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Luntz: „Der zweite war gut geschossen, aber den habe ich auch gehalten“

Interview

Mit zwei gehaltenen Elfmetern avancierte Michael Luntz - eigentlich Spielleiter - am Samstag in Stein zum Matchwinner für den Post SV. Ein Interview.

„Der erste Elfmeter war tatsächlich schlecht geschossen“: Torwart Michael Luntz verrät, was auch dieses Bild andeutet. 

 / © Sportfoto Zink

Herr Luntz, sind Sie ein Hochstapler?

Michael Luntz: Warum?

Ich weiß aus sicherer Quelle, dass sie kein Torhüter sind.

Luntz: Und trotzdem war ich am Wochenende im Tor des Post SV gestanden und habe sogar zwei Elfmeter gehalten. Es stimmt schon, ich bin gelernter Feldspieler und außerdem habe ich mich vor ein paar Jahren eher in Richtung Trainer, Abteilungsleitung, Spielleiter orientiert.

Das genügt Ihnen nur offensichtlich nicht.

Luntz: Es gab schon vor ein paar Jahren einmal eine Torwart-Not bei uns. Da hat sich dann jemand daran erinnert, dass ich als Kind schonmal im Tor stand - in dem der Handballer der Schulmannschaft.

Also mussten sie rein.

Luntz: Ich durfte, mir macht das Spaß. Mit mir im Tor ist die zweite Mannschaft in die Kreisklasse aufgestiegen. Und weil jetzt fünf Torhüter aus den verschiedensten Gründen gefehlt haben, stand ich halt gegen Stein im Tor der Ersten.

Sie sind 44 Jahre alt – denken Sie manchmal: Warum hat keiner früher mein Talent im Tor erkannt, ich könnte jetzt sehr wahrscheinlich in der Bundesliga spielen?

Luntz: Auf keinen Fall. Ich war immer gerne Feldspieler und ich war vor allem als Feldspieler immer besser als im Tor. Ich käme nie auf die Idee, zu behaupten ich sei Torwart.

Das lassen sie den Steiner Elfmeterschützen vom Wochenende besser nicht hören. Waren die Elfmeter so schlecht?

Luntz: Der erste war tatsächlich schlecht geschossen. Da hat er ganz demonstrativ in das Eck geschaut, in das er nicht schießt. Und aufgrund der Fifa-Erfahrung mit meinem Sohn Benni an der Konsole habe ich mir gedacht: Springe ich mal in die andere Ecke. Der zweite war gut geschossen, aber den habe ich eben auch gehalten. Wahrscheinlich, weil ich mit Benni Geheimtraining gemacht habe, als ich wusste, dass ich ins Tor muss.

Und die fünf richtigen Torhüte brauchen jetzt gar nicht erst zurück kommen?

Luntz: Genau. Für den Trainer wird es jetzt kompliziert. Das war eine Kampfansage. Nee, Schmarrn: Wir haben hier gute Torhüter und ich bin und bleibe der Spielleiter.

Wahrscheinlich ist das auch ganz gut für den Puls.

Luntz: Der war auf jeden Fall beim zweiten Elfmeter, als wir 3:2 vorne lagen, hoch. Aber grundsätzlich ist es an der Seitenlinie schon auch schwierig, weil du da deine Emotionen nicht abbauen kannst.

Apropos abbauen. Sie sind gerade im Freibad. Ein Geschenk der Mannschaft inklusive Eis?

Luntz: Nein, es war abgemacht, dass ich pro gehaltenem Elfer einen Kasten Bier mit ins Training bringe. Also eher andersrum.

Klingt trotzdem nach einer schönen Trainingswoche. Viel Spaß.

Luntz: Danke.

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