Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

SV Raitersaich: Trotz statt Frust

Kreisliga 2

Nach starker Rückrunde verspielt der SV Raitersaich den direkten Bezirksliga-Aufstieg und hofft nun auf die Relegation.

Auch Raitersaichs Spielertrainer Dietmar Kusnyarik (gelb) brauchte Zeit, um das 1:4 gegen Germania Nürnberg zu verdauen. Der Zuspruch aus dem Umfeld war aber groß.

 / © Sportfoto Zink

Ganz vergessen ist das Kreisliga-Drama vom Samstag auch am Pfingstmontag noch nicht. „Die Enttäuschung ist immer noch da“, sagt Dietmar Kusnyarik, Spielertrainer des SV Raitersaich. Seine Mannschaft war als Favorit auf den Meistertitel in den letzten Spieltag der Kreisliga 2 gegangen. Mit einem Sieg wäre der Aufsteiger direkt in die Bezirksliga durchmarschiert.

Doch nach dem 1:4 gegen den Abstiegskandidaten SC Germania Nürnberg muss Raitersaich die Tabellenführung kurz vor dem Ziel an den SV Hagenbüchach abgeben (4:1 gegen die SGV Nürnberg-Fürth). Und den Umweg über die Relegation gehen, um den Aufstieg zu schaffen. Es war eines jener Spiele, die sich hinterher nur schwer erklären lassen. „Wir sind gut reingekommen, haben Vollgas gegeben und hatten gute Chancen“, berichtet Kusnyarik. Doch das 1:0 erzielt Germania, ein Kunstschuss von Deniz Catak schlägt genau in den Winkel des Raitersaicher Tores ein. „Das hat uns in Schockstarre versetzt“, sagt Kusnyarik. Plötzlich müssen er und seine Teamkollegen einem Rückstand hinterherlaufen. Kurz vor der Pause staubt Talal Bazzi nach einem Freistoß auch noch zum 0:2 ab (38.).

„Germania hat zur richtigen Zeit die Tore gemacht“, analysiert der Spielertrainer nüchtern: „Und wir haben es verpasst, die eigenen Chancen zu nutzen.“ Zur Halbzeit gibt es noch Hoffnung, in Hagenbüchach steht es zu diesem Zeitpunkt erst 1:1. Und Kusnyarik selbst, der zuvor auch Chancen vergeben hat, sorgt in der 61. Minute für den Anschlusstreffer. Doch die Germania, für die es darum geht, nicht direkt abzusteigen, mauert – und kontert effektiv. Yannick Siebenkäs (70.) trifft mitten in einer Phase, in der der SVR anrennt. Bazzi sorgt zwei Minuten vor dem Ende für den 1:4-Endstand (88.).

Der Urlaub ist verschoben

Nach dem Schlusspfiff sinken Kusnyarik und etliche seiner Teamkollegen enttäuscht auf den Boden. Und brauchen, bis sie aufstehen können. Trost gibt es von den Fans: „Es sind viele gekommen, die mich erinnert haben: Wenn uns im Winter jemand gesagt hätte, dass wir am Ende auf Platz zwei stehen, hätten wir das unterschrieben“, sagt der Coach. Als Aufsteiger lag Raitersaich in der Winterpause noch zehn Punkte hinter dem damaligen Tabellenführer Turnerschaft Fürth. In der Rückrunde spielt der SV phänomenal auf, gewinnt elf seiner 15 Partien. Und kassiert nur noch 17 Gegentore, so wenige wie kein anderes Team. Ein Faktor für die insgesamt stark verbesserte Defensive ist Torwart Jürgen Singer. Er sollte eigentlich schon im Sommer nach Raitersaich kommen, kann wegen einer Rückenverletzung aber erst nach dem Winter eingreifen. „Er steht hinten sehr stark, läuft lange Bälle ab, bevor überhaupt Gefahr entsteht“, lobt Kusnyarik.

Eigentlich wäre der Spielertrainer jetzt in einen Kurzurlaub aufgebrochen. Den hat er verschoben, am Wochenende beginnt für Raitersaich die Relegation. Erster Gegner ist am Samstag, 15. Juni, um 16 Uhr in Obernzenn (Uffenheimer Straße 40) der 1.FV Uffenheim, Zweiter der Kreisliga 1. „Das wird ein harter Brocken“, sagt Kusnyarik, der das Training in dieser Woche ganz auf den kommenden Gegner ausrichten will. Vor allem wird es aber noch um etwas anderes gehen: „Hauptaufgabe wird sein, die Mannschaft nochmal zu pushen“, sagt der Trainer. Doch er macht sich keine großen Sorgen.

In der teaminternen WhatsApp-Gruppe häuften sich die trotzigen Nachrichten, in denen steht: Jetzt erst recht. „Viele sind schon voller Tatendrang“, berichtet er. Mit einem Sieg über Uffenheim würde der SV Raitersaich in die zweite Relegationsrunde einziehen. Gegner wäre der SV Mosbach (am Mittwoch, 19. Juni, um 18.30 Uhr, Ort steht nicht fest). Kusnyarik müsste seinen Urlaub unterbrechen, aber er würde es gerne tun. „Uns war bewusst, dass wir oben mitspielen können. Aber so wie es gelaufen ist, war es auf jeden Fall eine erfolgreiche Saison“, sagt er: „Aber wenn wir schon in der Relegation sind, wollen wir auch aufsteigen.“ Es wäre doch noch die Krönung der Spielzeit – nur mit anderthalb Wochen Verspätung.

Mehr zum Thema