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Underdog Arberg siegt vom Punkt

Kreispokal Finale

Riesenerfolg für den SV Arberg: Der Kreisligist hat am Tag der Arbeit eine wahre Energieleistung vollbracht und erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Toto-Pokal im Kreis Nürnberg/Frankenhöhe gewonnen. Nach dem 8:6 (3:3)-Erfolg im Elfmeterschießen gegen den Bezirksligisten FC Kalchreuth freut sich der SVA nun auf einen „dicken Fisch“ in der ersten Pokalrunde auf Landesebene.

Jubel in Arberg: Der SVA holt sich den Pokla.

 / © Hochreuther

Für viele Amateurvereine ist der Pokalwettbewerb eher Nebensache, viel wichtiger ist da der Ligabetrieb. Wie man beides vereinen kann, das hat in der aktuell laufenden Spielzeit der SV Arberg in Perfektion demonstriert. Als Aufsteiger hat sich die Mannschaft von Trainer Michael Endres vom Abstiegskampf in der Kreisliga Frankenhöhe fern gehalten, der Pokalwettbewerb auf Kreisebene war der Bonus. Ein willkommener, wie Christoph Nagler am Dienstagabend versicherte: „Warum sollten wir denn den Pokal nicht ernst nehmen?“, fragte ein zufriedener SVA-Kapitän, nachdem er bereits zahlreiche Glückwünsche zum Triumph entgegen nehmen durfte. Ja, warum denn eigentlich nicht? Der Reiz dieses Wettbewerbs wurde am Maifeiertag ausreichend demonstriert. Knapp 400 zahlende Fans fanden sich bei optimalem Fußballwetter an den Xaver-Schlecht-Sportstätten in Arberg ein, auf dem Platz standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die den Pokalsieg wollten. Der in der Bezirksliga Nord im hinteren Mittelfeld positionierte FC Kalchreuth aus dem Landkreis Erlangen/Höchstadt hatte auf seinem Weg ins Endspiel die „Klassenkameraden“ ASV Zindorf (4:1), SV Mosbach (4:0) und FSV Stradeln (3:0) aus dem Weg geräumt. Der SV Arberg wiederum wurde in diesen Wettbewerb mit dem Erstrundenlos SV Ornbau quasi hineingeschubst. „Das Derby darfst du ja nicht verlieren“, sagte Christoph Nagler im Rückblick auf das Duell gegen den Nachbarn noch im vergangenen Jahr, das Nagler und Co. mit 6:5 nach Elfmeterschießen gewonnen hatten. Es folgte ein 2:0-Erfolg über den Nürnberg Kreisligisten Eyüp Sultan sowie ein 3:0-Sieg gegen den allerdings auch dezimierten Bezirksligisten SG 83 Nürnberg. Und nun also im Finale erneut ein höherklassiger Kontrahent.

Kalchreuth sah nach 45 Minuten bereits wie der Sieger aus. Zwar begann das Duell verhalten wie ausgeglichen, doch mit zunehmender Spieldauer wurden die von Joao Oliveira trainierten Gäste zielstrebiger. Ein Kopfball von Lars Mehlig ging noch drüber (22.), bei einem Freistoß von André Sundelin durfte SV-Schlussmann Johannes Kergl durch den Fünfmeterraum fliegen (28.). Kurz darauf war es ein Doppelschlag, der den FCK und die zahlreichen mitgereisten Fans von der Kalchreuther Alm jubeln ließen. Der freistehende Adrian Bayerlein per Kopf (29.) und Lars Mehlig mit einem trockenen Linksschuss aus 18 Metern (33.) ließen den Arberger Anhang verstummen. Christoph Nagler konnte auf Vorarbeit des gerade eben eingewechselten Thomas Weinmann mit der ersten Torchance der Hausherren verkürzen (38.), doch postwendend kam mit dem 1:3 durch Bayerlein der nächste Nackenschlag (39.). „Wir haben damit gerechnet, dass wir auch mal in Rückstand geraten können“, räumte SV-Torschütze Nagler nach der Partie ein – und erklärte damit auch, warum sich die Endres-Elf in der zweiten Hälfte wenig beeindruckt vom Rückstand zeigte und sich nach dem Seitenwechsel forsch an die Aufholjagd machte. Dominik Greß bereitete das 2:3 von Weinmann vor (53.), eine Einwechslung verlieh den Gastgebern weiteren Auftrieb. Mit viel Applaus schickte Trainer Endres den lange krankheitsbedingt vermissten Jan Semmlinger aufs Feld (58.). Sein Bruder Felix war es, der für den umjubelten Ausgleich sorgte: In seinen Schuss warf sich FC-Kapitän Markus Giering, die gut positionierte und gut leitende Annette Hanf zeigte sofort auf den Punkt, Felix Semmlinger verwandelte den Strafstoß zum 3:3 (75.). Dabei hätte es in der packenden Schlussviertelstunde nicht bleiben müssen, doch die beiden Kontrahenten trieben die Spannung in die Höhe und gingen ins Elfmeterschießen. Hier trafen alle fünf Arberger Schützen, zudem parierte Kergl gegen Adrian Bayerlein – und die Pokalsiegerfeier durfte beginnen. „Wir haben immer daran geglaubt und nie aufgegeben“, bilanzierte ein stolzer Christoph Nagler nach einer Partie, die vor einer schönen Kulisse mit harten aber fairen Bandagen geführt wurde. Als einer von 24 bayerischen Kreissiegern ist der SV Arberg nun für die erste Runde auf Landesebene qualifiziert, wo er sich in seinem regionalen Topf einen Gegner aussuchen kann – von der Landesliga bis zur dritten Lage. Zudem bekam der Kreisligist für seinen ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte einen Scheck über 700 Euro überreicht (für Kalchreuth waren es 300). „Holt euch einen geilen Gegner auf eure tolle Sportanlage“, sagte Thomas Raßbach, Vorsitzender des Kreises Nürnberg/Frankenhöhe, bei der Siegerehrung. Ein weiterer Lohn dafür, dass man einen mancherorts verschmähten Wettbewerb ernst nimmt.

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