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Deniz Menekse: Ein Spitzensportler für den Abstiegskampf

Nürnbergs liebste Liga Teil 10

Der Johanniser Bundesligaringer Deniz Menekse bereichert neuerdings im Trikot des TSV Buch II die Kreisliga.

Rasen statt Matte: Deniz Menekse (rechts) konnte die Niederlage gegen Vatanspor nach seiner Einwechslung nicht mehr verhindern.

 / © Sportfoto Zink

Das Bruderduell endet schon nach wenigen Sekunden mit einem Schultersieg. Deniz Menekse packt seinen jüngeren Bruder Mehmet am Arm, zwei Sekunden später liegt der mit dem Rücken auf einem nassen Fußballplatz im Knoblauchsland. Dieser Sonntagnachmittag war für einen der besten Ringer der Stadt ein besonderer, nicht nur, weil er endlich einmal mitspielen durfte bei der zweiten Mannschaft des TSV Buch, bei der er schon seit einiger Zeit mittrainiert.

Das Heimspiel gegen Vatanspor war auch ein Spiel zwischen Menekse und Menekse. Der 23 Jahre junge Mehmet ist Kapitän des Aufsteigers, der in der Kreisliga schon wieder nach oben strebt und nach dem 3:2 in Buch weiterhin auf Rang zwei steht. Der 26 Jahre alte Deniz war früher Sportsoldat und international als Ringer erfolgreich, inzwischen macht er eine Ausbildung bei einem Sportartikelhersteller und versucht trotzdem, das hohe Niveau auf der Matte zu halten.

Doch das ist nicht so einfach - und es ist auch einer der Gründe, warum der Ringer Deniz Menekse jetzt auch Fußballer und ein Teil von Nürnbergs liebster Liga ist. "Ich mache das für den Kopf", sagt er kurz nach der Ringereinlage, als beide längst wieder zusammen lachen. "Beim Ringen bin ich zuletzt zu sehr verkrampft." Beim Fußball kann er den Kopf ausschalten, nicht an den nächsten Kampf auf der Matte denken, sondern einfach nur Spaß haben.

Den TSV kannte er schon länger, weil seine Freundin in der Bucher Frauen-Mannschaft ebenfalls Fußball spielt, also hat er sich gedacht, dass er doch einfach mal mittrainieren könnte. Aus dem Mal-Mittrainieren ist dann tatsächlich mehr geworden, in den vergangenen Wochen saß Deniz Menekse immer wieder auf der Bank, am Sonntag gegen Vatanspor durfte er nach 87 Minuten zum ersten Mal mitspielen.

Zu einem fußballerischen Bruderduell kam es dann aber doch nicht, weil der extrem überforderte Schiedsrichter Mehmet Menekse neun Minuten zuvor mit einer Gelb-Roten Karte vorzeitig zum Duschen schickte. Das Spiel war da schon entschieden - obwohl es mehrfach so aussah, als könnte Buch den Favoriten tatsächlich ärgern. Neuzugang Alexander Kromm legte Luca Schlump nach vier Minuten das 1:0 auf, danach war Vatanspor zwar besser, schaffte es aber erst in der 44. Minute und unter Mithilfe des Schiedsrichters, durch Enes Arici auszugleichen. Kromm schoss den TSV nach der Pause mit einem an ihm verursachten Foulelfmeter erneut in Führung, dann aber ließ Vatanspor noch einmal seine individuelle Klasse aufblitzen: Der ehemalige Kornburger Dimitrios Fotiadis traf zweimal und drehte das Spiel.

Und so bekam Jörg Awerkow, der Bucher Trainer, nach dem Schlusspfiff zwar mal wieder Schulterklopfer, diesmal von Vatans Ahmet Dönmez, viel lieber aber hätte er ein paar Punkte gehabt. Elf hat Buch erst geholt und steckt damit im Tabellenkeller fest - dass es bald anders wird, daran soll auch Deniz Menekse mitwirken, der zuletzt "vor zehn Jahren mal bei Bayern Kickers" gespielt hat. Er soll deshalb nicht allein fußballerisch helfen - auch wenn sein Trainer ihn ausdrücklich dafür lobt, dass er schon "nach zwei Wochen Training zu mir kam und Tipps haben wollte, was er besser machen kann". Vielmehr soll er aber als Spitzensportler der Mannschaft mental weiterhelfen. "Ich habe schon beobachtet, dass mancher nicht ehrgeizig genug ist", sagt Deniz Menekse. "Man darf aber nie den Kopf hängen lassen und muss immer weitermachen." Damit sie bald auch mehr gewinnen als einen ungleichen Ringerkampf am Sonntagnachmittag.

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