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SpVgg Mögeldorf: Schritt für Schritt nach oben

Nürnbergs liebste Liga Teil 17

Im Spitzenspiel gegen Vatanspor zeigt die SpVgg Mögeldorf eindrücklich, wie stark sie ist.

In Mögeldorf kennen sie in dieser Spielzeit vor allem eine Richtung: nach oben. Tobias Grätz veranschaulicht diese Entwicklung bildlich.

 / © Fengler

Fast sieht es so aus, als hätte Tobias Grätz noch etwas Besseres vor an diesem Sonntagnachmittag. Gerade hat er den Ball an Vatanspors Schlussmann Bechloul Memet vorbeigespitzelt, jetzt hat er nach dem kurzen Sprint noch Energie übrig und klettert mal eben den Fangzaun hinter dem Tor hoch. Es ist das 2:0 für Mögeldorf, es ist sein zweiter Treffer an diesem Tag, vor allem ist es aber die Vorentscheidung in diesem lange Zeit auf Augenhöhe geführten Spitzenspiel der Kreisliga 2.

„Das Gesamtpaket stimmt“, sagt Grätz 20 Minuten später, nachdem er es sich auf halber Strecke doch noch anders überlegt hat und geblieben ist. Die Schlussphase hat er trotzdem neben dem Platz verfolgt – nicht auf dem Zaun, sondern auf der Auswechselbank, weil er mit Memet ineinandergerauscht und unsanft auf dem Kunstrasen gelandet ist. „Beton, grün angemalt“, sagt er mit Blick auf den Untergrund. Jetzt, da die Schmerzen im Rücken langsam nachlassen, kann er es mit Humor nehmen.

Große Mühe, den Vorsprung zu verwalten, hatten die Kollegen nach seiner Auswechslung nicht; im Gegenteil: 5:0 heißt es am Ende, weshalb Grätz, als er nach dem Schlusspfiff im Spielerkreis den Vorsänger gibt, unter anderem die Worte „un-gefähr- de-ter Heim-sieg“ über den Platz brüllt.

Die ganze Wahrheit ist das zwar nicht, aber natürlich haben die Mögeldorfer in der zweiten Halbzeit ein paar gute Argumente gesammelt, um die erste schnell zu vergessen. Da war es noch eine ausgeglichene Partie, Dimitrios Fotiadis hatte sogar die Chance, den Tabellenzweiten in Führung zu schießen und das Aufstiegsrennen wieder spannender zu machen. „Vatanspor ist eine brutal spielstarke Mannschaft, wir haben zunächst überhaupt keinen Zugriff bekommen“, erinnert sich Grätz dann doch noch an die ersten 45 Minuten, als sie noch weit von einem ungefährdeten Heimsieg entfernt waren. Was geholfen hat, das zu ändern? Die Ansprache des Trainers in der Pause, sagt Grätz und grinst.

Norbert Frey kann das bestätigen. Auch er grinst, wenn man ihn auf seine Worte in der Kabine anspricht, er betont aber, dass es natürlich auch das Personal braucht, das solche Worte in Taten umsetzen kann. „Das ist nicht meine Mannschaft“ habe er sich gedacht, zu passiv waren seine Fußballer zunächst in diesem Spitzenspiel, offenbar hatte die erste Saisonniederlage in der Vorwoche Wirkung gezeigt.

18 Spiele lang lief es nahezu perfekt für die Sportvereinigung Mögeldorf 2000, die erst vergangenes Jahr in die Kreisliga aufgestiegen ist. 14 Siege, vier Unentschieden, Platz eins – und dann? Ein 0:1 beim Abstiegskandidaten ASV Fürth. „Man kann ganz schnell in ein Loch fallen“, sagt Grätz, der Torjäger, der am Sonntag mit seinen Treffern 13 und 14 dafür sorgt, dass sie sich schnell wieder aus diesem Loch befreien.

Ein Lernprozess

Beim 1:0 (69.) verwandelt er einen Freistoß direkt, anschließend kollabiert Vatanspor erstaunlich schnell. Grätz darf relativ ungestört das 2:0 erzielen und sich ein bisschen auf dem Zaun feiern lassen (70.), wenig später legt Arthur Rein (74., 75.) noch zwei Tore nach, erst die Behandlungspause nach der Kollision von Memet und Grätz unterbricht den Lauf. Der eingewechselte Sebastian Adler (83.) stellt den Endstand her.

Das Gesamtpaket stimmt ganz offensichtlich, aber reicht das als Erklärung für die Dominanz aus? Der Kern der Mannschaft spielt schon lange zusammen, in Mögeldorf legen sie großen Wert auf ihre Nachwuchsarbeit und darauf, dass dieser Nachwuchs irgendwann auch in der ersten Mannschaft ankommt. Tobias Grätz, der erst im März dazugekommen ist, ist da eher die Ausnahme.

„Es war ein Lernprozess“, sagt Frey über die vergangene Spielzeit, als sich die Mannschaft nach dem Aufstieg in die Kreisliga erst einmal akklimatisieren musste. Offenbar lernen seine Spieler sehr schnell. Elf Punkte Vorsprung haben sie nun auf Vatanspor und die SGV 1883. Am kommenden Wochenende wollen sie noch ihre „Hausaufgabe“ beim Tabellenletzten Tuspo Nürnberg erledigen, wie es Frey formuliert, dann ist Winterpause. Danach wollen sie weiter Schritt für Schritt nach oben klettern.

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