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Für die DJK Concordia Fürth sollen die dürren Zeiten ein Ende haben

A-Klassist will mit charakterstarker Mannschaft zurück in die Kreisklasse

Die DJK Concordia Fürth hat dieses Jahr viel vor. Der Aufstieg in die Kreisklasse soll gelingen. Bislang sieht es dafür auch sehr gut aus. Durch den jüngsten Sieg gegen den TSV Burgfarrnbach II ist die DJK weiterhin ungeschlagen und steht mit 13 Punkten nach fünf Spielen auf Platz zwei in der A-Klasse 9. Davor rangiert nur der SC Obermichelbach, der bislang die maximale Punkteausbeute aufweisen kann.

Straucheln verboten: Bisher halten Dilan Kumpir (links) - hier im Duell mit dem Burgfarrnbacher Nicolas Baumann - Kurs. Am Ende der Saison soll der Sprung in die Kreisklasse stehen.

 / © Sportfoto Zink

Die Geschichte der 90 Minuten gegen die Reserve der Bären ist schnell erzählt. Ein umkämpftes Spiel auf gutem Niveau entschieden die Gastgeber mit 2:1 für sich. DJK-Spielführer Alexander Chrobok köpfte nach einem langen Ball aus dem Halbfeld in der 27. Minute zunächst zum 1:0 ein. Doch nur zwei Minuten später glich Burgfarrnbach durch Hernan Angulo Alvarado nach einer Flanke von Tim Weyherter aus. Beim TSV ließ Nicolas Baumann noch vor der Pause die Chance zur Führung liegen. In der zweiten Hälfte dominierten dann die Gastgeber. Das Unentschieden war der DJK zu wenig, sie wollte mehr. Kurz vor Ende der Spielzeit brachte eine Standardsituation den ersehnten Siegtreffer. Nach einer Ecke von Dilan Kumpir war Sascha Magdeburg mit dem Kopf zur Stelle: 2:1.

So schnell Fußballspiele oft erzählt sind, so komplex ist manchmal das, was dahinter steht. Bei der DJK Concordia Fürth etwa reichen die Wurzeln bis ins Jahr 1893 zurück. Die neuere Geschichte beginnt allerdings mit der Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg: 1948. In Fürth-Oberfürberg wurden die damaligen Mitglieder seinerzeit fündig und konnten von Landwirt Friedrich Schmotzer ein Grundstück pachten, das sie zum Fußballplatz umfunktionierten.

Schon immer haben Konfession und Glaube eine Rolle in diesem Verein gespielt. Die katholische Kirchengemeinde St. Heinrich und deren Tochter St. Nikolaus sind nach wie vor in die Geschicke der DJK involviert, wenn auch lange nicht mehr so stark wie früher. Die Kirche ist zwar noch Eigentümerin des Geländes, mischt sich aber nicht weiter in das tägliche Geschäft ein – nicht mehr. Es habe einmal eine Zeit gegeben, in der alle Mitglieder protestantischen Glaubens rigoros aus dem katholischen Verein geworfen wurden, berichtet der Vorsitzende Bernd Jesussek. Das ist freilich längst Schnee von gestern, heute ist ausdrücklich jede Glaubensrichtung erwünscht.

Die kirchliche Verbindung beschränkt sich darauf, dass Pfarrer Rudolf Glauche dem Verein als geistlicher Beirat zur Seite steht. Er selbst ist ebenfalls Mitglied und leidenschaftlicher Eisstockschütze.

Die Probleme der DJK Concordia Fürth sind eher weltlicher Natur und diese teilen sie mit vielen Amateurvereinen. Dabei geht es ums Geld: Durch die Dürre dieses Jahr sind die Wasserkosten stark in den Fokus gerückt. 4000 bis 5000 Euro gibt der Verein jährlich für die Platzberegnung aus. Das geht günstiger.

Fördermöglichkeiten im Blick

Ein eigener Brunnen soll her. Etwa 25.000 Euro sind für das Projekt veranschlagt. Gerade als kleiner Verein "muss man alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen", sagt Jesussek. Nach Zuschüssen der Stadt, des Bayerischen Landes-Sportverbandes und der Diözese Bamberg beläuft sich der Eigenanteil noch auf 7000 bis 8000 Euro.

In den nächsten Jahren sind weitere Neuerungen geplant. Das Vereinsheim und auch die Wasserleitungen stammen noch aus den 60er Jahren und sollen nach und nach ausgebessert werden. So, wie es bereits mit dem Zaun um das Gelände passiert. "Ein Investitionsplan liegt der Stadt vor", sagt der Vorstand.

Aber natürlich ist nicht alles für den Verein zu finanzieren. Letztendlich ist er darauf angewiesen, dass auch die Mitglieder Arbeitsleistung mit einbringen. Bernd Jesussek sieht das allerdings skeptisch. "Ehrenamt ist heutzutage unbeliebt." Vor vielen Jahren wurde die Tischtennishalle noch zu großen Teilen in Eigenregie und durch die tatkräftige Unterstützung vieler Freiwilliger gebaut. "Damals war das irgendwie einfacher." Sportlich läuft es dagegen für die DJK aktuell sehr gut. Vier Siege und ein Unentschieden beschreiben einen gelungenen Start in die Saison. Das ist auch nötig, um das Vorhaben von Trainer Yasin Mülayim zu verwirklichen. "Wir wollen aufsteigen", sagt der Trainer offensiv. Vor zwei Jahren ging es allerdings in die andere Richtung: Mit satten 91 Gegentoren flog die DJK aus der Kreisklasse.

Im Jahr darauf übernahm Mülayim die Truppe und legte zunächst den Fokus auf defensive Stabilität – mit Erfolg. Mit Platz fünf konnte die Mannschaft das Saisonziel erfüllen. Heuer soll dann der Sprung gelingen. Dazu steht dem Trainer ein großer Kader zur Verfügung – zum Glück. Am Sonntag fielen insgesamt sieben Mann aus. Ein Spieler ist verletzt, sechs weitere sind im Urlaub. Trotzdem reichte es zum Sieg.

Unterstützung für den Coach

Die Kaderbreite ist für die DJK keine Selbstverständlichkeit. Kapitän und Spielleiter Alexander Chrobok erzählt: "Wir haben alles rekrutiert, was möglich war." Die Mannschaft wurde neu zusammengestellt. Einziges Kriterium bei der Spielersuche war der Charakter: "Charakter geht immer vor." Jetzt gilt es für das Team, schnellstmöglich zusammenzuwachsen und konstant zu punkten, um den Aufstieg auch wirklich zu schaffen. Der Trainer absolviert noch in diesem Monat seinen B-Schein. Mit Alexander Chrobok steht ihm glücklicherweise ein "Mann für alles" zur Seite, der vom Trikotwaschen bis zum Toreschießen sämtliche anfallenden Jobs übernimmt.

Bleibt abzuwarten, ob die Mannschaft ihren starken Lauf fortsetzen kann. "Auf uns warten schwere Spiele", weiß der Trainer. Am nächsten Sonntag empfängt der ASV Fürth II die DJK, und je nachdem, wie es weitergeht, könnte in drei Wochen das absolute Spitzenspiel stattfinden. Dann wartet der aktuelle Tabellenführer SC Obermichelbach auf seinen bislang härtesten Verfolger.

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