Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Faire Fußballer und ein trauriger Torjäger

Kreisklasse 4

Eine Saison lang haben wir die Kreisklasse 4 begleitet. Zeit für einen analytischen Blick auf die abgelaufene Spielzeit.

Der beste Torjäger der Liga: Aigkioun Soukri Oglou (Mitte). 

 / © Fengler

Reden wollte der beste Torjäger der Liga nicht. Weder mit seinem Trainer noch mit einem Journalisten. Aigkioun Soukri Oglou wollte einfach nur alleine sein, zu traurig war dieser Nachmittag im November. In der 85. Minute hatte er mal wieder ein Tor geschossen, da stand es allerdings schon 1:7 aus Sicht seines GSV Megas Alexandros, der am Ende mit 1:9 in Buch verlieren sollte. So ging das oft in dieser Saison. Aigkioun Soukri Oglou schießt Tore, viele Tore, und verliert trotzdem. 30 Tore hat der Angreifer insgesamt erzielt, in 26 Spielen. 30 von 50 seiner Mannschaft, die trotz einer akzeptablen Rückrunde am Ende mit 24 Punkten und 50:80 Toren in die A-Klasse abstieg. Soukri Oglou dagegen wird aufsteigen, nach Informationen dieser Zeitung steht er vor einem Wechsel in die Kreisliga.

Nicht in jedem Spiel gelangen den jungen Wilden vom TSV Buch II neun Tore, aber wer sich die Spiele der Mannschaft von Jörg Awerkow anschaute, hörte viele Jubelschreie. 91 Treffer hat die beste Offensive der Liga in 26 Spielen erzielt, mit 58 Punkten sind sie deshalb verdient in die Kreisliga aufgestiegen. Dass ihr bester Torschütze Axel Ottmann dabei nur 15-mal traf, spricht für die Qualität des Kollektivs, das seine Tore auch gut auf Hin- (47) und Rückrunde (44) verteilte.

Doch nicht in allen Kategorien stand der TSV Buch am Ende ganz vorne. Für Tore waren sie zwar immer gut, doch der höchste Sieg gelang einer anderen Mannschaft. Am 16. September gewann Elektra Hellas 10:0 gegen den bemitleidenswerten Post-SV II. In der Kreisklasse, sagte Co-Trainer Jan Hecking im Interview damals, gäbe es Gegner, „die zeigen einem gnadenlos die Schwächen auf und wenn dann noch die taktische Disziplin fehlt, dann kommen manchmal so extreme Ergebnisse raus“.

Zehn Treffer in Buch, zehn am Fuchsloch – da geht doch mehr, dachte sich der FC Serbia. Die meisten Tore fielen beim Heimspiel gegen Megas Alexandros. 8:4 gewann Serbia die Partie – die für den besten Torjäger der Liga übrigens mal wieder eine bittere Erfahrung war. Aigkioun Soukri Oglou schoss alle vier Treffer seiner Mannschaft, musste aber trotzdem wieder mit gesenktem Kopf in die Kabine laufen. Genauso wie nach dem 3:8 in Großgründlach, dem Spiel mit den zweitmeisten Toren.

Von Bestmarken war der TB Johannis 88 in dieser Spielzeit weit entfernt. Zwischenzeitlich stand es so schlecht um den Verein, dass der langjährige Trainer Peter Wagner zurücktrat, „um einen neuen Reiz zu setzen“ – was auch gelang. Mit dem Abstieg hatten die fairste Mannschaft der Liga schnell nichts mehr zu tun und wurden mit 36 Punkten am Ende sogar Sechster. Nur 48 Gelbe und drei Gelb-Rote Karten brauchten sie, um diese Punkte einzusammeln, Rote Karten gab es bei Spielen der 88er keine einzige. Auf Rang zwei der Fairness- Tabelle landete der Post-SV (49 Gelbe/zwei Gelb-Rote/eine Rote), Dritter wurde Elektra Hellas (52/3/0). Auf dem Relegationsplatz steht am Saisonende hingegen der ASC Boxdorf (78/8/0), absteigen müssten der ASN Pfeil (86/5/1) sowie ein Klub, der sportlich ein Jahr zuvor aus der Kreisliga abgestiegen war. Denn das Schlusslicht der Fairness-Tabelle ist der SV Eyüp Sultan, dessen Spieler insgesamt 85 Gelbe (3,3 pro Spiel), neun Gelb-Rote und vier Rote Karten in 26 Spielen sahen.

Mehr zum Thema