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FSV Ipsheim und FC Oberndorf bilden eine Spielgemeinschaft

"Es ist für uns alle ein großer Schritt, hoffentlich einer in die Zukunft“

Die alten Rivalitäten im Fußball bröckeln. Schuld sind gesellschaftlicher Wandel und Nachwuchsmangel. „Historisch“ ist es dennoch für Rudi Herbolsheimer, Vorsitzender des FC Oberndorf, dass ab der kommenden Saison sein Verein eine Spielgemeinschaft mit dem FSV Ipsheim eingehen kann. Aus Sicht des vermeintlich größeren Nachbarn: eingehen muss. Aber er pflichtet dem FSV-Chef Karlheinz Schauer bei, wenn dieser sagt: „Es ist für uns alle ein großer Schritt, hoffentlich einer in die Zukunft.“

Händedruck mit Nachdruck: Karlheinz Schauer (links) und Rudi Herbolsheimer.

 / © Lauer

 Im Gespräch mit den zwei treibenden Kräften der Zusammenarbeit spürt man Enthusiasmus und Optimismus. Sie sehen die Kooperation als Chance, die wegen der strukturellen Änderungen im Fußball nur logisch ist. „Euphorisch sind wir vor allem, dass die Vernunft gesiegt hat“, sagt Schauer. Er und Herbolsheimer können nicht verhehlen, dass es Widerstand gibt. Vor allem von Vereinsmitgliedern, die eher am Spielfeldrand stehen. Beim FCO blieb es bei Androhungen, beim FSV seien laut Schauer tatsächlich zwei Mitglieder sofort aus dem Verein ausgetreten. „Da schluckt man schon.“ Doch die Vorsitzenden erhielten Zuspruch von den Spielern. Die Gespräche seien sogar „besser gelaufen als erwartet“, sagt der FSV-Chef.

Dass sich die zwei Fußballer seit Kindesbeinen an gut verstehen, habe es einfacher gemacht. Das „persönliche Verhältnis“ zu Schauer, der 2017 ins Amt kam, sei besser als zur alten FSV-Führung, sagt Herbolsheimer. Dass die Nachbarn nicht die jeweils erste Wahl des anderen waren, ist aber auch klar. SC Dietersheim, SV Ickelheim – es gab auch andere Überlegungen. Doch räumlich gesehen sei die Ehe zwischen FSV und FCO „das Passende“, sagt Schauer.

Daneben gibt es vor allem sportliche Gründe. Der FSV Ipsheim hat seit zwei Jahren wieder ein Team in der B-Klasse gemeldet. Ohne ständige Hilfe der Alten Herren wäre der Spielbetrieb aber kaum aufrechtzuerhalten. „Der Paul hat viel leiden müssen in den letzten zwei Jahren“, sagt Schauer über FSV-Coach Paul Stierhof. Demgegenüber steht der eher aufstrebende FC Oberndorf, der in der A-Klasse 5 vorne mitspielt. Der Kader von FCO-Coach Peter Lutz ist tendenziell zu groß für nur eine Mannschaft. Dazu kommt die Tatsache, dass aus der Jugend bis zu acht Talente zur neuen Saison dazustoßen könnten. Oberndorf braucht eine Zweite Mannschaft. Der Plan ist also: Die neue FCO-Zweite spielt in der SG mit der FSV-Ersten in der B-Klasse in Ipsheim, die FCO-Erste bleibt eigenständig in der A-Klasse und trägt ihre Heimspiele in Oberndorf aus.

Ausgerechnet Schauer würde gerne sehen, dass seine Ipsheimer auch in Oberndorf in der A-Klasse kicken könnten. Das bleibt 2018/19 noch ausgeschlossen, aber was nicht ist, soll eigentlich bald kommen. Die Vorsitzenden denken „perspektivisch“, sagt Schauer. Wenn die Kooperation gut anläuft, werde man sie auf jeden Fall ausbauen. Dass das nicht von allein gehen wird, ist Schauer klar. Er schaut seinen Kumpel Rudi Herbolsheimer an und sagt: „Wir müssen das vorleben!“

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