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SG Puschendorf/Tuchenbach: Spielgemeinschaft statt Derbyrivalität

A-Klasse 9

Die SG Puschendorf/Tuchenbach steht nach dem letztjährigen Abstieg aus der Kreisklasse vor einem Neuanfang, denn einige Fußballer haben den Verein verlassen. Nach dem 2:2 gegen die Reserve des Bezirksligisten ASV Fürth steht die Spielgemeinschaft auf Platz sieben unter 13 Mannschaften in der A-Klasse 9.

Gegen den ASV Fürth II (in schwarz) holte die SG Puschendorf/Tuchenbach einen Zähler.

 / © Oliver Gold/Zink

Die Gründe für den Neuanfang bei der SG Puschendorf/Tuchenbach sind vielschichtig. Einige Spieler haben die Fußballkarriere beendet, andere wiederum suchen ihr Glück anderswo. „Die Abgänge sind für uns bemerkbar“, sagt Trainer Jörg Tauchmann. Umso wichtiger, dass junge Talente nachkommen, die Verantwortung neu verteilt wird und auch erste Erfolge Selbstvertrauen geben. Direkt nachdem am Samstag der Schlusspfiff in Puschendorf verhallt war, gab es trotz des Unentschiedens einen gefühlten Sieger und einen gefühlten Verlierer. Wegen des Spielerverlaufs und des späten Ausgleichstreffers ging die SG mit einem positiven Gefühl vom Platz.

Auf der Sportanlage in Puschendorf standen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber. Die erste halbe Stunde über neutralisierten sich beide Teams weitestgehend, bis sich Stavros Kouroupakis aus gut 20 Metern ein Herz fasste und die Gäste mit 1:0 in Führung schoss. Der Gastgeber gab aber nicht auf und konnte nur acht Minuten später zurückschlagen. Diesmal war es Lukas Graßler, der aus der Distanz erfolgreich war. Allerdings schaffte es der ASV noch vor der Pause, die Führung wiederherzustellen. Marco Klein wurde schön in Szene gesetzt und verwandelte sicher zum 1:2-Halbzeitstand. Die Fürther Südstädter starteten druckvoll in die zweite Hälfte, ließen mit fortschreitender Spieldauer aber zunehmend nach. Trotz der Führung führten die ASV-Spieler laufend Diskussionen – untereinander, mit Zuschauern und mit dem gegnerischen Trainerteam. Der Fußball wurde dabei leider zur Nebensache. So schafften es die Gäste letzten Endes, sich selbst zu besiegen. Die SG versuchte noch einmal alles, fuhr Angriff um Angriff auf das Gästetor und belohnte sich in Person von Christian Kühnel kurz vor dem Schlusspfiff mit dem verdienten Ausgleich.

Der Punktgewinn hat bei den Puschendorfern zwar nicht für Jubelarien gesorgt, aber er ist ein klares Zeichen für den Zusammenhalt. Tauchmann sieht das Positive: „Meine Mannschaft hat Moral und eine gute Mentalität. Das war heute der Schlüssel zum Erfolg.“ Allerdings kann der Trainer auch nicht ganz zufrieden sein.

Die Art und Weise der Gegentreffer ärgert ihn: „Wir machen zu viele individuelle Fehler, schon letzte Saison. Das bricht uns am Ende oftmals das Genick.“ Gleichzeitig ist es kein Wunder, dass noch nicht alles rund läuft, Tauchmanns Toleranzgrenze ist wegen des Jugendstils hoch. Mit Niklas Ruhland, Jannik Vogt und Lukas Graßler sind zu dieser Saison drei Spieler aus der Jugend in den Kader der ersten Mannschaft aufgerückt. Tauchmann weiß: „Der Übergang ist nicht ganz einfach. Wir dürfen und müssen den Jungen die nötige Zeit geben.“ 

Die SG Puschendorf/Tuchenbach darf sich glücklich schätzen, überhaupt Spieler aus der eigenen Jugend in den Herren-Bereich aufnehmen zu können. Vielen anderen Amateurvereinen bereitet gerade der Nachwuchs große Sorgen. Tauchmann sieht das ganz pragmatisch: „Früher gab es kaum etwas anderes, für uns gab es nur den Fußball. Heute gibt es viel mehr Alternativen. Einige gehen lieber Bogenschießen als auf den Fußballplatz.“ Wichtig sei ihm nur, dass gerade Kinder rausgehen und sich bewegen. Die Jugend-Spielgemeinschaft Nördlicher Landkreis Fürth spielt für den Verein eine wichtige Rolle. Der Zusammenschluss des ASV Veitsbronn- Siegelsdorf, SC Obermichelbach, Sportfreunde Tuchenbach und SV Puschendorf ermöglicht es gleich mehreren Vereinen in der Umgebung, eine vernünftige Jugendarbeit auf die Beine zu stellen.

Spieler werden Trainer

Dabei ist den Vereinen auch daran gelegen, aktive Spieler als Jugendtrainer zu gewinnen und zu fördern. Das schafft unter anderem eine Bindung der Kinder an den Verein und den Sport, wenn sie von jemandem lernen, der es selbst noch aktiv vorlebt. Ganz nach dem Vorbild von Max Zimmermann. Der Spieler des SC Obermichelbach hat das Konzept jahrelang vorbildlich umgesetzt und kann jetzt mit mehreren seiner ehemaligen Schützlinge gemeinsam auf dem Platz stehen. Zusammenschlüsse zweier Vereine sind im Landkreis aber nicht nur im Jugendbereich ein Modell für die Zukunft. Die Spielgemeinschaft aus Puschendorf und Tuchenbach ist ein perfektes Beispiel dafür. Ohne derartige Kooperationen könnten viele Vereine keine Mannschaft mehr stellen. Jörg Tauchmann gibt aber zu bedenken, dass „es erstmal komisch ist, wenn Nachbarorte, die sich jahrelang in Derbys bekämpft haben, plötzlich zusammenspielen“.

Die SG Puschendorf/Tuchenbach müsse sich diese Saison neu finden und festigen. Das ursprüngliche Ziel sei, unter die besten Fünf zu kommen. Mittlerweile scheinen die vorderen Plätze außer Reichweite, das sieht der Trainer jedoch nicht als Problem. Er will seine Spieler besser machen und sieht dazu auch in mehreren Bereichen Nachholbedarf. Die nächste Möglichkeit zu punkten, hat die SG am Samstag beim TSV Buch III.

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