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Megas Alexandros: Neue Hoffnung dank Orkan, Serkan, Hakan und Sezer

Alltag in der Kreisklasse 4 Teil 16

Schiefe Seitenlinien und Traumtore, Bierbäuche und Modellathleten. Eine Saison verbringen wir in und mit der Kreisklasse 4. Eine Saison lang berichten wir über den Fußball, der meilenweit entfernt ist von dem, was man heute modernen Fußball schimpft und der in Verbindung mit Bratwurst und Bier doch jeden Cent Eintrittsgeld wert ist. Heute: Hallenfußball.

Wiedersehen in der Halle: Die Fußballer von Megas Alexandros (in Rot-Blau) und Eyüp Sultan am Berliner Platz, wo erneut Eyüp gewinnt. 

 / © Sportfoto Zink

Das Leben ist manchmal schon ungerecht. Da flüchten die Fußballer des GSV Megas Alexandros nach einer ziemlich traurigen Hinrunde auf dem Feld in die reparierte Sporthalle am Berliner Platz, um endlich mal wieder schöne Tage erleben zu dürfen. Doch dann schaffen es nicht einmal die neuen, cremefarbenen Wandverkleidungen des BBZ, die äußeren Einflüsse fernzuhalten. In der Kreisklasse 4 hat Megas Alexandros zwei Spiele gewonnen und elf verloren, nicht immer sahen sie dabei so schlecht aus wie bei den deutlichen Niederlagen gegen die Spitzenmannschaften, doch Glück hat man als Letzter eben nicht.

Am Samstagnachmittag haben sie wieder ihre rot-blauen Trikots angezogen, um sich beim Burgpokal zu beweisen. Zu Beginn schaffen sie gegen den TSV Buch, der mit seiner zweiten Mannschaft antritt, auch ein 1:1 – für Megas ist das ein Erfolg, draußen haben sie schließlich in Buch neun Tore kassiert. Im zweiten Spiel sieht es nach dem nächsten Punktgewinn aus, doch dann das: Wenige Sekunden vor Schluss trifft der Post-SV zum 2:1, wieder eine Niederlage in dieser an Rückschlägen so reichen Saison.

Paschalis Georgiadis kann trotzdem lachen. Er hat den Tag im BBZ als Trainer an der Seitenlinie verbracht, in ein paar Wochen, sagt er, darf er dann endlich auch wieder mitspielen. Nach einer Tätlichkeit war er schließlich mehrere Monate gesperrt, ab dem Frühjahr will er dann mithelfen, dass sein GSV Megas Alexandros weiter in der Kreisklasse bleibt. Dass das gelingt, daran hat er gar keinen Zweifel, auch wenn sie es hier am Berliner Platz nicht schaffen, auch nur ein Spiel zu gewinnen.

„Wichtig fürs Prestige“

Zwei Tage vor dem Jahreswechsel haben sie ja schließlich gezeigt, dass sie mehr sind als der bemitleidenswerte Tabellenletzte mit dem besten Torschützen der Liga in seinen Reihen. Aigkioun Soukri Oglou, dem draußen 16 der 22 Tore gelangen, war dabei, aber dass sie es geschafft haben, alle vier Qualifikationsspiele für den Burgpokal zu gewinnen, das liegt für den Interims-Spielertrainer Georgiadis vor allem an den vier sehr vielversprechenden Neuzugängen, die sie rund um Silvester geholt haben.

„Der Orkan, der Serkan, der Hakan und der Sezer“, zählt Georgiadis auf. Die Nachnamen? „Puuh“, antwortet er, zumindest bei drei der vier Neuen lässt sich mit ein bisschen Recherche herausfinden, welcher Nachname in ihrem Personalausweis steht. Serkan Karasu hat für die SG Quelle Fürth, den SV Seligenporten, Dergahspor und zuletzt die DJK Eintracht Süd gespielt, Sezer Bantak kam erst im vergangenen Sommer vom FSV Erlangen-Bruck zu Türkspor, konnte sich dort aber nicht durchsetzen, Hakan Aydogdu hat in der Hinrunde noch sieben Tore für den SV Hagenbüchach in der Kreisliga geschossen, jetzt will er aber genauso für Megas spielen wie „Orkan“, der bis zur Rückrunde wohl ein Phantom bleibt.

„Das sind sehr gute Jungs, die mir und meinem Vater helfen“, sagt Georgiadis, dessen Vater eigentlich Trainer ist. „Das ist eine gute Bezirksliga-Offensive“, findet er, so gut, dass er künftig als Innenverteidiger spielen wird, dort, wo es ja besonders hapert. „Wir schaffen den Klassenerhalt auf jeden Fall“, glaubt Georgiadis – nur mit einem Erfolg beim Burgpokal wird es, diesmal ohne die vier Neuen, auch gegen Eyüp Sultan, die sie schon vom Feld kennen, nichts. 3:2 siegt Eyüp, „wichtig fürs Prestige“, sagt deren Trainer Yasin Sümer.

Dass auch seine Mannschaft früh Feierabend hat, überrascht Sümer nicht. Er hätte angesichts der vielen Verletzten lieber ganz auf eine Teilnahme verzichtet, aber mancher Spieler wollte unbedingt spielen. Also hat Sümer mal wieder einen Nachmittag in einer Turnhalle verbracht, zum Abschied lacht er glücklich. Er freut sich nach der Vorrunde einfach nur aufs Sofa daheim.

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