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Germania vs. Serbia: Dem Schiri entglitt das Top-Spiel am Ende

Kreisklasse 4

Der SC Germania steht nach dem 3:1-Erfolg über den FC Serbia auf Rang zwei der Tabelle der Kreisklasse 4. Dabei kam es aber auch zu unschönen Szenen.

Eine Komposition wie auf einem altmeisterlichen Gemälde: Zwischen Serbia und Germania kam es auch zu unschönen Szenen.

 / © Zink/WoZi

Die in Schniegling langsam einsetzende Dunkelheit verhüllte nicht das traurige Geschehen in der Schlussphase der Begegnung zwischen Germania und dem FC Serbia: Nach einer umstrittenen Entscheidung des schwachen Schiedsrichters Thomas Schmitt kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Spielern beider Teams, die aber nach kurzer Zeit durch Umarmungen und Händeschütteln beendet wurde. „So ist halt der Fußball“, spielte Serbias Co-Trainer Daniel Lasic das Geschehen nach dem Abpfiff herunter, „erst geht es zur Sache, und dann trinkt man ein Bier miteinander“. Grund zu einem Umtrunk hatten freilich nur die Germania- Kicker, die mit dem 3:1 den Abstand auf Spitzenreiter SSV Elektra bis auf einen Punkt verringerten.

Nur mussten die heimischen Zuschauer lange warten, ehe Siegesgesänge angestimmt werden konnten. Denn nach einer nervösen Anfangsphase bestimmten die technisch versierten Gäste das Geschehen und hatten auch die klareren Chancen. Gerechter Lohn war das 1:0 durch Bojan Janjic (30.), der einen Querpass nur noch einschieben musste. Die Schnieglinger agierten nervös und konnten mit vielen Fehlpässen die gegnerische Abwehr nicht in Verlegenheit stürzen.

Eine Reaktion, eine deutliche sogar, war nötig, um die drohende Niederlage abzuwenden. Zuständig dafür war Trainer Serdar Dinc, von dem der Vorsitzende Helmut Strobel schwärmt: „Er hat seit seiner frühesten Jugend für unseren Verein gespielt und ist seit 2011 als Trainer tätig.“ Eine treue Seele also, der in Nürnberg geborene Türke. In der Pause sah er natürlich Handlungsbedarf, vermisste Leidenschaft und vor allem Zweikampfstärke. „Ich habe keine Kabinentür eingetreten, aber meine Spieler schon wachgerüttelt“, erzählte er schmunzelnd. Mit Worten, denen eine weitere Maßnahme folgte: Germania war schon wieder auf dem Rasen vertreten, als vom Schiedsrichter und auch vom Gegner keine Spur zu entdecken war. Vielleicht hatten sie auf einer großen Tafel auf den Spruch „1921 Leidenschaft SC Germania“ gelesen. Doch die heimischen Fans wurden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Für die Wende sorgte Joker Oliver Schindzielorz, der kurz nach seiner Einwechslung per Kopf das 1:1 (65.) besorgte. „Wenn ihr mich braucht, bin ich da“, hatte er seinem Trainer souffliert, musste wegen seiner Erkältung aber bald wieder seinen Platz räumen.

Der FC Serbia, der seine Offensivbemühungen in der zweiten Hälfte nahezu eingestellt hatte, zeigte dazu Schwächen in der Abwehr, die bestraft wurden: Tomica Dimitrov (73. Minute) und Joker Safak Simsek (87.) machten den vielumjubelten Sieg perfekt, der am Ende noch höher hätte ausfallen können. Doch der Trainer und der Spielleiter Martin Knispel waren hochzufrieden. Knispel hatte ein dickes Lob für die Multi-Kulti-Truppe – beim Anstoß standen nur zwei deutsche Kicker in der Formation – parat: „Wir haben Spieler aus sechs verschiedenen Nationen, die aber eine tolle Einheit sind.“ Tadel setzte es aus beiden Lagern für den überforderten Schiedsrichter Schmitt. Ihm entglitt das Geschehen in einer Partie, die keineswegs als überhart einzustufen war.

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