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TSV Dürrwangen: Virtuelles Bier soll dem Nachwuchs zu Gute kommen

Kreisklasse 1

Eine Spendenplattform für Amateurvereine aus ganz Deutschland, geisterspieltickets.de, hat nun eine Zwischenbilanz gezogen. In der Region hat sich der TSV Dürrwangen ein paar Euros geholt.

© Sportfoto Zink

Frankens Sportplätze erinnern momentan ein wenig an Biotope. Vögel picken auf dem Rasen, auf manchem Fußballfeld sprießen munter Gänseblümchen und Löwenzahn, ab und zu hoppelt ein Hase durch den Strafraum. Viel mehr ist nicht los, seit die Amateurfußballer ihre Saison wegen der Corona-Pandemie unterbrechen mussten. Der Natur mag das gefallen, den Sportlern und ihren Vereinen eher nicht. Neben dem Verlust an Geselligkeit und körperlicher Aktivität, fehlt krisenbedingt auch Geld in der Kasse. Heimspiele fallen aus, das Vereinsheim ist abgesperrt und wo kein Spiel stattfindet, genehmigt sich auch kein Zuschauer ein kühles Bier.

Die Online-Plattform geisterspieltickets.de will Abhilfe schaffen. Über das Portal können Vereine virtuelle Tickets, Bratwürste oder Kaltgetränke verkaufen. Aus der Region hatte sich der TSV Dürrwangen im April dazu entschieden, auf diese Art die Mannschaftskasse der eigenen Fußballjugend aufzubessern.

Dabei stand der finanzielle Aspekt gar nicht so sehr im Mittelpunkt, wie Stefan Müller erzählt: "Dürrwangen ist ja ein kleiner Ort, wir wollten da auch den Zusammenhalt stärken und etwas Spaß verbreiten." Der 28-jährige Mittelfeldspieler des Kreisklassisten (Kreisklasse Nürnberg/Frankenhöhe 1) hatte die Idee, an dem Projekt teilzunehmen. Die ersten Wochen lief es ordentlich. "Das ist gut angekommen, wir haben viele positive Reaktionen erhalten", freut er sich. Schon im April kamen gut 50 Euro zusammen – obwohl der Verein erst zum Ende des Monats seine virtuellen Angebote veröffentlicht hat. Für den Mai könnte also noch etwas mehr Geld auf das Konto der Dürrwanger wandern. Insgesamt sind durch geisterspieltickets.de bis Ende vergangener Woche gut 2.400.000 Euro an Klubs aus ganz Deutschland geflossen. Der Erlös aus dem Verkauf von 17.600 Eintrittskarten, 12.700 Würsten und 17.100 Bechern Bier.

Den Nachwuchs weiter unterstützen

Die meisten Unterstützer des TSV haben sich übrigens für eine digitale Flasche Bier für 2,50 Euro entschieden. Aber auch der Satz Autogrammkarten für 4,50 Euro hat schon einen Liebhaber gefunden. "Uns ging es einfach darum zu zeigen, dass wir unsere Jugend in der Corona-Zeit weiter unterstützen", sagt Müller. Normalerweise gehen die Einnahmen aus dem Spieltagsverkauf an den Nachwuchs. Wann aus der virtuellen Bratwurst wieder eine echte wird und statt Hasen, Rehen und Füchsen wieder Fußballer über den Platz traben, ist noch immer unklar. Im September könnte es soweit sein, vielleicht. Obwohl Training in Kleingruppen seit kurzem wieder erlaubt ist, will man in Dürrwangen nichts überstürzen. "Wir setzen mit dem Training noch aus. Der Platz ist von der Kommune auch noch gesperrt", berichtet Müller. "Außerdem sind die Auflagen streng, es ist fraglich, ob das dann Spaß macht." Erst wenn die Behörden mehr als kontaktlose Übungseinheiten in Mini-Grüppchen erlauben, will der TSV auf den Rasen zurückkehren. Bis es soweit ist, geht das Bier online über den Tresen.

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