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Der ATV Frankonia darf vom Doppelaufstieg träumen

Die erste und die zweite Mannschaft spielen in der Relegation

Die Fußballer des ATV 1873 Frankonia könnten bald doppelt jubeln. Beide Mannschaften werden die Spielzeit in der A-Klasse auf dem Relegationsplatz beenden und dürfen schon bald um den Aufstieg spielen. Der Sportdirektor freut sich – Druck macht er sich und den Spielern aber keinen.

"Wir wollen mit beiden Mannschaften nach oben": Dann würden sie beim ATV 1873 Frankonia vermutlich noch ein bisschen mehr jubeln wie hier beim Sieg gegen den SC Germania II.

 / © Christian Woiwode/fussballn.de

Der sportliche Höhenflug seines Vereins hat Dirk Sammiller nicht überrascht. Seit dem vergangenen Wochenende steht fest, dass sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft des ATV 1873 Frankonia in den nächsten Wochen um den Aufstieg in die Kreisklasse spielen werden. "Ich kenne unsere Fußballer", sagt der Sportdirektor des Fusionsvereins. Inzwischen redet der 46-Jährige wieder gerne über die Entwicklung in Gebersdorf, "wir haben früher viele Negativschlagzeilen geschrieben", sagt er, "darauf sind wir auch nicht stolz".

Stolz ist er aber schon darauf, was sie sich mittlerweile aufgebaut haben. Den Abstieg der ersten Mannschaft aus der Kreisklasse konnte auch der neue Trainer Thorsten Eiser nicht mehr abwenden, den sie extra für die Relegation gegen den ESV Rangierbahnhof II geholt hatten. "Uns war klar, dass das für ein Spiel nichts mehr bringt", sagt Sammiller. Das tat es tatsächlich nicht, nach dem deutlichen 0:7 stieg Frankonia in die A-Klasse ab – dafür brachte die Verpflichtung Eisers umso mehr für den Neuaufbau in der A-Klasse.

Rang eins knapp verpasst

Aus den ersten drei Spielen holten sie nur einen Punkt, dann aber kehrte der Erfolg zurück. "Am Anfang lief es noch nicht so, nach einigen unnötigen Niederlagen aber hat sich die Mannschaft gefunden", sagt der Sportdirektor, der sich einige Zeit sogar noch berechtigte Hoffnung auf den ersten Platz und damit den direkten Wiederaufstieg machen durfte. "Es hat nicht sein sollen, aber wir haben in dieser Saison trotzdem viel erreicht", findet Sammiller.

Als wäre dieser Erfolg nicht schon schön genug für ihn und seinen Verein, schreibt auch die zweite Mannschaft inzwischen wieder positive Schlagzeilen. Vor zwei Jahren wechselte die damalige erste Mannschaft des 1. FC Trafowerk zum ATV und spielte im vergangenen Jahr noch ganz ohne Druck in der Privatrunde. Vor dieser Spielzeit aber hatten sie alle wieder große Lust, sich im regulären Ligabetrieb mit Gegnern zu messen – was ihnen dann auch ziemlich gut gelang. Mit 43 Punkten hat die Zweite zwar zehn Punkte weniger geholt als die Erste, in der A-Klasse 8 wird aber auch das für den dritten Platz und damit die Relegation reichen. Am Sonntag dürfen sie sich noch einmal mit der zweiten Mannschaft des SV Raitersaich messen – in der kommenden Saison wollen sie dann eine Liga weiter oben Fußball spielen.

"Wir wollen mit beiden Mannschaften nach oben", sagt Sportdirektor Sammiller. In der Kreisklasse wäre das auch noch möglich, weil beide dann weiterhin in unterschiedlichen Staffeln spielen könnten. Einen erneuten Doppelaufstieg in die Kreisliga hingegen dürfte es nicht geben – aber davon will beim ATV 1873 Frankonia auch noch niemand reden.

Jetzt hoffen sie erst einmal auf "ein bisschen Losglück" und dann auf schöne Fußballfeste, an deren Ende sie noch ein bisschen mehr feiern dürfen als ihre Gegner. Vielleicht klappt tatsächlich das kleine Wunder und beide Mannschaften dürfen der A-Klasse gemeinsam entfliehen, vielleicht schafft es auch nur einer. Taktieren und dann die bessere Mannschaft gegen den vermeintlich schlechteren Gegner antreten lassen – das werden sie jedenfalls nicht machen.

Seit Oktober nicht verloren

Und Druck will Dirk Sammiller seinen Spielern auch nicht machen. Zu gut hat es geklappt, als sie in dieser Saison einfach befreit aufspielen und den Fußball wieder mit Freude verbinden durften. Die erste Mannschaft hat seit dem 22. Oktober nicht mehr verloren und seither elf von 14 Partien gewonnen – darunter waren auch einige deutliche Erfolge wie ein 10:0 oder 6:1. Zuletzt besiegten sie sogar den Tabellenführer Tuspo Nürnberg, dem sie so gerne in die Kreisklasse folgen würden.

Überraschend ist der Erfolg aber tatsächlich nicht. Die Mannschaft ist mit erfahrenen Spielern wie Amornwut Schmidt, Kevin Ott und Eugen Probst, die schon höherklassig gespielt haben, gespickt, die dem Team Stabilität verliehen und vorangehen. Ott und Schmidt haben zusammen 38 Tore geschossen und den Höhenflug offensiv eingeleitet. Doch auch wenn der nicht über den Sommer hinaus anhalten sollte, wird Dirk Sammiller nicht traurig sein. "Fußball ist nicht planbar, wenn wir es nicht schaffen, dann geht die Welt auch nicht unter", sagt er. "Wir lassen die Jungs einfach machen."

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