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SV Seukendorf: Die Stimmung ist wichtiger als Punkte

A-Klasse 9

Der SV Seukendorf ist über Jahre hinweg zusammengewachsen, das zahlt sich nun auch in der Tabelle aus. Bereits in den vergangenen Spielzeiten lief es recht gut für die Mannschaft um Trainer Daniel Dietz. Jetzt hoffen sie auf den großen Erfolg in der A-Klasse 9.

Die oberen Plätze im Visier. Seukendorf (in weiß) steht aktuell auf Rang fünf.

 / © Zink/OGo

„Unser Ziel ist ein Relegationsplatz“, verkündet der Seukendorfer Trainer Daniel Dietz selbstbewusst. „Erfahrungsgemäß gibt es jedes Jahr eine Mannschaft, die durchmarschiert“, weswegen Platz eins aus seiner Sicht außer Reichweite scheint. Dass in der A-Klasse 9 dieses Jahr der SC Obermichelbach wohl diese Mannschaft ist, überrascht derzeit zwar alle Experten. Dennoch sieht Dietz die Chancen seines Teams in dieser Saison so groß wie lange nicht.

„Die Truppe ist über mehrere Jahre zusammengewachsen. Die Spieler kennen die Liga und auch sich gegenseitig gut.“ Der Kern der Mannschaft ist seit Jahren eng mit dem Verein verbunden. Über die dadurch entstandene Kameradschaft wollen die Seukendorfer diesmal den großen Wurf schaffen. „Es hat sich die letzten Jahre schon angedeutet. Bislang waren wir einfach zu unbeständig.“ Beispielhaft für den Aufwärtstrend in dieser Saison war für den Trainer das Spiel am vergangenen Sonntag gegen den ASV Fürth II. Nach einer starken Anfangsphase ließen die Seukendorfer nach und der Gegner fand zurück ins Spiel. „Früher hätten wir so ein Spiel noch komplett aus der Hand gegeben.“ Diesmal aber gelang es den Gastgebern, zurück in die Spur zu finden.

Das Spiel an der Langenzenner Straße begann flott. Der SV hatte bereits in den ersten Minuten zwei große Chancen durch ihren jahrelangen Top-Torjäger Nicolai Hertlein. Der Mann mit der Nummer 11 blieb jedoch zunächst erfolglos. Doch aller guten Dinge sind drei: So nutzte der Stürmer nach gerade einmal sechs Minuten seine dritte große Möglichkeit und erzielte das 1:0. Der Abschlag seines Torwarts rutschte durch und Hertlein schaltete am schnellsten.

Es war nicht das einzige Mal, dass ein Ball auf dem nassen Geläuf schwer zu kontrollieren war. Der herbstliche Dauerregen sorgte für durchaus fordernde Verhältnisse. Der Gastgeber kam damit augenscheinlich besser zurecht und dominierte die Anfangsphase nach Belieben. In der 21. Minute sorgte Dominik Huettinger auf Zuspiel von Marco Besednjak für das 2:0. Danach baute Seukendorf ab und die ASV-Reserve kämpfte sich zurück in die Partie. Nach der Pause war es ein ausgeglichenes Spiel. Nach einer Stunde gelang dem kurz zuvor eingewechselten Spielertrainer Aaron Moses der Anschlusstreffer. Das hatte auf die Gastgeber eine Signalwirkung, sie investierten wieder mehr und stellten in der 71. Minute den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Erneut war es eine Koproduktion zwischen Huettinger und Besednjak. Kurz vor Spielende machte Huettinger seinen Dreierpack perfekt. Der eingewechselte Aaron Bechert war bei einem Konter zu schnell für alle Gegenspieler und legte mustergültig auf.

Der SV Seukendorf hält mit diesem Sieg direkten Anschluss an die Spitzengruppe der Liga, punktgleich mit dem SV Rot-Weiss Mausdorf auf Rang fünf. Und das trotz momentan vieler Verletzter. Das ist die Chance für Spieler aus der zweiten Reihe. Die erste und zweite Mannschaft trainiert in Seukendorf gemeinsam. Im Training gibt es keine Trennung, sondern am Ende der Woche wird entschieden, wer Leistung gebracht hat und wer damit in der Ersten aufläuft. „Dadurch, dass einige Spieler aus der zweiten Mannschaft hochdrücken, ist der Ehrgeiz auch bei etablierten Spielern da.“

Problem im Nachwuchs

Allerdings plagt den SV Seukendorf das gleiche Problem, das so viele andere Amateurmannschaften beschäftigt. Aus der Jugend kommen kaum junge Spieler nach – trotz einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Ammerndorf und dem TSV Cadolzburg. Um für sich und für den Fußball allgemein zu werben, versuchen die Seukendorfer vieles und veranstalten unter anderem im Sommer jährlich ein Trainingscamp.

Außerdem arbeiten sie ständig an ihrem Vereinsgelände. Vor zwei Jahren renovierten sie mit Unterstützung der Gemeinde das Sportheim und bohrten einen Brunnen, den Spielfeldrand des A-Platzes ziert mittlerweile eine elektronische Anzeigetafel. Alles Weitere kommt aus der Fußballabteilung in Eigenregie. Die Spieler packen selbst an, wenn sie etwas stört.

Sportlich ist das große Ziel Aufstieg in dieser Saison nach wie vor gut möglich. Dietz kennt auch den Schlüssel zum Erfolg: „Dazu muss die Mannschaft einfach beständiger werden. Es darf keine großen Verletzungen geben und dann ist es eine reine Kopfsache. Das Potential ist da.“ Der Trainer ist zuversichtlich, will den Erfolg aber nicht um jeden Preis. „Die Stimmung ist für mich wichtiger als einzelne Punkte.“ Die nächste Chance auf Punkte im Aufstiegskampf hat der SV Seukendorf am Sonntag um 17 Uhr beim TSV Buch III.

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