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Familienzusammenführung in Burggrafenhof – Eyüp zieht den AH-Trumpf

Vorschau Kreisliga 2 Nachholspiel, Mittwoch

Im Nachholspiel geht es sowohl für den SV Burggrafenhof als auch für den SV Eyüp Sultan um einiges. Die Hufer Jungs um Spielertrainer Juri Judt könnten mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen und den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf komfortable zehn Punkte schrauben. Die Sultane dagegen sind fast schon zum Punkten verdammt, um die Rote Zone hinter sich zu lassen. Dabei gibt ein Spieler sein Debüt, der schon höherklassige Erfahrung hat.

Die Brüder Michael (am Ball) und Juri Judt (r.) spielen nun im gleichen Trikot. Ob das auch am Mittwoch der Fall sein wird, entscheidet das Sportgericht noch.

 / © Matthias Janousch

Am vergangenen Sonntag setzte sich Juri Judt erstmals seit der Amtsübernahme in Burggrafenhof auf die Bank. Genauer gesagt saß er gar nicht auf der Bank, sondern kam aus privaten Gründen erst zur zweiten Hälfte gegen den TB Johannis 88. Nachdem er sich eingewechselt hatte, gelang es auch mit dem Toreschießen. „Es war eine klare Angelegenheit, zunächst haben aber die Tore gefehlt. Wir sind geduldig geblieben und dann hat es auch geklappt.“ Nach Toren von Patrick „Bazi“ Raab und Florian Weißer stand am Ende ein 2:0-Erfolg. Nun will Judt mit seinem Team nachlegen und „einen weiteren Konkurrenten auf Abstand halten. Mit einem Sieg hätten wir schon ein Bein in der Tür.“ Zehn Punkte Vorsprung hätte man dann auf die Abstiegszone. Besonders gute Erinnerungen hat er an den SV Eyüp Sultan derweil nicht. Noch im Trikot des FC Bayern Kickers kreuzte er mit dem kommenden Gegner im Pokal die Klingen und flog im Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb. „Für sie geht es um einiges. Deswegen erwarte ich ein hartumkämpftes Spiel.“ Personell kann Judt fast aus dem Vollen schöpfen. Martin Stiegler fällt mit anhaltenden Rückenproblemen aus und wie lange die Sperre gegen Michael Judt nach dessen Roter Karte gegen Post ausfallen wird, ist noch nicht verhandelt. Apropos: Michael Judt ist übrigens der Bruder des Ex-Profis. Als Vorgriff auf die neue Saison bezeichnet Juri Judt seinen Bruder. „Er braucht noch ein bisschen. Wir haben uns öfter mal über seine Reaktivierung unterhalten und jetzt habe ich ihn aufgrund von Verletzungen und Sperren einfach mal ins kalte Wasser geworfen.“ Zehn Jahre hat Michael nicht mehr im Verein gespielt. Erstaunlich ist dabei, dass man ihm diese doch sehr lange Pause kaum anmerkt. „Mit etwas mehr Ehrgeiz hätte er vielleicht auch einen großen Wurf machen können“, merkt Juri Judt mit einem Schmunzeln an. „Er ist ein Heißsporn. Da muss ich ihn noch bremsen.“ Diese Eigenschaft hat er gegen Post unter Beweis gestellt. Da funktionierte die Bremse noch nicht wie gewollt. Nachgewiesen hat er aber auch, dass er eine Verstärkung für die Truppe sein kann, denn gefährlich wurde es allemal, wenn er sich in den Angriff einschaltete.Das Spiel beim Post SV hat sich auch Eyüp-Coach Fatih Aslan angesehen und war beeindruckt vom Kampfeswillen der Burggrafenhofer, die nach den Platzverweisen gegen die Familie Judt in der 67. Minute nur noch mit acht Feldspielern agieren konnten und trotzdem das 2:2 hielten. Gegen die DJK Eibach verlor man am vergangenen Wochenende zum dritten Mal in Folge. Offenbar ist den Sultanen der 5:1-Auftaktsieg bei Primus SV Gutenstetten/Steinachgrund nicht bekommen. Schließlich reichte es danach nur noch für einen Punkt (1:1 gegen Poppenreuth) bei vier Niederlagen. Gegen Eibach sahen zudem Faruk Özkan und Firat Yalcin die Rote Karte, sodass sie gegen den SVB gesperrt sind. Außerdem wird Keeper Kazim Bilir beruflich bedingt fehlen und Serhat Ülkü hat sich in den Urlaub verabschiedet. „Wir müssen unser Umschaltspiel deutlich verbessern“, weiß Aslan, wie man in Burggrafenhof auftreten will. „Es wird nicht leichter. 100 Prozent reichen nicht mehr, jeder muss 150 Prozent geben und wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken. Burggrafenhof dürfen wir nicht zur Entfaltung kommen lassen.“ Außerdem sollen die Sultane wieder öfter den Abschluss suchen, schließlich zeigte man gegen Eibach zumindest bis zum Strafraum gute Ansätze. Einer, der weiß, wo das Tor steht, wurde nun reaktiviert. Nehat Merdzanovski, einst beim TSV Neustadt/Aisch und beim 1. SC Feucht aktiv, spielt seit Kurzem für die AH-Mannschaft Eyüps. Der Mann mit der linken Klebe, der zuletzt für den Post SV in der Bezirksliga spielte, hat auch schon mit der Mannschaft trainiert und seine Zusage für Mittwoch gegeben. Ob sein Engagement zumindest bis zum Saisonende ausgedehnt werden kann, steht noch nicht fest. „Im Training hat er mich einmal abgeschossen, dass ich mich fast gedreht hätte“, kann sich Aslan ein Lachen nicht verkneifen. Den Abschluss hat Merdzanovski also offensichtlich nicht verlernt.

Nehat Merdzanovski hilft nun dem SV Eyüp Sultan im Abstiegskampf.

 / © Jürgen Rauh / Sportfoto Zink
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