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Novum: Vier Aufsteiger an der Tabellenspitze

Kreisliga 2

Zur Winterpause stehen mit der Turnerschaft Fürth (40 Punkte), dem SV Hagenbüchach (35), dem SV Raitersaich (30) und der SpVgg Mögeldorf 2000 (29, punktgleich mit dem Post SV) gleich vier Aufsteiger an der Tabellenspitze der Kreisliga 2, was zuvor nur kühnste Optimisten erwartet hatten. Wir haben die vier Trainer Adrian Mesek, Ahmet Dönmez, Dietmar Kusnyarik und Norbert Frey zu dieser ungewöhnlichen Situation befragt. Dabei kamen Namen wie Erhan Bulut, Tolga Toker, Mustafa Habib, Bilel Marrouki, Philipp Roth, Michael Benke, Leondrit Maraj, Tim Sträßner, Bernd Grillenberger sowie einige Neuzugänge wie Abgänge zur Sprache.

Adrian Mesek, Dietmar Kusnyarik, Norbert Frey und Norbert Frey: In der Kreisliga 2 ist die Situation sicher nicht alltäglich.

 / © Zink

In der vergangenen Saison hast du mit deinen Jungs den Aufstieg in die Kreisliga geschafft. Nun steht ihr schon wieder vorne in der Tabelle. Ist die Kreisliga verglichen zur Kreisklasse wirklich stärker?

Adrian Mesek (Turnerschaft Fürth): Ja, die Kreisliga ist definitiv stärker. Jede einzelne Mannschaft würde in der Kreisklasse unter den Top 4 spielen. Man sieht es ja auch an der Tabelle, dass es wirklich sehr eng zugeht. Man kann sagen, dass die meisten Vereine in der Bezirksliga überleben würden.

Ahmet Dönmez (SV Hagenbüchach): Die Kreisliga ist natürlich stärker als die Kreisklasse. Die Teams in der Hinrunde wollen alle spielerisch überzeugen (da noch keiner genau weiß, in welche Richtung es tabellarisch gehen wird). Ich denke in den letzten vier bis sechs Partien haben die Trainer, was ihr System angeht und ihre Spielweise, schon kleine Änderungen vorgenommen. Jetzt kann man auch sagen, welches Team aktuell jeden Punkt braucht und wer sich oben festigen möchte. In der Rückrunde wird dies von den Ergebnissen und der Spielweise der unteren Teams gegen die oberen Teams deutlicher zu sehen sein (Tiefer stehen, Nadelstiche setzen und auch mit einem Punkt zufriedengeben).

Dietmar Kusnyarik (SV Raitersaich): Ja, definitiv ist die Kreisliga stärker. Ich denke ein klares Indiz dafür ist die in der Tabelle sichtbare Ausgeglichenheit. Zudem kann man auch an den Ergebnissen ablesen, dass es immer wieder zu vermeintlichen Überraschungen kam. Wenn man nicht mit 100% an die Spiele rangeht, kann dich jeder Gegner schlagen.

Norbert Frey (SpVgg Mögeldorf 2000): Sie ist definitiv stärker, vor allem ausgeglichener, man kann gegen jeden gewinnen, aber auch gegen jeden verlieren. Aus diesem Grund muss man jede Woche an seine Leistungsgrenze gehen.

Wenn man in der Kreisliga vorne steht, hat man Qualität im Kader. Hat sich bei euch personell in der Mannschaft etwas verändert? Ab- bzw. Zugänge im Winter?

Mesek: Deniz Arici hat den Verein aus finanziellen Gründen verlassen. Jedoch ist das kein großer Schaden, weil Erhan Bulut offiziell ab der Rückrunde wieder bei uns zu spielen wird. Zwei offizielle Neuzugänge können wir bestätigen. Celal Ünal kommt von Cagrispor Nürnberg zu uns und soll das Kombinationsspiel im Mittelfeld voranbringen. Außerdem haben wir Yasin Tanyildiz für die Verteidigung geholt. Wir sind noch an einem Außenverteidiger dran, der zurzeit noch im Urlaub ist. Nächste Woche sollte die Unterschrift sitzen. (Inzwischen wurde der Transfer eingetütet. Es handelt sich um Valmir Mjestri vom TSV Burgfarrnbach, der noch aus der vergangenen Saison weiß, wie ein Aufstieg in die Bezirksliga funktionieren kann.)

Dönmez: Wir haben gute Spiele gezeigt, sehr früh in der Saison bereits alles erlebt. In 30 Minuten ein Spiel entschieden, in der ersten Halbzeit bereits einen Rückstand gedreht, nach 25 Minuten 1:4 hinten und am Ende 6:4 gewonnen, was noch höher hätte ausfallen können. Sowas härtet ein Team frühzeitig ab. Wir mussten als einziges Team vorne wohl Woche für Woche die meisten Umstellungen im Kader umsetzen, daher bin ich stolz auf meine Mannschaft, wo wir aktuell stehen. Mit Neuzugängen sind wir in Gesprächen. Aktuell ist es noch offen, da wir uns gezielt verstärken wollen. Abgänge: Hakan Aydogdu (zu Megas Alexandros), Ammar Alshabi (zurück nach Obernzenn), Bünyamin Saaber (pausiert), Amar Mansouri (Ziel unbekannt) aktuell.

Kusnyarik: Zugänge: Jürgen Singer; Cihan Kiymaz.

