist als der Nichtabstieg. Viel wichtiger ist es aus seiner Sicht, die Freude über die anfänglichen Erfolge mitzunehmen und die Stimmung im Team hochzuhalten. „Die Jungs müssen Spaß haben. Das ist im Amateurbereich das A und O“, erklärt Judt. Denn wenn der Erfolg ausbleibt, darf nicht auch der Teamgeist sofort wieder einbrechen. Und das könne in der Kreisliga leicht passieren. Schließlich spielt hier, anders als bei den Profis, das Verletzungspech eine größere Rolle.

„Man hat hier nicht für jeden Leistungsträger einen gleichwertigen Ersatz. Fällt so jemand aus, kann das einen schon reinreiten“, weiß Judt, der in Burggrafenhof seine erste Trainerstation überhaupt angetreten hat. Zuvor bei seinem Jugendverein FC Bayern Kickers war er nur Spieler. Neben der Zusammensetzung des Kaders in Burggrafenhof ist der 31-Jährige noch mit weiteren Unterschieden zwischen Profi- und Amateurfußball konfrontiert. Etwa beim Zuschaueraufkommen. „Natürlich hat man weniger Publikum als in der Bundesliga. Aber ich habe in den vergangenen Jahren auch nicht in den größten Stadien gespielt. Ob 200 oder 2000 Zuschauer, das ist mir persönlich egal.“

Sprints immer mit Ball

Zudem ist Judt natürlich bewusst, dass seine Spieler bei den beiden abendlichen Trainingseinheiten unter der Woche jeweils schon einen ganzen Arbeitstag in den Knochen haben. Er selbst absolviert gerade in Vollzeit eine Ausbildung zum Verwaltungswirt beim Landesamt für Statistik in Fürth. In der Vorbereitung kam noch erschwerend hinzu, dass der neue Coach vor allem Ausdauer und Fitness seines Teams verbessern wollte. Auch hier sei der Faktor Spaß besonders wichtig. „Beispielsweise kann man die anstrengenden Liniensprints ja mit einem Torabschluss verbinden und anstatt einer Stunde Waldlauf nur 30 Minuten Intervallläufe machen. Dann ist es nicht so öde“, erläutert Judt.

Seine Methoden scheinen bei den Spielern anzukommen. Die Trainingsbeteiligung sei bislang sehr gut. „Sollte sie sinken, dann hätte das auch mit meinem Training zu tun, und ich müsste umdenken“, sagt der Ex-Profi selbstkritisch. Doch davon ist man beim SV Burggrafenhof aktuell weit entfernt. 

Mehr zum Thema