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Dimitrios Kontodimos: Wenn der Profi an der Kabinentür klopft

Alltag in der Kreisklasse 4 Teil 25

Dimitrios Kontodimos spielte in der 1. und 2. griechischen Liga und will jetzt Elektra Hellas zum Aufstieg führen.

Der griechische Ex-Fußballprofi Dimitrios Kontodimos coacht Elektra Hellas seit der Winterpause 2018 als Spielertrainer. 

 / © Fengler

"Hallo ich bin der Dimi und würde gerne bei euch mitkicken.“ So ganz wussten sie beim SSV Elektra Hellas anfangs nicht, wer da eigentlich in ihrer Kabine aufgetaucht war. Doch spätestens als Dimi das erste Mal auf dem Platz stand, war die Sache klar: Der, der dort auf dem Feld den Stürmern reihenweise den Ball abnahm, ist Dimitrios Kontodimos, Ex-Profi aus Griechenland mit 364 Spielen in der ersten und zweiten Liga.

Das war vor etwa zweieinhalb Jahren. Nach einem kurzen Zwischenspiel beim damaligen Bayernligisten TSV Kornburg kehrte Kontodimos in der Winterpause 2018 als Spielertrainer ans Fuchsloch zurück. Seitdem ist bei Elektra Hellas die Abstiegsangst dem Aufstiegswillen gewichen. Vergangene Saison musste der Verein bis zuletzt um den Klassenverbleib in der Kreisklasse kämpfen. Genau ein Jahr später steht er am anderen Ende der Tabelle.

Bei Hellas ist man sich sicher: Ohne Dimitrios Kontodimos hätten sie das nicht geschafft. „Dimi ist der größte Glücksgriff, den wir machen konnten. Alle Spieler schauen voller Respekt zu ihm auf“, schwärmt Co-Trainer Panagiotis Karagounis. „Er hat einen super Charakter und war von Anfang an einer von uns.“ Und was unternimmt ein griechischer Coach bei einer griechischen Mannschaft als Erstes? „Die griechische Mentalität ändern“, übersetzt Karagounis für seinen schmunzelnden Chef, der bis auf „Servus“ und „Danke“ noch kaum Deutsch spricht. „Die Griechen sind ein bisschen so lala auf dem Platz. Die sagen sich: Da fahren wir am Sonntag mal hin und schauen, was so passiert. Was wir aber auf dem Platz brauchen, ist die Mentalität eines Siegers.“ Und die zeigt Hellas dann auch beim Gastspiel gegen TB Johannis 88 Nürnberg. 2:1 gewinnen sie am Sonntag gegen den Tabellensechsten und verteidigen so den dritten Platz gegen den punktgleichen VfL Nürnberg. Kontodimos dirigiert sein Team 90 Minuten lang als Innenverteidiger, ruft kurze Kommandos über den Platz. Liegt einer seiner Spieler auf dem Boden, zieht er ihn wieder auf die Beine. Auf geht’s. Weitermachen.

 „Der Vorteil als Spielertrainer ist, dass ich das Spiel von innen erlebe und sofort helfen kann“, erklärt der Ex-Profi. „Und als Abwehrspieler habe ich das Feld übersichtlich vor mir. Das Negative ist, dass ich viel aufgeregter bin als ein Coach an der Seitenlinie.“ Und wer dachte, Kreisklasse sei für einen Profi der Inbegriff von Unterforderung, liegt falsch. „Laufen muss jeder – ob Profi oder nicht“, sagt Kontodimos lachend. „Aber mit 37 Jahren zeigt mir mein Körper, dass ich langsamer machen muss. Und ich gehe auch in der Kreisklasse vom Platz, wenn ich merke, dass ich nicht mehr kann.“ Doch auch ohne auf dem Feld zu stehen, krempelt Kontodimos den Verein um, lockte etwa im Sommer sieben neue Spieler ans Fuchsloch. Außerdem hat er das Training professionalisiert und bietet jedem Einzelnen Extra-Übungsstunden an.

Taktik und Training sind aber nicht alles. Kontodimos: „Was sich im Fußball nie ändert – egal ob 1. Liga oder Kreisklasse – ist, dass du Leidenschaft, Laufbereitschaft und Wille brauchst, um zu siegen.“ Und ab und zu einen Dimi, der plötzlich an die Kabinentür klopft.

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