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Damian Gliscinski: "Die Mischung macht‘s aus"

Nach dem 5:3 über Zirndorf

Der ASV Weinzierlein-Wintersdorf gewinnt und gewinnt. Dabei hatten nicht viele Experten die Truppe um Trainer Damian Gliscinski vor der Saison als Aufstiegskandidat auf dem Zettel, aber im Moment stehen sie ungeschlagen an der Tabellenspitze der Kreisklasse 5. Ein 5:3-Erfolg im Derby gegen den TSV 61 Zirndorf macht aus dem bislang guten Saisonstart einen sehr guten.

Der zweifache Torschütze Daniel Pröpster bejubelt seinen Treffer zum 1:0. Nach der Pause nahm das Derby gegen den TSV Zirndorf erst richtig an Fahrt auf.

 / © Jürgen Rauh/Zink

Mit Spaß und mannschaftlicher Geschlossenheit zum Sieg – das ist das Credo von ASV-Trainer Damian Gliscinski. Er hat die Weinzierleiner im Sommer übernommen, nachdem sie gerade so den Klassenerhalt geschafft hatten. Zu diesem Zeitpunkt war weder Spaß da noch haben die Ergebnisse gestimmt. Spielertrainer Ender Yanik musste seine Koffer packen und das Feld räumen, damit das Team einen neuen Impuls bekommen konnte.

Der kam dann vor wenigen Monaten auch. Zum Einen wegen des neuen Trainers, zum Anderen auch wegen vieler neuer Spieler: elf waren es an der Zahl, acht davon kommen aus der eigenen Jugend. Vier davon standen gegen den TSV Zirndorf auf dem Platz. Ein Beweis dafür, wie wertvoll die Nachwuchsarbeit der Jugendfördergemeinschaft JFG Bibertgrund für das Erwachsenen-Team des ASV Weinzierlein-Wintersdorf ist. Die JFG ist ein Zusammenschluss der Jugendgroßfeldmannschaften der Vereine TSV Wachendorf, TSV und ASV Zirndorf, SV Weiherhof und ASV Weinzierlein-Wintersdorf.

Wegen der vielen jungen Neuzugänge ergibt sich schon fast automatisch das oberste Saisonziel für den Trainer: „Das Ziel ist ein Umbruch.“ An der Aufgabe, aus einem breiten Kader und vielen Neuzugängen eine funktionierende Mannschaft aufzubauen, sind schon viele gescheitert. Weshalb es beim ASV aktuell klappt, scheint für Damian Gliscinski klar: „Der Teamgeist. die Mischung macht‘s aus.“ Eine Mischung aus erfahrenen und frischen Spielern bringt allerdings auch einige Herausforderungen mit sich. In früheren Tagen mussten Akteure, die aus der Jugend in den Herrenbereich aufrückten, zunächst Frondienste leisten.

Sie waren für die Trainingsutensilien verantwortlich, mussten den Älteren die Schuhe putzen und natürlich immer Platz machen, wenn ein Etablierter das so wollte. Das gehört der Vergangenheit an, bei Damian Gliscinski gibt es solche alten Riten nicht. „Jeder ist hier gleich und jeder hat das Gleiche zu leisten“, sagt er. Dafür gibt der Coach klare Strukturen vor: Der Mannschaftsrat und ein Strafenkatalog sollen für die nötige Grundordnung sorgen. Darauf aufbauend konnte bislang eine junge Mannschaft zusammenwachsen, die in der Kreisklasse 5 zu überzeugen weiß.

Pröpster trifft früh

Nach dem umkämpften, aber verdienten Sieg in der Vorwoche gegen die DJK Oberasbach stellte sich für den ASV Weinzierlein-Wintersdorf gegen den TSV Zirndorf eine fußballerisch andere Aufgabe. Der TSV war gut eingestellt und versuchte, mit aggressiven Zweikämpfen und langen Bällen in die Spitze die Wintersdorfer vor Probleme zu stellen. Zunächst jedoch ohne Erfolg. Weinzierlein ging bereits nach fünf Minuten dank Daniel Pröpster in Führung. 16 Minuten später glichen die Zirndorfer in Person von Leon Scigliuzzo- Mannfeld aus und gingen direkt vor der Pause sogar in Führung. Philipp Auer vollendete nach Vorarbeit von Markus Hornberger. Mit dem 1:2-Halbzeitstand schien der TSV dem Sieg nahe. Doch es kam anders.

Aus der Kabine kamen beide Mannschaften mit mehr Biss und soo langsam kam Derbystimmung auf. Es dauerte allerdings bis zur 69. Minute bis zum nächsten Höhepunkt. Ein langer Ball des ASV aus dem rechten Halbfeld flog direkt auf einen ihrer Angreifer zu, der im Abseits stand. Doch anstatt zum Ball zu gehen, ließ er ihn geistesgegenwärtig durch und verwirrte damit die komplette Hintermannschaft der Zirndorfer – wiederum Pröpster startete durch und traf ungehindert zum 2:2. Nun wurde es richtig hitzig.

Keine fünf Minuten nach dem Ausgleich erzielte Weinzierlein-Kapitän Peter Strickstrock die Führung. Allerdings mit der Hand, wie sowohl er als auch sein Trainer nach dem Spiel zugaben. Von außen klar zu sehen, war aber dem Schiedsrichter die Sicht versperrt, der Treffer zählte. Der TSV wollte das nicht akzeptieren, verlor völlig die Nerven und ging mit mehreren Spielern auf den jungen Schiedsrichter los. Der Referee blieb bei seiner Entscheidung und die Gäste haderten den Rest des Spiels über mit sich selbst. So fiel es erneut Strickstrock und Pröpster leicht, noch auf 5:2 zu erhöhen. Dass Markus Hornberger nach seinem Anschlusstreffer zum 5:3 kurz vor Schluss wegen Schiedsrichterbeleidigung mit Rot vom Platz musste, passte ins Bild.

Aufbruchstimmung im Verein

Auch wenn die vergangenen beiden Partien den ASV spielerisch vor unterschiedliche Aufgaben gestellt haben, hat die Mannschaft von Trainer Gliscinski im Prinzip beide Male identisch gespielt: mit dem Herz in der Hand. „Es gewinnt immer eine funktionierende Mannschaft“, frohlockte der Trainer nach dem Spiel. „Mentalität schlägt Qualität.“ Die Tabellenführung hat Aufbruchstimmung im ganzen Verein erzeugt. Der hat sich auch außerhalb des Spielfeldes für höhere Aufgaben gerüstet: Die Kabinen sind renoviert, an der Seitenlinie gibt es jetzt überdachte Bänke und auch die Fangnetze hinter den Toren sollen erneuert werden.

Das nächste Fußballfest feiern will der ASV am Sonntag in Worzeldorf. Gliscinski erwartet „eine schwierige Aufgabe, die wir annehmen und der wir uns stellen“. Sollten sie das nächste Spiel wieder gewinnen, werden einige Experten sicher ihre Meinung über diese Mannschaft ändern. Auch wenn der Trainer von einem möglichen Aufstieg aktuell nichts wissen will. Für ihn geht es darum, eine junge Mannschaft zu formen und Spaß am Spiel zu haben.

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