Frey: Im Herbst haben uns die Spieler Maximilian Pfeifer und Patrick Hederer aus beruflichen Gründen verlassen, da sie in eine andere Stadt umgezogen sind. Wir haben im Dezember die Spieler Dominik Muntzinger (SV Westgartshausen), Lukas Preuschel (TSV Musberg), Manuel Schmidt (TSV Bechhofen) und Eric Albrecht (SV Nütterden) dazu bekommen. Alles Studenten, die in Nürnberg studieren.

An welchen Schwächen gilt es noch zu arbeiten?

Mesek: Die größte Schwäche, die wir hatten, war, dass unser Kader zu dünn besetzt war. Dieses Problem wollen wir durch die Neuzugänge lösen.

Dönmez: Schwächen gibt es immer… Für mich eigentlich ungewohnt, jedoch diese Saison sehr auffällig, die Defensive. Wir haben die meisten Tore geschossen, jedoch haben wir auch einige mehr kassiert als die Konkurrenz. Liegt daran, dass wir natürlich defensiv immer eine andere Kette spielen lassen mussten und aber auch an meinen Vorstellungen, wie wir Fußball spielen wollen: Dominant mit viel Ballbesitz und spielerisch versuchen die Probleme zu lösen. Im Notfall wird geschlagen, dies ist natürlich für den ein oder anderen die letzten Jahre sehr ungewohnt gewesen, wenn sich die Defensivspieler als Assistgeber in die Schützenliste eintragen dürfen. Die letzten Jahre vor meiner Zeit haben diese Spieler maximal die Mittellinie berühren dürfen und sollen jetzt Abschlüsse suchen bzw. Linien-/Flankenläufe praktizieren. Ich denke im defensiven mannschaftstaktischen Bereich wie auch im Gegenpressing werden wir nochmal gezielter arbeiten. Wollen natürlich gerne unseren Toredurchschnitt beibehalten pro Spiel...

Kusnyarik: Stäbilität in unsere Leistungen und Defensive bringen, zu oft haben wir Ausreißer nach unten, was unsere Leistung angeht. Außerdem haben wir deutlich zu viele Tore kassiert.

Frey: Jede Woche über 90 Minuten (plus Nachspielzeit) die beste Leistung abzurufen.

Kreisklasse zu Kreisliga: Gibt es einen Spieler im Kader, der im bisherigen Saisonverlauf besonders positiv überrascht hat?

Mesek: Ich bin eigentlich über jeden Spieler positiv überrascht. Jeder hat sich gesteigert und die Neuzugänge haben sich sehr schnell integriert. Tolga Toker hat mich am positivsten überrascht. Er ist ein starker Teamplayer geworden, der auch extreme Defensivarbeit macht. Der Schlüsselspieler im Verein ist Mustafa Habib. Sein Laufpensum und seine Arbeit ohne den Ball sorgen dafür, dass wir dieses System gut spielen können.

Dönmez: Bilel Maroukki spielt wie letzte Saison auch eine gute Saison. Er hat sich auch gut angepasst und seine Defizite zum Teil abgeschafft. Michael Benke und Philipp Roth haben eine konstante Hinrunde gespielt und Leondrit (Maraj) ist natürlich eine Klasse für sich, obwohl er sich das ein oder andere mal selber im Weg steht/stand. Wenn wir noch zwei bis drei Spieler dazugewinnen können, was die Konstanz angeht, dann haben wir - denke ich - ein gutes Gerüst für die Rückrunde.

Kusnyarik: Tatsächlich sogar mehrere, hervorheben kann man aber den Tim Strässner, dem man bei seiner Entwicklung tatsächlich zusehen kann. Trotz jugendlicher Unerfahrenheit versucht er sich immer wieder reinzukämpfen. Da sieht man als Trainer durchaus auch über den einen oder anderen Fehler hinweg. Nicht überraschend, aber enorm wichtig, auch die Weiterentwicklung von Bernd Grillenberger als Leader.

Frey: Nein, die mannschaftliche Geschlossenheit und der positive Charakter der Mannschaft nach den ersten vier Niederlagen sich wieder aus der Abstiegsgefahr zu befreien.

Man wächst an seinen Zielen. Ist nun der Durchmarsch in die Bezirksliga das neue Ziel?

Mesek: Nein, wir machen uns keinen Druck. Unser Ziel war und ist es immer noch die Liga zu halten, aber jedes Spiel versuchen zu gewinnen. Top 5 ist unser Ziel. Sollte der Aufstieg drin sein, nehmen wir den natürlich mit.

Dönmez: Ziel ist es den Abstand auf Platz drei auszubauen, alles andere wird man sehen.

Kusnyarik: Nein, das Ziel heißt oben so lange wie möglich dranzubleiben. Wenn am Ende der Aufstieg rauskommt, sagen wir natürlich nicht nein. Natürlich wollen wir aber die Rückrunde auch nicht schlechter gestalten und mindestens unseren Platz behaupten.

Frey: Absolut nein, wir sind bestens beraten demütig zu bleiben, wir wollen so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke überschreiten.

Zum Schluss noch: Wer ist der Favorit auf die Meisterschaft?

Mesek: In dieser Saison gibt es keinen Aufstiegsfavoriten für mich.

Dönmez: Nach den erfolgreichen Spielen der Turnerschaft gegen Ende der Hinrunde haben diese natürlich jetzt die beste Ausgangslage. Aber ich war auch mit der SG damals mit elf Punkten Vorsprung Erster und musste noch in die Relegation, also auch in diesem Bereich habe ich alles bereits miterleben dürfen.

Kusnyarik: Turnerschaft Fürth.

Frey: Turnerschaft Fürth.

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