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Die faire Geste des Buchenbühlers Lorenz Hoga

A-Klasse-Relegation

Das ist Fair Play! Kapitän Lorenz Hoga vom ASV Buchenbühl hat in einem Spiel, in dem es für seine Mannschaft um alles ging, gegenüber dem Schiedsrichter zugegeben, dass der Ball nach einem Schuss des Gegners hinter der Linie war.

Lorenz Hoga (rechts) hat für seine faire Aktion Hochachtung verdient. Links die Johanniser Torschützen Carlo Brenner und Marius Bauer.

 / © Daniel Karnbaum, fussballn. de

Es war die erste Relegationsrunde um den Verbleib in der A-Klasse, als sich der ASV Buchenbühl und der TSV Johannis 83 II, die beiden Vorletzten der Gruppen 6 und 7, auf dem „Assen“-Platz gegenüberstanden. Die Vorzeichen waren klar – der Sieger kommt in die nächste Runde, der Verlierer ist ausgeschieden und in diesem Fall abgestiegen. Und es sah nicht gut aus für den ASV, denn Johannis II lag durch Tore von Felix Ritter-Röhl (2) und Carlo Brenner nach einer Stunde schon mit 3:0 vorne. Doch dann holte der ASV auf und kam durch Matthias Vogel und Michael Moschny innerhalb von sieben Minuten auf 2:3 heran.

Vier Minuten nach dem 2:3, in der 75. Minute, dann die besagte Szene. Kapitän Marius Bauer hatte für Johannis abgezogen, die „83er“ jubelten, sie hatten den Ball drin gesehen. Doch die Kugel war sofort wieder aus dem Kasten herausgesprungen. Für Schiedsrichter Moritz Gärber und seinen Assistenten war nicht klar ersichtlich, ob der Ball mit vollem Durchmesser über der Linie war, deshalb hätten sie den Treffer auch nicht gegeben. Doch Spielführer Lorenz Hoga, so berichtet es Buchenbühls Spielertrainer Andreas Vogel, ging von sich aus zum Unparteiischen und sagte ihm, dass der Ball im Tor war. „Lorenz hatte gesehen“, erzählt Vogel, „dass der Ball von der hinteren Torstütze sofort wieder ins Feld zurückgeprallt war. Für ihn war in diesem Moment klar, egal ob Sieg oder Niederlage, fair geht vor.“ Der Referee gab den Treffer also, damit hieß es 2:4, und wenig später stellte Ritter-Röhl sogar noch auf 5:2 für die „83er“. Buchenbühl hatte verloren und war somit abgestiegen.

Vorwürfe bekam Hoga von seinen Mannschaftskameraden nicht, wie Vogel sagt. Diese hatten die Szene zunächst auch nicht richtig gesehen, trugen dann aber die spontane, faire Geste ihres Kapitäns, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, mit. Für den ASV Buchenbühl heißt es nun, in der B-Klasse einen neuen Anlauf zu nehmen. Dann aber ohne Spielertrainer Vogel, der 35-jährige frühere Bezirksligaspieler der DJK BFC legt aus beruflichen und familiären Gründen eine Auszeit ein.

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