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Beim TSV Ammerndorf herrscht Aufbruchstimmung

Nach vielen Veränderungen ist dem A-Klassisten ein vielversprechender Start geglückt

Der Saisonstart ist vielversprechend: Nach dem 3:2-Sieg über den SV Seukendorf steht der TSV Ammerndorf in auf dem dritten Tabellenplatz der A-Klasse 9. Dabei hat der Verein einen großen personellen Umbruch hinter sich.

Ammerndorf feiert seinen Torschützen Brahin Idrizi (Zweiter von rechts).

 / © Sportfoto Zink

Als Enzo Penna im Winter zur Rückrunde der vergangenen Saison als neuer Trainer nach Ammerndorf kam, fand er eine schwierige Situation vor. "Die Mannschaft war tot", sagt der 54-Jährige. Nach einer schwachen Hinrunde konnte das Team sich mit einer umso stärkeren Rückrunde auf Platz acht retten. Seit Pennas Amtsantritt sind 16 neue Spieler gekommen. Die Mannschaft wurde runderneuert – auch in dieser Spielzeit sorgt das bislang für Erfolg.

Am vergangenen Sonntag setzte sich der TSV am 6. Spieltag der neuen Saison in einer umkämpften Partie gegen die Gäste des SV Seukendorf durch. Im Spiel gab es viele harte Fouls. Der erste sportliche Aufreger war der 1:0-Führungstreffer kurz vor der Pause. Nach einer Hereingabe schlug der Seukendorfer Verteidiger Felix Waltermann ein halbes Luftloch und versenkte versehentlich die Kugel im eigenen Tor.

Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff gelang dem SVS der Ausgleich. Eine Flanke von Patrick Thim segelte zunächst an Freund und Feind vorbei, Marcel Kovacs stand am langen Pfosten und schloss volley ab. Es ging nun Schlag auf Schlag. Ammerndorf ging durch Brahin Idrizi erneut in Führung, bevor Patrick Thim der neuerliche Ausgleich gelang.

In der Schlussphase wurde es hitzig und zum Teil auch unsportlich. Zum Beispiel, als der eingewechselte Ammerndorfer Tilan Colak etwa 20 Meter abseits des Balles und des Spielgeschehens extra auf seinen Gegenspieler wartete, um diesen wegzutreten. Der Schiedsrichter hatte keine Chance, die Aktion zu sehen.

Der Fokus mancher Spieler lag scheinbar eher nicht auf Fußball. Nicht zuletzt deswegen lief spielerisch nicht viel zusammen. Allerdings gelang Ammerndorf in der 87. Minute noch der 3:2-Siegtreffer. Thomas Tschuri bestrafte einen verunglückten Abwehrversuch der Gäste mit einem sehenswerten Treffer aus der Distanz. Anschließend war sowohl für Patrick Werner, als auch für Andreas Herzog das Spiel frühzeitig beendet. Beide Seukendorfer sahen die Ampelkarte, Werner nach einer Diskussion mit dem Schiedsrichter.

Ammerndorf-Trainer Penna stand nach diesen hart erkämpften drei Punkten die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Er verkörpert eine Siegermentalität, die er gerne auf seine Mannschaft übertragen würde: "Das ist ein Prozess. Das dauert seine Zeit", mahnt er auch sich selbst zur Geduld.

Die benötigt er bei den vielen neuen und sehr jungen Spielern. Kaum ein Akteur in der ersten Mannschaft ist älter als 21 Jahre alt. Darin sieht der Coach seine große Chance. Er will "die Spieler weiterentwickeln. Das braucht Zeit, Geduld und ein großes Miteinander". Zwei der jungen Wilden kommen aus der eigenen Jugend. Den Rest hat sich der TSV Ammerndorf "zusammengesammelt". Sie seien immer auf der Suche nach jungen Talenten. Der Vorteil am einheitlichen Alter sei, "dass alle die gleiche Sprache sprechen". Angesprochen auf das Thema Erfahrung, gibt der Trainer aber zu: "Ein bisschen mehr würde sehr gut tun."

Großes Anspruchsdenken

Bislang scheint der TSV den personellen Umbruch aber ganz gut überstanden zu haben. Seit fünf Jahren gibt es erstmals wieder eine zweite Mannschaft. Außerdem investiert die Vereinsführung wieder in den Sport. Es wird an vielen kleinen Schrauben gedreht. Neue Bälle und eine neue Freistoßmauer zum Trainieren sind nur zwei Beispiele dafür.

Das Anspruchsdenken in Ammerndorf ist groß. Für Penna keine Belastung, sondern ein wichtiger Punkt, sich dem Verein anzuschließen. Er wolle auf dem Fußballplatz erfolgreich sein, sagt der Trainer: "Sonst kann ich lieber meine Tochter auf den Spielplatz bringen."

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